Misanthropenwald

Archive for August 2010

Platz für Thilo Sarrazins Gehetze

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Entfällt. Holger Apfel hat ja auch keinen bekommen.

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Written by Achja

31. August 2010 at 22:27

Veröffentlicht in Allgemein

Deutsche Panzer rollen wieder!

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Zumindest, wenn es nach dem Willen des Bauernverbandes von Rheinland-Pfalz geht. Denn in der Pfalz geht ein Gespenst um. Das Gespenst der Wildsau.

Rheinland-Pfalz, dieses unsympathische Drecksloch im Westen unserer ansonsten (mit Abstrichen) schönen Republik, hat ein Problem mit Tieren. Zwar nicht so ein großes wie die Bayern, die alles Lebendige abschießen und kochen, aber ein zahlreiches.

Milliarden und abermilliarden von Wildschweinen ziehen durch die Pfalz und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. Äcker und Felder leiden unter den größten Zerstörungen seit dem Dreißigjährigen Krieg. Die Landwirte ebenso – die Keilerhorden bedrohen ihre Existenz, ihr Lebenswerk.

Die Jäger aus Kurpfalz sind dem Ansturm der Wildsäue nicht mehr gewachsen; sie flüchten vor den Schweinen und suchen ihre Wahrheit lieber in dem Essig, den die Pfälzer „Wein“ nennen. 

Und weil sich die Pfalzlandwirte auf ihre Saufbrüder mit Knallbüchsen nicht mehr verlassen können, wollen sie schwere Geschütze auffahren, bzw. auffahren lassen: Die Bundeswehr soll’s richten.

Mit schwerer Artillerie, Jagdpanzern und Flächenbombardements soll die Truppe der Schweinepest Herr werden. Front- gegen Wildschweine. Der alte Kampf, Mann gegen Sau. Menschheit gegen Natur, Feuerfunzel gegen Keilerhorn. Mit der Feldkanone wird auf das Wild geballert, damit die Gulaschkanone aufmunitioniert werden kann.

Der Verteidigungsfall liegt vor, denn hinterhältige Guerillaschweine bedrohen die Weinversorgung, den Nahrungsnachschub der Bundesrepublik. Es herrscht allgemeine Mobilmachung, die Marine nimmt Kurs auf die Mosel. Der Oberbefehl der Streitkräfte obliegt nun der Bundeskanzlerin. Unsere Gedanken sollten bei unseren Soldaten sein.

Gott schütze unsere tapferen Truppen!

(Quelle)

Written by Quax

29. August 2010 at 20:23

Veröffentlicht in Mischwald

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Wir holen uns den Größenwahn

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In letzter Zeit steigt’s den Bürgermeistern ziemlich über den Kopf, wenn es um die Präsentation der eigenen Stadt geht. Statt dass man seinem Örtchen den lieben, verschlafenen Charme lässt, wird es mit kostspieligen Bauprojekten überzogen, denn die eigene Stadt soll ja was besonderes sein und zwischen anderen Städten hervorstechen. Und wisst ihr was? Es funktioniert!

Nicht nur kleine Städtchen sind besoffen von Gigantomanie, das zeigt im Moment Stuttgart mit dem verhassten Projekt „Stuttgart 21“. Der denkmalgeschützte Bahnhof soll abgerissen werden, damit die ganzen Gleise und Bahnsteige unter die Erde gelegt werden können. An der Oberfläche gibt’s dann – soweit ich das mitbekommen habe – Glaskuppeln, durch die man auf die Gleise schauen kann. Warum macht Stuttgart das? Weil’s geil aussieht und mörderviel Kohle kostet. Nämlich so ca. vier Milliarden ungefähr. Überraschenderweise ist das Projekt bei den Stuttgartern unglaublich unbeliebt; sie wollen ihren alten Bahnhof behalten, demonstrieren und haben das Dach des Bahnhofs besetzt, das im Begriff war, abgewrackt zu werden. Die Bürgermeisteria wehrt sich gegen den Abbruch des Abbruchs, denn das würde ca. 400 Millionen kosten (weshalb auch immer). „Des isch eine gudde Inveschdidsion für de Tzuggunft Schduddgadds“, sagen die Bahnhofsbefürworter. „Des Bahnhöfle isch mei Lieblingsblads g’wäse“, sagen die 21-Gegner. Schwaben eben. Leider wird die Stuttgart-21-Hasser wohl bald die Luft ausgehen, auch wenn ich es nicht hoffe. Solidarische Grüßles ins Ländle, wo man außer Hochdeutsch alles kann und jeden Quatsch mitmacht.

