Misanthropenwald

Leck leck, blubb blubb, Öl Öl

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Milliarden und Abermilliarden Liter lustig-leckeren Wertvollöls suppen durch den Golf von Mexiko. Jeder, der schon mal einen Golf sauber gemacht hat, weiß einen Passat zu schätzen. Und mit diesem schlechten Gäg zu Beginn folgt nun: der Rest.

Alle Welt lacht über BP – und das völlig zurecht. Deren blöde Ölbohrinsel kippt um und schon gibt es keine Vögel mehr im Golf von Mexiko. Denn das böse Öl hat alles verklebt.

Um das Problem in den Griff zu kriegen, hatte BP drei Möglichkeiten. Diese drei Optionen möchte ich kurz darstellen. Sie lauten wie folgt:

  1. So tun, als sei nichts gewesen
  2. Alle Vögel erschießen
  3. Den Ölteppich anzünden

Option A (hier mit „1“ gekennzeichnet) fiel flach, dazu hatte die Wasserfarbe im Golf von natürlich-blau in einen tiefdunkelblauen bis schwarzen Grundton gewechselt, der von einigen grauen Sprenkeln gebrochen wird.

Alternative β (hier mit „2“ paraphrasiert) verursachte zu hohe Kosten, denn man hätte professionelle Robbenjäger aus Kanada anwerben müssen und diese von Keulen und Brettern mit Nägeln drinne auf Schießgewehre umschulen müssen. Die US-Regierung wollte nämlich die Nationalgarde nicht zur Vernichtung des Federviehs bereitstellen.

Möglichkeit c (hier durch „3“ symbolisiert) hätte ein hübsches Feuerchen im Golf verursacht, doch die Bürgermeister der Anrainersiedlungen warfen den Vorwand ein, dass eine dreiunddreißig Tage lang brennende Feuersäule die Nächte in einem Maße erhellen würde, dass der Schlafrhythmus der Bewohner Schaden hätte nehmen können. Die Möglichkeit scheiterte letztenendes daran, dass man befürchtete, dass sich die Flammen durch das Meer hindurch zum Meeresgrund und zur Quelle des Ölausbruchs bahnen und so die gesamten Ölvorräte des Planeten Erde verzehren. Und dabei so viel Wasser verdampfen, dass der Erdmeeresspiegel um 47,2 Meter sinkt.

Man entschied sich für Vorschlag 4, der hier nicht aufgeführt ist, weil er dämlich ist. Aber BP hat ihn trotzdem gemacht. Um das Gift im Golf zu bekämpfen, schüttete BP einfach noch mehr Gift hinein, aber anderes. Mit einer Chemikalie, die noch schädlicher ist als das schwarze Gold, sollte der Ölteppich zusammengerollt und weggeschafft werden. Gift mit Gift bekämpfen – so als würde man sich Typhus holen, wenn man schon Cholera hat, in der Hoffnung, dass sich die Viren gegenseitig verspeisen.

Die USA rüffelte BP für diesen Blödsinn und an den Aktienmärkten rotierten die Kurse. Die Mafia Rating-Agenturen rateten BP und stuften sie als „nicht-so-gut“ ein und Wettbüros fingen an, Wetten auf die Zerschlagung BPs anzunehmen. Doch so weit ist es bisher noch nicht gekommen. 

Da kommt es PR-mäßig für BP vielleicht ganz gut, dass im Roten Meer eine ägyptische Bohrinsel lecken soll. Da sollten wir uns schon mal überlegen, ob das Rote Meer nicht umbenannt werden sollte – und überhaupt, wann ist das mit dem Schwarzen Meer eigentlich passiert?

Überall knirschen und knacken die Bohrinseln und Öl blubbert fleißig an die Erdoberfläche durch das Wasser hindurch an die Wasseroberfläche. Bohrinseln werden verteufelt und dichtgemacht, so gut es geht. Und was macht Brasilien, dieses Belgien Südamerikas?

Ölbohrinseln bauen.

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Written by Quax

22. Juni 2010 um 20:50

Veröffentlicht in Wirtschaft

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3 Antworten

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  1. Unfassbar, dass nach dem Golf von Mexiko nun schon die zweite Umweltschweinerei von einer Bohrinsel ausgeht! http://nepidd.wordpress.com/2010/06/22/olteppich-vor-hurghada/#more-2393

    nepi

    22. Juni 2010 at 22:35

  2. Ehrlich gesagt: schwachsinniges Betteln um Pseudo-Klicks!
    sprich: der Schreiber hat keine Ahnung von Nix!

    vallartina

    23. Juni 2010 at 03:54

    • Und weißt du was: das stimmt!
      Ehrlich gesagt: das schwachsinnige Betteln funktioniert!

      Quax

      23. Juni 2010 at 13:01


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