Misanthropenwald

Hellas!

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Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass wir uns erst jetzt mit Griechenland beschäftigen. Na, wobei, wenn man drüber nachdenkt, ist es das eigentlich nicht. Aber wenn das Thema schon mal angeschnitten ist wie ein leckeres Weißbrot aus dem Ofen einer französischen Bäckerei in Lothringen, dann soll es auch behandelt werden. Und kein Wortspiel soll mir niveaulos genug sein, um es nicht zu verwursten wie gute, deutsche Frankfurter.

Also Griechenland also. Wo fange ich an? Ich könnte im Jahr Tausendsiebenhundert vor Christi Geburt (oder „vor unserer Zeitrechnung“, wie man in der DDR zu sagen pflegte) ansetzen, als der Urgrieche aus dem Norden kam und die Eingeborenen in Griechenland vertrieb und seinen Schuldenstaat errichtete. Aber da das niemanden interessieren wird, werde ich ein bisschen am Zahn der Zeit drehen, bis der Karies singt. Heißt es überhaupt der Karies? Oder das Karies, oder gar die? Man weiß es nicht, man weiß es nicht.

Also etwas später, aber nicht zu sehr. Denn so pleite, wie Griechenland jetzt ist, war Griechenland nicht immer. Jaja, so ist das, bzw. war das. Denn in uralten Zeiten, da gab es in Griechenland Könige und einer von ihnen, das war König Midas. König Midas war ein typischer Grieche: nämlich pleite wie ein Sack Feta. Nach einigem transzendenten Hinundher bekam er dann magische Kräfte und konnte alles in Gold verwandeln, was er berührte. Mit dieser Kraft vergoldete er alles, was nicht niet- und nagelfest war, beziehungsweise sogar das. Denn auch seine Kinder umarmte der König und machte sie zu Gold.

Das löste eine gewaltige Inflation aus. In Persien, einem großen Land, das auf dem Gebiet der heutigen Türkei, dem Irak, Syrien, Iran (Persien halt), Jordanien, Israel und Ägypten liegen täte, wenn es nicht mehrfach untergegangen wäre, sah man die wachsende Inflation mit parallel dazu wachsender Sorge und der erhabene Gottkönig Xerxes wollte Midas vernichten. Doch dann kamen die Spartaner unter ihrem König Leomidas (altgriechisch für: Goldlöwe) und töteten alle Perverser (wie angedroht – kein Wortspiel auslassen). Midas starb, als er beim pullern sein Gemächt berührte und so vergoldete, sodass eines schlimmen Tages seine vollgelaufene Blase explodierte.

An ihrem vielen Gold hatten die Griechen aber nicht lange Spaß, denn bald kamen die Römer und dann die Türken und nahmen alles Gold mit. Die Türken blieben etwas länger in Griechenland und erst seit ca. 200 Jahren ist Griechenland wieder ganz alleine pleite.

Leider verpassten die Griechen den Anschluss an neuartige Technologien, wie Kassenzettel, und verprassten ihr gesamtes Geld für hohe Renten und Beamtengehälter. Und schon bald (sprich: vor wenigen Tagen) war das ganze schöne Geld alle, das die Griechen nie hatten. Schon musste Athen bei der EU zu Kreuze griechen, denn sie hatten auf Hellas und Pfennig alles verloren. Premierminister Giorgos Eurolos Papandreou musste sogar bei unserem sprechenden Hosenanzug betteln, den wir liebevoll mit „Jawohl, meine Kanzlerin!“ anreden. Jene aus der Uckermark knickte schließlich ein und will nun eine AG gründen, um die Hellenen nicht völlig vor die Hunde gehen zu lassen.

Was wird diese AG machen? Das, was alle AGs machen! Ihre Dividende ausweiten, bis an die Adria. Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, was so eine AG tut. Bei SPON gibt’s einen Artikel dafür. Aber Wirtschafts- und Finanzpolitik finde ich so derbest arschlangweilig (, alter!), sodass ich mir lieber spaßige Dinge ausdenke, wie man die Griechen retten kann, bevor sie dahinsiechen, die Griechen.

Man könnte z.B. die Inseln verramschen, aber wer will schon diese Steinfelsen im Mittelmeer, auf denen jahrhundertelang nichts als Trümmer standen? Man könnte aber auch dafür sorgen, dass das Geld nicht immer so abrupt flöten geht, indem man es auf spezielle Schiffe lädt, die von Wikingern gesteuert werden (auf sogen. Drachmenbooten). Dort wären die schönen Euros vor jeglicher Korruption gut geschützt. Andere Idee: Die Griechen aus der Eurozone werfen und ihnen irgendwas anderes geben, z.B. magische Kräfte für zum Goldmachen. Oder besser gleich raus aus der EU werfen oder ganz aus Europa („Europa sind alle Staaten Europas, außer Griechenland“). Aber das ist Wahnsinn.

Wahnsinn?

Das ist Spar-ta.

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Written by Quax

30. April 2010 um 18:05

Veröffentlicht in Politik, Wirtschaft

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