Misanthropenwald

Wir sind keine Web-Kommunisten!

with one comment

Vor einigen Tagen bekam Springer-Chef Mathias Döpfner kein Ritalin und pöbelte herum: Das Internet müsse seine sozialistische Kostenloskultur ablegen und aufhören, williger Sklave der Web-Kommunisten zu sein. Wo kommen wir denn da hin, wenn der Geiz der User den Journalismus kaputtmacht? Wenn jeder Unterschichtler Informationen bekommen kann und das kein Privileg mehr der Bourgeouisie ist?

Dann haben wir Kommunismus. Web-Kommunismus, der schlimmste aller Kommunismen. Findet Döpfner. Und kotzt sich im Manager-Magazin mal ordentlich aus:

In der Verlagsbranche […] werde „vielerorts an der falschen Stelle gespart: am Inhalt“. Wer der Krise „mit ein bisschen weniger oder schlechterem Journalismus“ zu begegnen versuche, sei aber „auf dem Holzweg“

Da hat Döpfner recht. Und als Chef von Springer weiß er, wovon er spricht. Denn wer jetzt gerade in diesem Moment www.bild.de öffnet, sieht folgende Schlagzeilen: „Lehmann: Mir ist das peinlich“ oder „Pop-Band schockt mit Sex-Szenen“ oder „Was kostet der Weihnachts-Busen?“ (zwischen 5500 und 7000€) oder „Michelle Obama hat die Haare neu“

Themen, die die Web-Kommunisten mit ihrem Kostenlossozialismus für umme lesen können? Eine Frechheit. Deswegen preschen das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost nun vor und kennzeichnen kostenpflichtige Inhalte im Internet mit einem orangenen „E“ – „E“ wie „Euer Geld für unsere Nachrichten“. Das ist nur fair, wenn man dafür ein bisschen mehr oder besseren Journalismus bekommt und damit weg vom kommunistischen Holzweg kommt.

Doch Weichei-McCarthy Döpfner geht nicht weit genug, denn einige Informationen bleiben ja kostenlos. Für jeden Pöbel erreichbar. Doch Döpfner hat erkannt:

Es kann nicht sein, dass die dummen Old-Economy-Guys für viel Geld wertvolle Inhalte erstellen und die smarten New-Technology-Guys sie einfach stehlen und bei ihren Werbekunden vermarkten.

So steht der dumme Old-Economy-Döpfner da, während die smarten New-Technology-Blogger ihm die wertvollen Inhalte wegverallgemeinschaftlichen. Diebesgesindel!

Der Trend des Bezahlens. Ein Trend, dem auch der Misanthropenwald folgt. Denn wir sehen es nicht ein, für alle e-Parasiten und @-Schmarotzer unsere wertvollen Beiträge zur Verfügung zu stellen. Ab demnächst ist jeder Eintrag kostenpflichtig, der mit dem rosa Schriftzug „Smash Communism!!!“ markiert ist. Wir bitten alle Leser freundlich, 7,95€ in unmarkierten Scheinen in einem toten Briefkasten an der Alster zu hinterlegen.

Denn kostenlose Informationen sind das schlimmste seit Springer-Chef Mathias Döpfner.

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Written by Quax

17. Dezember 2009 um 20:06

Eine Antwort

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  1. schön.
    Einfach nur schön.

    eva

    22. Dezember 2009 at 16:50


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