Misanthropenwald

Der Preis des Friedens

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Während dieses Jahr aus dem Land der Dichter und Denker bloß eine Müllersfrau den Literaturnobelpreis bekommt, feiert man jenseits des großen Teichs den besseren Nobelpreis. Denn Amerikas Präsident ist Friedensnobelpreis Zweitausendneun.

Den Preis hat sich Onkel Obama auch redlich verdient. Denn was hat er bisher gemacht? Ein Blick in die Begründung hilft:

Als US-Präsident hat Obama ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen.

Okay. Obamas Friedensnobelpreisträgervorgänger Al Gore war auch für das Klima, für das er mit seinem Flugzeug über den Erdball donnerte, um den CO²-Ausstoß zu stoppen. Aber Obama ist nicht nur der Al Gore der internationalen Politik, sondern hat noch mehr auf dem Kasten:

Die Vision einer atomwaffenfreien Welt hat den Verhandlungen über Abrüstung und Rüstungskontrolle kräftige Impulse verschafft.

Kräftig, kräftig, was Obama da der Abrüstung verschafft hat. Oder um die Worte des beinahe beliebtesten Ex-Bundeskanzlers unserer Republik, Helmut Schmidt, zu benutzen:

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen

Heißt das, dass der Friedensnobelpreis an jemanden gehen soll, der nicht ganz knusper ist? An einen Verrückten? Nun, das wäre nicht verwunderlich. Wer hat den Nobelpreis für Frieden denn noch so bekommen?

Da wäre Jassir Arafat, palästinensischer PLO-Chef, bekannt für seine friedensstiftenden Reden gegen Israel und Unterstützer von Waffenschmugglern und Terroristen – oder Henry Kissinger, ehemaliger Sicherheitsberater und Außenminister der USA, der sich vor allem durch den Vietnamkrieg positiv für den Weltfrieden einsetzte.

Weitere Gestalten wurden zwar nominiert, erhielten den Preis allerdings nie, wie der sowjetische Friedensfürst Stalin. Er wurde gleich zweimal nominiert, einmal 1945 zur erfolgreichen Befriedung Deutschlands und 1948 zur friedlichen Berlinblockade. Selbstverständlich gab es auch deutsche Nominierte, wie Hitler 1939, für seine Osteuropapolitik oder Willy Brandt, selbe Begründung, der den Preis sogar erhielt. 

Weniger Glück hatten dagegen Gandhi (gewaltfreier Widerstand), Helmut Kohl (Wiedervereinigung), Gerhard Schröder (erflogreiche Nichtteilnahme Deutschlands an einem Krieg) oder Silvio Berlusconi (an anderer Stelle bereits erörtert).

Noch kann Obama sich entscheiden, ob er den Preis annehmen will oder nicht. Ob er in einer Reihe mit dem Roten Kreuz, der UNO, Mutter Theresa, Arafat und Kissinger stehen will – oder eben nicht.

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Written by Quax

9. Oktober 2009 um 16:58

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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2 Antworten

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  1. Helmut Schmidt ist der Beste ;)

    noart

    11. Oktober 2009 at 13:21

  2. Polemik hin oder her, ich finds trotzdem nicht korrekt, dass Du Ghandi in eine Reihe mit den anderen stellst. Genausowenig wie Mutter Theresa.

    eva

    11. Oktober 2009 at 19:23


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