Misanthropenwald

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Letztens, da  saß ich so bei mir und wie ich da so saß, dachte ich mir: „Hui, lange keinen blödsinnigen Nazivergleich mehr gehört!“, dachte ich mir, während ich so da saß. Das fand nicht nur ich so, sondern auch die katholische Kirche.

Diesmal beehrt uns Bischof Gerhard Müller aus Regensburg. Müller, ein Name, den wir uns merken sollten. Während seine Untergebenen den Chorknaben im Regensburgdom ein Liedchen pfeifen (zwinker, zwinker), mockiert sich die böse Presse über die Tollerei im Haus Gottes. Das findet der Bischof gar nicht gut, wie auf SPON zu lesen ist:

In einer Predigt im Regensburger Dom sprach Müller am Samstag über die Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus und erklärte, man erlebe auch „jetzt wieder eine Kampagne gegen die Kirche, (…) als ob man in einem Gänsestall hier die Gänse aufgeweckt hätte, so wird gefaucht und gezischt gegen die Kirche“. 

Jawoll! Die arme Kirche, die von der Presse-SS verfolgt wird! Wo kämen wir denn hin, wenn Journalisten ihrer Pflicht nachkommen, sogar wenn’s um die Kirche geht!

(Woher kommt eigentlich dieser Hang unserer katholischen Hirten zu Nazivergleichen? Das hatten wir doch erst vor einiger Zeit und war auch nur mäßig populär, lernen die aus ihren Fehlern denn nicht? Oder versucht man’s so häufig, bis es mal klappt?)  

Nur zu  tragisch, wenn die Kirche vom größten Missbrauchsskandal der letzten Jahre (ich will nicht schreiben „ihrer Geschichte“, denn das zähe Pack hält sich ja nu‘ auch schon zwotausend Jahre) erschüttert wird und diese blöden Journalisten nichts anderes zu tun haben, als darüber zu berichten. Es gibt zwei ganz naheliegende Möglichkeiten, die schlechte Presse zu beenden: Entweder verbietet man der Journaille das Maul oder man geht den Gründen der Missbrauchsfälle nach und merzt diese ein für alle mal aus.

Aber man trennt sich ja so ungern von Traditionen!

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Written by Quax

22. März 2010 um 15:20

Veröffentlicht in Mischwald, Polemik

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Eine Antwort

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  1. […] einen Kommentar » Nachdem man in bischöflichen Kreisen endlich erkannt zu haben scheint, dass Nazivergleiche nich’ so der Hit sind, sucht man neue Wege, möglichst viel relativierenden Unsinn auf möglichst engem Raum […]


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