Misanthropenwald

Westerwave speaks just German

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Guido Westerwelle präsentiert sich erstmals als so gut wie zukünftiger Außenminister der internationalen Presse. Und das Erstbeste, was er zu tun gedenkt, ist, sich zu weigern, die Frage eines englischen Reporters auf Englisch zu beantworten.

Die Welt findet das zwar halb so schlimm, Westerwelle habe schließlich irgendeine ur-diplomatische Regel befolgt, die besagt, dass man Antworten zu außenpolitischen Themen lieber in der Muttersprache formuliert, „weil es auf jede Nuance ankommt.“

Schade nur, dass Westerwave – so sollte ihn zumindest die internationale Presse nennen – nur um eine grobe Einordnung seiner zu erwartenden Außenpoltitk gebeten wurde. Jedenfalls schreibt das der Spiegel, und ich glaube, die waren auch da.

Thorsten Jungholt, der Welt-Autor, bezieht in seinem Kommentar klar Stellung gegen seine Kollegin (!) Miriam Lau und kritisiert, dass sie voller „Häme“ „ran an die Tastatur“ gegangen wäre und den Westerwave („den haben wir noch nie gemocht“) zu Unrecht als alten 68-Gegner abgestempelt habe.

Naja, „Recherche hat noch nie geschadet“ und deshalb hat Jungholt auch herausgefunden, dass das Abkanzeln ausländischer Reporter eine „Selbstverständlichkeit“ ist. Laus Recherche, ein Youtube-Video, lässt er hingegen nicht gelten. Es belegt nämlich, dass Westerwaves Englisch sich auf einem Niveau von under all pig moved.

Dass Westerwave bei seinem ersten Schritt auf (noch nicht mal richtig) internationalem Parkett ordnentlich gestolpert ist, sieht Jungholt also anders, auch wenn der englische Indepentent (der nur minimal aggro ist) Westerwelle schon ein „new Teutonic assertiveness“, also ein neues teutonisches Selbstbewusstsein, bescheinigt.

Letztlich also viel Aufregung um verhältnismäßig wenig, dennoch: besseres Englisch muss man vom künftigen deutschen Außenminister erwarten können und eine diplomatischere Antwort auch. Da hat Kommentator Chris auf dem Handelsblatt-Blog von Georg Watzlawek durchaus Recht:

„Englischkenntnisse hin oder her, ob Falle oder nicht: Von unserem künftigen Außenminister (!) darf man eine etwas diplomatischere Antwort erwarten. Und sein Nachsatz „Das ist Deutschland hier“, sowie das Vorurteil mit dem „Tee trinken“ war auch eher unglücklich…“

Westerwave bat dem teefsaufenden BBC-Tommy nämlich an, sich mit ihm „fabelhaft“ (was immer das heißen soll) zu einer Tasse Tee zu treffen, wo dann auch nur Englisch gesprochen werden soll.

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Written by Achja

30. September 2009 um 00:48

Veröffentlicht in Politik

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