Misanthropenwald

Man fliegt nackt

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Letztes Jahr Weihnachten – diese Formulierung klingt, als sei das ewig her, dabei sind es gerade einmal vier Wochen – letztes Jahr Weihnachten also wollte ein Somalier ein amerikanisches Flugzeug in die Luft sprengen. Es gelang ihm nicht, weil ein mutiger Holländer ihn im Flieger besprang. Und schon soll es für unsere Sicherheit an unseren Flughäfen neues Spielzeug geben: Nacktscanner!

Oder Körperscanner, wie sie auch genannt werden. Um sich fachgemäß über dieses lustige Gerät aufregen zu können, muss man wissen wie es funktioniert. Hier die wichtigsten Fakten:

Man stellt sich (bekleidet) zwischen zwei graue Boxen und hebt beide Arme. Dann wird man bis zur Unfruchtbarkeit mit Röntgenstrahlen beschossen. Der Flughafensicherheitsbeamte sieht dann auf seinem Monitor alles. ALLES! So kann er Messer, Pistolen, Sprengstoff und Lanzen entdecken, die der potentielle Terrorist zwecks Unheilanrichterei an Bord nehmen möchte.

Das klingt erstmal nach einer prima Sache. Das Problem ist nur, dass unser somalischer Freund auch ohne Körperscanner seine Bombe am Bein ins Flugzeug gebracht hätte, das ganze FKK-Gescanne also letztendlich ziemlich nutzlos ist. Nur, wie hätte man Sprengstoff am Bein entdecken können? Wenig praktikabel erscheint da die Lösung, nur noch beinlose Menschen in Flugzeuge zu lassen. Ebenso erscheint eine Kurze-Hosen-Pflicht eher als FDP unter den Lösungen. Da würden sich die Terroristen die Bombe einfach an den Arm schnallen und nichts wäre erreicht worden. Ein mutiger Holländer war es, der den Terroristen von seiner schlimmen Tat abhielt. Aber wollen wir wirklich in jedem Flugzeug einen Kaaskopp sitzen haben?

Was man machen könnte wider dem Beinbombenterrorismus: Ein generelles Textilverbot auf Flügen. Denn wir kamen nackt auf Gottes grüne Erde, warum sollten wir nicht ebenso nackt in seinen blauen Himmel hinaufsteigen? Nirgens am Körper ließe sich eine Bombe verstecken und der geile Flughafensicherheitsbeamte, der zuvor noch sabbernd vor dem Körperscannermonitor saß, kann nun lechzend die Speckfalten von Gran-Canaria-Pauschalurlaubern durchsuchen. Da macht auch Arbeit wieder Spaß!

Experten sind jedoch der Meinung, dass die kreativen Terroristen (und nein, damit sind nicht BAP gemeint) ihren gefährlichen Sprengstoff nicht am, sondern im Körper verstecken. Zum Beispiel in den Nasenlöchern, in der Harnröhre, im Enddarm. Wobei ich mich, um ehrlich zu sein, auf Schlagzeilen freuen würde, wie: ARSCHBOMBER SPRENGT AIRBUS! 

Was tun gegen sowas? Niemand möchte seine Körperöffnungen dehnen, nur weil ein Flughafensicherheitsbeamter dort Messer, Pistolen, Sprengstoff und Lanzen vermutet.

Also doch Nacktkörperscanner. Die bringen zwar auch nichts, sehen aber geil aus. Also, je nach dem, wer so drin steht.

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Written by Quax

20. Januar 2010 um 19:16

Veröffentlicht in Polemik

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4 Antworten

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  1. Das heißt, ab heute werde nur noch hübsche schlanke Blondinen gescannt?
    Ein Grund zum Fett werden.
    Auch mal schön.

    eva

    22. Januar 2010 at 15:55

  2. „eher als FDP unter den Lösungen“- sehr sehr gut! ;)

    noart

    24. Januar 2010 at 11:40

  3. Diesbezüglich kann man nur sagen: „Ad maiorem dei gloriam.“
    ;)

    Tim

    7. Februar 2010 at 00:01

  4. Thanks for shgrnia. Always good to find a real expert.

    Roseanna

    7. Januar 2015 at 16:57


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