Nicht nur die im Süden haben einen Schatten, auch die Fischköppe, Algenknutscher und Muschelschubser (damit ist mein Repertoire auch schon erschöpft) in Hamburg haben nicht mehr alle Würmer im Watt. Nachdem man beschlossen hat, den neuen Stadtteil Hafencity (heißt wirklich so, ohne Spaß!) mit seelenlosen Glauswürfeln zuzustellen, nahm man das nächste Blödsinnsprojekt in Angriff. Denn ein neues Wahrzeichen musste her, weil Speicherstadt, Michel und Reeperbahn nicht ausreichen. Also beschloss der Senat den Bau der Elbphilharmonie. Kosten sollte der Spaß ursprünglich so um die 100 Millionen, inzwischen kostet das, was bisher steht (und das ist noch nicht viel) so um die 500 Millionen. Ende offen, vielleicht knackt man ja die Milliardenmarke. Hamburg hat’s ja.

Nicht nur Hamburg leistet sich ein Millionengrab, sondern auch die kleine, ehemalige Hauptstadt Bonn, heute Bundesstadt. Was braucht diese sympathische, verschlafene Universitätsstadt in der rheinischen Provinz so ganzganz unbedingt? Ein Konferenzzentrum von internationalem Rang natürlich! Denn wenn ich, als internationale Organisation, eine Konferenz abhalten will, dann denke ich nicht an Berlin, München oder Frankfurt, neinein, natürlich nicht, ich denke sofort an Bonn! Und dann ärgere ich mich, dass es kein geeignetes Gebäude in Bonn gibt. Sowas aber auch! Also ließ sich Bonn beraten und wollte sich so ein Konferenzzentrum bauen, selbstverständlich mit einem Namen von internationalem Rang: World Conference Center. Ouh yeah. Der Bau wurde von Koreanern organisiert, die Stadt setzte einen Aufsichtsrat zur Überwachung des Baus ein. Dieser Rat bestand aus Leuten, die von solchen Dingen absolut Ahnung hatten, Leuten, denen ich persönlich auch jedes andere Bauprojekt anvertrauen würde. Leuten, wie einem pensionierten Personalchef und der Weinkönigin von Porz. An dieser Stelle wünschte ich mir, dass ich mir das ausgedacht hätt‘, aber leider ist das die bittere, traurige, grausame Realität. Die Koreaner, clever wie sie sind, erkannten das Dumpfbackenpotential der Traumtänzerstadt Bonn und strichen Millionen ein, um sich später abzusetzen. Das war äußerst peinlich für die Stadt, sodass man den Vorfall am liebsten unter den Tisch hätte fallen gelassen, doch dank einer Lokalzeitung kam alles ans Licht. Es folgten: peinliche Fragen, Razzien, Ermittlungen. Das Gelände des Dabbljuh Sí Sí liegt vorerst brach.

Nicht nur in größeren Städten liegt der Verstand brach, auch kleine Käffer wollen unbedingt was besonderes werden. Dazu bedienen sie sich übergroßen Veranstaltungskomplexen, die sich kaum oder schlimmstenfalls nie rentieren, aufgeblähten Einkaufszentren, die die Innenstädte veröden lassen und Messekomplexen. Messen! Kein Mensch braucht noch mehr Messen. Überhaupt, dieses Land braucht nur vier Messen, nämlich die in Frankfurt, Leipzig, Nürnberg und Köln. Kein Mensch brauch ein Messezentrum in Itzehoe. Kein Mensch braucht Itzehoe!

Drum sollte man aufpassen wie ein Falke, wenn’s um größenwahnsinnige Bauvorhaben in seiner Stadt geht. Wehrt euch gegen sie! Wehrt euch gegen die unsinnigen Brücken, die euch Weltkulturerbetitel kosten, und gegen Konferenzzentrenausbauten, die Neckarufer verbauen! Dresden und Heidelberg, der Kampf ist noch nicht vorüber!

