Misanthropenwald

Aug‘ um Zahn

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Thilo Sarrazin ist der frühere Finanzsenator der inzwischen vollständig wiedervereinigten Stadt Berlin und momentan Bundesbankvorstand. Vor einiger Zeit machte er auf sich aufmerksam, als er behauptete, dass diese türkisch angehauchten Familien nur Kopftuchmädchen und Obsthändler hervorbrächten und auch sonst nur mäßig dem deutschen Volke dienlich seien. Dafür gab es nicht nur Schelte von der Obsthändlerlobby. Dann wurde es still um Sarrazin und wir haben ihn nicht vermisst – und deswegen ist er jetzt zurück!

Und zwar mit einer genialen Idee, um die Bildung zu gewährleisten und um unseren Staatsschatz nicht weiter zu strapazieren. 

Wie er das schaffen will? Janz eenfach (wie der Berliner sacht, wa?) – vor jeder Schulstunde müsse man überprüfen, ob die lieben kleinen Kopftuchmädchen Kinderlein ihre Hausaufgaben gemacht haben. Wurde die Hausaufgabe gar redlich angefertig, passiert nichts (außer guten Noten), doch was, wenn keine Aufgaben gemacht wurden? Thilo Sarrazin weiß eine Antwort:

Und wenn sie sie nicht gemacht haben, werden die Eltern zitiert. […] Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt. Was meinen sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden.

Aber wie dann Hausaufgaben gemacht werden, von den Eltern! Und wenn die Hausaufgaben viermal nicht gemacht sind, gibt’s halt nur noch 25 Prozent Kindergeld. Aber geht Thilo Westerw – quatsch, Sarrazin da nicht zu weit?

Nein, noch lange nicht! Denn dieses Konzept steht erst am Anfang eines gigantischen Strafkataloges zur Verbesserung der Bildung. So könnte bei jeder Klassenarbeit jenseits der vier plus die Prügelstrafe eingeführt werden – für die Eltern freilich. Was meinen sie, was auf einmal Klassenarbeiten geschrieben werden?

Kommt ein Schüler zu spät zum Unterricht, wird den Eltern die Lohnsteuer erhöht. Was meinen sie, was die Pennäler auf einmal pünktlich sind?

Und wenn eine Schülerin bei rot die Straße überquert, wird den Eltern der Führerschein weggenommen. Was meinen sie, was auf einmal die Ampeln beachtet werden. 

Prügeln sich die Mädchen und Bübchen unter- und/oder miteinander (nicht vergessen, Sarrazin kommt aus Berlin!), werden den Eltern die Beine gebrochen. Was meinen sie, was auf einmal für ein Frieden auf Pausenhöfen herrscht? 

Und falls die Eltern nicht zum Elternabend kommen, dann wird dem Filius kräftig die Rübe verdroschen. Was meinen sie, was wir später einmal für Finanzsenatoren und Bundesbankvorstände haben?

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Written by Quax

10. März 2010 um 21:44

Veröffentlicht in Bildung, Polemik, Politik

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