Misanthropenwald

So hat Gott das nicht gewollt

with one comment

Die Titanic hat seit langer, langer Zeit wieder ein Titelbild, das in die Kategorie „hart“ fällt. So gehört sich das ja auch für ein Satiremagazin, vor allem für ein endgültiges. Die Reaktion darauf ist so vorhersehbar wie unverschämt: Beim Presserat wurde Beschwerde eingelegt.

Und zwar nach Ziffer 10, und die besagt:

Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.

So schreibt es der Katholische Nachrichtendienst.

Jetzt ist die Frage, ob hier mal wieder etwas verwechselt wurde. Ursache und Wirkung zum Beispiel. Und das Bild ist natürlich auch irgendwie falschrum. Der Knabe empfängt nicht…

Aber mal ernsthaft: Was bilden sich diese zwei Beschwerdeführer denn ein? Die halbe katholische Kirche missbraucht, schlägt und vertuscht durch die Weltgeschichte (Irland, Deutschland, further Missbrauchsorte to come) und ihre treuesten Anhänger beschweren sich aufgrund ihrer verletzten Religiösen Gefühle.

Sollten die nicht schon genug gelitten haben, die religiösen Gefühle? Sie sollten darunter leiden, wenn sich eine Organisation, die so gerne die Rolle der moralischen Institution spielt und zu allem eine (zu befolgende) Meinung hat, so mit Schande bekleckert (sic!).

Priester lassen sich einen Blasen, und wenn’s nicht gut war, wird verkloppt, oder wie? Und der Titel ist zu hart?! Wie ein Rohrstock, ja? Oder doch eher wie die Fleischpeitsche?

Die Antwort auf den Skandal lautet doch nicht Beschwerde beim Presserat. Die Antwort lautet Kirchenaustritt. Um an Gott zu glauben, braucht man keine Priester, die gegen die Zehn (und die weltlichen) Gebote verstoßen.

9. Begehre nicht deines nächsten Weib.

Ich meißel einfach mal „und deinen dir schutzbefohlenen Knaben“ dahinter.

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Written by Achja

1. April 2010 um 19:49

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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Eine Antwort

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  1. […] entschieden, dass es zu keinem Strafverfahren gegen die Titanic wegen ihres Covers (über das wir erregt berichteten) kommen wird. Es liegt nämlich keine Beleidigung eines Bekenntnisses vor und auch keine […]


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