Written by Quax

26. August 2010 at 18:19

SPIEGEL: Deutsche sind Idioten

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Das Boulevardmagazin SPIEGEL hatte im Juni eine Umfrage durchgeführt und nach der moralischen Instanz in Deutschland gefragt. Das Ergebnis spricht nicht für die Befragten oder die Deutschen insgesamt.

Denn das Ergebnis ist ziemlich desaströs:

Hans Magnus Enzensberger? Jürgen Habermas? Geht’s noch? Immerhin, die beiden sind völlig zurecht abgeschlagen. Aber je höher man kommt, desto schlimmer wird’s. Claus Kleber, Schröder(!), Lafontaine. Ein Nachrichtenvorleser, ein unsozialer Sozi und ein Kommunist. Kerkeling, Fischer, Raab, Beckenbauer – wussten die Befragten überhaupt, wonach gefragt war?

Besonders furchtbar: 37 Prozent waren beknackt genug, Christian Wulff [sic!] als moralische Instanz [sic! sic!, verdammt!] zu sehen. Verfluchte Scheiße, so ein rückgratloser Wurm, der schneller umknickt als ein Hälmchen im Wind hat doch keine Moral und schon gar keine, die vorbildlich wäre, es sei denn, es ist inzwischen moralisch genug, Wirtschaftsbossen nach dem Maul zu reden.

Käßmann, Jauch, der Papst. Der Papst! Moral hält also besonders gut, wenn sie doppelt ist, ja? Was muss die von ihm beherrschte Kirche denn noch alles tun, damit auch der letzte Hinterwälder kapiert, wie weit es mit der Moral bei denen her ist?

Guttenberg, Merkel, von der Leyen, eigentlich fehlen noch Brüderle und Westerwelle in der Reihe der Nichtse. Stellvertretend dafür ist ja Köhler da, die moralische Instanz, die beleidigt den Dienst quittierte, als man sie dafür kritisierte, die Bundeswehr für Wirtschaftskriege einsetzen zu wollen. Was jene gar nicht könnte, ist ja nicht die Wehrmacht.

Und der größte Knaller zum Schluss: gut dreiviertel der im übrigen Hirnlosen und/oder -toten haben Helmut Schmidt erwählt. Hel-mut Schm-idt. Ein 90 Jahre alter Hamburger Kettenraucher sei also die höchste moralische Instanz. Am Alsch!, wie der Chinese sagen würde, was soll denn das! Wie vergesslich ist dieses dumme Volk denn, dieser miserable Kanzler, der nur von der jetzigen Regierung untertroffen wird! Ein Land, dass ehemalige Wehrmachtsoffiziere als moralische Autoritäten ansieht, muss einfach untergehen, der Menschheit zuliebe. Wie leicht sich Mancher von rhetorischer Brillanz blenden lässt.

Vermutlich wurde nicht gefragt, wer die moralischste Leuchte im Lande sei, sondern auf wen man am allerwenigsten hören sollte und wer die größte Quatschbirne der Republik sei.

Andererseits, dann wäre Beckmann ja erschreckend weit vorne.

Written by Quax

24. August 2010 at 21:25

Veröffentlicht in Polemik

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Ja. Von mir auch. Nachträglich.

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Es mag der Eindruck entstehen, ich kümmerte mich um unseren geliebten Geburtstags-Misanthropenwald nur stiefväterlich. Das täuscht, arbeite ich doch schon lange im Verborgenen (z.Zt. in einem Studentenwohnheim in Hamburg) am nächsten großen Ding. Und das wird die Blogosphäre ein weiteres Mal in den Grundfesten erschüttern.

Okay, ich zünde den Knaller: Den Misanthropenwald wird es nach unseren Plänen schon bald auch auf die Ohren geben. Jawohl, ihr habt richtig gehört gelesen: Auf die Ohren! Zum Hören! Als Podcast!

Was das soll? Gute Frage. Gute Antwort: Wir gehen mit der Zeit. Wir nutzen die Möglichkeiten des Web 2.0 und werden multimedial. Gleichzeitig orientieren wir uns an der naturgegebenen Ordnung: Erst (quasi-)gedruckte Buchstaben, dann Fotografien und nun also Stimmen, die wie von Geisterhand aus euren Rechenmaschinen in eure Ohren dringen, euren Gehörgang unaufhaltsam entlangfließen und schließlich wie Wellen purer akustischer Schönheit über eure grauen Zellen hereinbrechen werden.

Sollte ich meinen Mitblogger mit diesem forschen Schritt an die Öffentlichkeit übertöpelt haben, so sei ihm mit Erich Kästner – der mir gestern noch persönlich zum Geburstag des Misanthropenwaldes gratulierte – gesagt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Und daher nun dieser erste Schritt in eine neue – ja, ich übertreibe nicht, meine Damen und Herren – Zeitrechnung.

So. Hier sollte jetzt eine Audiodatei sein. Aber WordPress will dafür Geld! GELD!

Das ist ja nicht zu fassen! Mein ganzes Konzept scheint gescheitert.

Doch so schnell gebe nicht auf. Wer kennt einen guten Webhoster für Audiofiles?

Nicht Rapidshare.

Written by Achja

22. August 2010 at 17:29

Herzlichen Glückwunsch, Misanthropenwald!

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Heute vor dreihundertfünfundsechzig Tagen (es sei denn, wir hatten Schaltjahr) erblickte auf diesem Blog hier der erste Beitrag das Licht der Welt. Das schreit geradezu nach einem Geburtstagseintrag!

2009, es ist mir, als wär’s gestern gewesen, da saßen der schreibwütige Achja und meine Erhabenheit zusammen und waren beseelt von irre riesiger Langeweile. Zu dieser Zeit bloggten wir beide schon – getrennt voneinander – auf obskuren Privatblogs bei noch obskureren Bloganbietern. Unser Metier hatten wir beide schon fest im Griff, doch statt die Politgrößen der Republik mit Konsequenz und unendlicher Ausdauer zu beleidigen, nahmen wir zu dieser Zeit noch mit kleineren, weniger bedeutsamen Zielen vorlieb.

Doch schon bald genügte das nicht mehr!

Also sprach der Achja zum Quax: „Der Absinth ist leer Wir schreiben beide gleich schlecht über die gleichen Themen, wir sollten gemeinsam einen Blog betreiben.“ – „In der Tat, welch famose Idee!“, exclamierte ich erfreut zurück. Und alsbald machten wir uns auf die Suche nach einem Bloganbieter, der Blogs kostengünstig (d.h. völlig für umme) anbietet. Nach langer, bestimmt zwanzigminütiger Suche erwählten wir WordPress aus über zwei möglichen Kandidaten aus.

Darauf folgte die Suche nach einem geeigneten Namen. „Er muss sehr gut sein!“, bläute mir Achja ein. Und er sollte etwas mit dem zu tun haben, was später einmal drinstehen sollte, in diesem Blog. Die Idee, einen Watchblog zu kreieren, wurde abgelehnt, das hätte nämlich viel Arbeit und Regelmäßigkeit gefordert. Einvernehmlich sollte der ganze Blog dann das werden, was er letztendlich geworden ist und dafür brauchten wir einen ebenso griffigen, wie leicht merkbaren und ziemlich bananigen, aber nicht zu peinlichen Namen. Gesucht wurde ein Wortspiel mit ‚Blog‘. Das offensichtliche ‚Bloghaus‘ war leider schon bezogen, ebenso wie die ‚Schreibblogade‘, die über uns kam.

Meine Vorschläge, wie ‚Vollmilchschoblogade‘, wurden mit Vehemenz abgeschmettert; auf zunächst positive Resonanz traf der ‚Ermächtigungsblog – Blog zur Behebung der Not von Volk und Reich‘, wurde dann jedoch als politisch eher heikel eingestuft und verworfen. Auch solche Perlen wie ‚Ritter des Lichts‘ kamen nicht in eine engere Auswahl, die es ohnehin niemals gab. Also war es an mir, einen Namen zu finden, der so schön und rein und so wortspiel ward, dass die Engelein auf dem Olymp vor Brechreiz heulen müssten:

„Was hälst du von… Misanthropenwald?“

„Sind wir denn Misanthropen? Also, schreiben wir denn dann so?“

„Scheißt der Bär im Wald?“

Gut, dieser Dialog hat so nie stattgefunden, aber fast so ähnlich und nur das zählt! Mit dem Namen wurde also der Blog kreiert und ein Design gefunden. Die Anordnung der einzelnen Bereiche und die Tagwolke waren erstmal provisorisch angelegt, später könne man das ja alles immer noch ändern. Dieses ’später‘ ist bisher noch nicht eingetroffen. Ähnlich verhielt es sich mit einem Untertitel; der wesentlich später entstandene Vorschlag ‚Agent Orange für dein Gehirn‘ fand bisher keine Berücksichtigung.

Dann stand das Rohgerüst des Misanthropenwald. Quasi die Setzlinge im Blumenkasten, um in der Metaphorik zu bleiben. Keiner traute sich, am Design herumzufriemeln oder irgendwas zu verändern, in der Angst, es könnte dem anderen ja nicht gefallen.

Ebenso zog sich der erste Eintrag hin. Am 21. August 2009 war es dann so weit: Der erste Eintrag, von mir stammend, mit dem Titel „Zwanzig Jahre Witwe“ erblickte das Licht der Welt.  Und obwohl der August nur noch zehn Tage lang war, ergaben sich vier Einträge in dieser Zeit.

Inzwischen sind es über siebzig Einträge. Und ganzganz vielleicht gibt es ja zum hundertsten Eintrag hier ein kleines Präsent in Form von irgendwas besonderem (nein, kein Eintrag von Achja, sondern was richtig tolles!), denn für den heutigen Tag haben wir es eigentlich verpennt, was auf die Beine zu stellen, woran die räumliche Distanz Schuld trägt, nicht etwa unsere etwaige Faulheit und/oder totale Lethargie. Oder sowas wie Arbeit oder so’n Kram. 

Vermutlich spreche ich auch im Namen von Achja, wenn ich mich ganz halbherzlich bei all den treuen Lesern bedanke (ihr seid spitze, ihr zwei!), bei all den Kommentaren, derer da sind 65 – und es wären mehr, wenn der ganze Glücksspielspam nicht rausgefiltert werden würde -, und bei allen Leuten, die diesen Blog durch Suchanfragen wie ‚Ballack Penisbruch‘ oder ‚Kim Jong-Il Porno‘ und andere, ziemlich beängstigende Anfragen gefunden haben, bedanke. Außerdem bedanke ich mich bei SPON einfach nur für die bloße Existenz und bei alle den Hirnis, derentwegen ich gelegentlich voller Hass die Wände hochgehe.

Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass das Internet ohne den Misanthropenwald wesentlich leerer wäre. Die Blogwelt wurde um viele schöne Sachen erweitert – dank mir uns! 

Written by Quax

21. August 2010 at 21:45

Maulkorbzwang für Hundespräsident Christian Wuff, bitte!

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Danke, Linkspartei, dass ihr aktiv mitgeholfen habt, diesen Schaumschläger und Nichtsnutz zu unserem Präsidenten zu machen. Das wird jetzt noch fünf lange, lange Jahre so mit dem Algenknutscher weitergehen. Danke nochmal.

Dass der gute Katholik Christian inzwischen seine Mission gefunden hat, kann man auf SPON lesen. Diese hat nichts mit seiner offenkundigen Bestechlichkeit zu tun – der werte Herr Bundespräsident urlaubt auf Malle und Staatskosten, halt nein, er habe einen „angemessenen Preis“ für sein Kämmerlein im Prunkpalast bezahlt. Fragt sich nur: angemessen für ihn oder wirklich angemessen, aber das spielt letztendlich ja auch überhaupt keine Rolle, denn der feine Herr hat sein Lebtag ja nur Steuergeld eingestrichen, erst als MiniPrä von Fischkoppland, dann jetzt als BuPrä. Das bedeutet, egal wie man’s dreht und wendet, Christian verwirtschaftet Volksvermögen in Spanien, es sei denn, er wurde von der Wirtschaft so ordentlich vom Scheitel bis zur Sohle geschmiert, was auch nicht allzu überraschend wäre, schließlich kauft der Gauner auch mal ganz gerne Flugtickets für die Schweineklasse, um dann trotzdem Business-Class zu fliegen. Zurückbezahlen tut er nur, wenn er erwischt wird, da will niemand wissen, wie oft der Schlingel das schon vorher so gehandhabt hat.

Zurück zu Wulffs Auftrag. Christian Guckindieluft hat eine furchtbare Erkenntnis gehabt:

Heute begleitet auch die Politiker viel Häme, viel Spott und viel Misstrauen – mehr als früher, und das kann so nicht bleiben

Häme, Spott und Misstrauen ggü. Politikern, wer macht denn sowas? Wir auf dem Misanthropenwald würden so etwas niemals tun, damit stehen wir mit Wulffs guten Namen. Hat der Traumtänzer denn in Hannover unter einem Stein gelebt, dass ihm das erst jetzt auffällt, dass mit Staatsfunktionären umgegangen wird, so wie sie’s verdienen?

Vielleicht ja, vielleicht auch nicht, vielleicht ist seine Aufmerksamkeitsspanne auch nur geradezu bedauernswert kurz. Geschockt und empört von diesem Zustand, der ihn als König von Niedersachsen noch gepflegt am spottbegleitetem Arsche vorbeizugehen schien, hat er sich nun die Annäherung zwischen den Politikern und den Bürgerinnen und Bürgern zur Aufgabe gemacht und offenbar hat sich der Deichbohrer dabei verschätzt:

Am meisten fällt mir auf, dass die Aufgabe noch viel größer ist, als ich befürchtete […]. Da ist wirklich viel zu tun, um die Gräben zu schließen, die es da gibt.

Stimmt und so ein unparteiischer Präsident wie du ist auch bestens dafür geeignet, denn Schuld sind natürlich nicht die Hämebegleiteten Duisburger Bürgermeister, die an ihren Stühlen kleben oder die verrückten Hetzer wie Koch, die dem Ruf des Geldes in die Wirtschaft folgen oder die Steinmeiers, die Rente mit 67, Hartz-IV und den ganzen Unfung tatsächlich als „sozial gerecht“ verunglimpfen oder machtgeile Marionetten, die sich als williges Werkzeug ins oberste Staatsamt hieven lassen, damit rücksichtslose Gernegroßkanzler ihre eigene Gesetzesunterschriftenmaschine besitzen. Nein, Schuld sind die doofen Bürger, das Blödvolk und das Stimmvieh, dieses ganze undankbare Geschmeiß eben, das dem Streichkonzert der Arschgeigen nicht artig applaudiert und sich die Gierschlünder partout nicht zum Vorbild nehmen will, die sich in den Zeiten der größten Wirtschaftskrise seit anno ’29 ihre eigenen Diäten erhöhten und sich wunderten, warum das auf negatives Echo jener stieß, denen man gerade den Geldsauger in die Brieftasche hakte.

Wir sollten aufhören, sagt Christian, Menschen, die politischer Ämter übernehmen wollen, als Karrieristen, die sie ja nunmal sind, zu verhöhnen.

Für dieses unser Land haben wir die Verantwortung; wir haben kein anderes Land, es ist unser Land, aus dem müssen wir gemeinsam etwas machen.

Was ist denn das für ein widerwärtiger Allgemeinplatz, „wir haben kein anderes Land“, aber wir hatten mal ein anderes Land, das man als Testgebiet hätte benutzen können und das wurde 1990 abgeschafft. Und überhaupt, wer ist denn mit „wir“ gemeint ist. „Wir“, das Volk oder „wir“, die Politiker? Vermutlich meint Christian letzteres, wenn Treffen der elitären Kaste mit dem Pöbel schon von SPON extra hervorgehoben werden müssen:

Die Gelegenheit, um mehr Verständnis zu werben, hat Wulff am Freitagabend. Dann nimmt er mit rund 1500 Bürgern aus ganz Deutschland vor dem Brandenburger Tor in Berlin an der dritten „Tafel der Demokratie“ teil.

Seine Durchlaucht begibt sich hinab und speist mit den Plebejern, welch Ehre.
Bei solchen Dingen, bei solchen Aussagen und so viel himmelschreiendem Blödsinn frage ich mich manchmal, was Christian Klar im Moment eigentlich so macht.

Das doppelt-gezwungene Wortspiel in der Überschrift bitte ich übrigens zu entschuldigen.

Written by Quax

20. August 2010 at 17:23

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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