Misanthropenwald

Herzlichen Glückwunsch, Misanthropenwald!

with one comment

Heute vor dreihundertfünfundsechzig Tagen (es sei denn, wir hatten Schaltjahr) erblickte auf diesem Blog hier der erste Beitrag das Licht der Welt. Das schreit geradezu nach einem Geburtstagseintrag!

2009, es ist mir, als wär’s gestern gewesen, da saßen der schreibwütige Achja und meine Erhabenheit zusammen und waren beseelt von irre riesiger Langeweile. Zu dieser Zeit bloggten wir beide schon – getrennt voneinander – auf obskuren Privatblogs bei noch obskureren Bloganbietern. Unser Metier hatten wir beide schon fest im Griff, doch statt die Politgrößen der Republik mit Konsequenz und unendlicher Ausdauer zu beleidigen, nahmen wir zu dieser Zeit noch mit kleineren, weniger bedeutsamen Zielen vorlieb.

Doch schon bald genügte das nicht mehr!

Also sprach der Achja zum Quax: „Der Absinth ist leer Wir schreiben beide gleich schlecht über die gleichen Themen, wir sollten gemeinsam einen Blog betreiben.“ – „In der Tat, welch famose Idee!“, exclamierte ich erfreut zurück. Und alsbald machten wir uns auf die Suche nach einem Bloganbieter, der Blogs kostengünstig (d.h. völlig für umme) anbietet. Nach langer, bestimmt zwanzigminütiger Suche erwählten wir WordPress aus über zwei möglichen Kandidaten aus.

Darauf folgte die Suche nach einem geeigneten Namen. „Er muss sehr gut sein!“, bläute mir Achja ein. Und er sollte etwas mit dem zu tun haben, was später einmal drinstehen sollte, in diesem Blog. Die Idee, einen Watchblog zu kreieren, wurde abgelehnt, das hätte nämlich viel Arbeit und Regelmäßigkeit gefordert. Einvernehmlich sollte der ganze Blog dann das werden, was er letztendlich geworden ist und dafür brauchten wir einen ebenso griffigen, wie leicht merkbaren und ziemlich bananigen, aber nicht zu peinlichen Namen. Gesucht wurde ein Wortspiel mit ‚Blog‘. Das offensichtliche ‚Bloghaus‘ war leider schon bezogen, ebenso wie die ‚Schreibblogade‘, die über uns kam.

Meine Vorschläge, wie ‚Vollmilchschoblogade‘, wurden mit Vehemenz abgeschmettert; auf zunächst positive Resonanz traf der ‚Ermächtigungsblog – Blog zur Behebung der Not von Volk und Reich‘, wurde dann jedoch als politisch eher heikel eingestuft und verworfen. Auch solche Perlen wie ‚Ritter des Lichts‘ kamen nicht in eine engere Auswahl, die es ohnehin niemals gab. Also war es an mir, einen Namen zu finden, der so schön und rein und so wortspiel ward, dass die Engelein auf dem Olymp vor Brechreiz heulen müssten:

„Was hälst du von… Misanthropenwald?“

„Sind wir denn Misanthropen? Also, schreiben wir denn dann so?“

„Scheißt der Bär im Wald?“

Gut, dieser Dialog hat so nie stattgefunden, aber fast so ähnlich und nur das zählt! Mit dem Namen wurde also der Blog kreiert und ein Design gefunden. Die Anordnung der einzelnen Bereiche und die Tagwolke waren erstmal provisorisch angelegt, später könne man das ja alles immer noch ändern. Dieses ’später‘ ist bisher noch nicht eingetroffen. Ähnlich verhielt es sich mit einem Untertitel; der wesentlich später entstandene Vorschlag ‚Agent Orange für dein Gehirn‘ fand bisher keine Berücksichtigung.

Dann stand das Rohgerüst des Misanthropenwald. Quasi die Setzlinge im Blumenkasten, um in der Metaphorik zu bleiben. Keiner traute sich, am Design herumzufriemeln oder irgendwas zu verändern, in der Angst, es könnte dem anderen ja nicht gefallen.

Ebenso zog sich der erste Eintrag hin. Am 21. August 2009 war es dann so weit: Der erste Eintrag, von mir stammend, mit dem Titel „Zwanzig Jahre Witwe“ erblickte das Licht der Welt.  Und obwohl der August nur noch zehn Tage lang war, ergaben sich vier Einträge in dieser Zeit.

Inzwischen sind es über siebzig Einträge. Und ganzganz vielleicht gibt es ja zum hundertsten Eintrag hier ein kleines Präsent in Form von irgendwas besonderem (nein, kein Eintrag von Achja, sondern was richtig tolles!), denn für den heutigen Tag haben wir es eigentlich verpennt, was auf die Beine zu stellen, woran die räumliche Distanz Schuld trägt, nicht etwa unsere etwaige Faulheit und/oder totale Lethargie. Oder sowas wie Arbeit oder so’n Kram. 

Vermutlich spreche ich auch im Namen von Achja, wenn ich mich ganz halbherzlich bei all den treuen Lesern bedanke (ihr seid spitze, ihr zwei!), bei all den Kommentaren, derer da sind 65 – und es wären mehr, wenn der ganze Glücksspielspam nicht rausgefiltert werden würde -, und bei allen Leuten, die diesen Blog durch Suchanfragen wie ‚Ballack Penisbruch‘ oder ‚Kim Jong-Il Porno‘ und andere, ziemlich beängstigende Anfragen gefunden haben, bedanke. Außerdem bedanke ich mich bei SPON einfach nur für die bloße Existenz und bei alle den Hirnis, derentwegen ich gelegentlich voller Hass die Wände hochgehe.

Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass das Internet ohne den Misanthropenwald wesentlich leerer wäre. Die Blogwelt wurde um viele schöne Sachen erweitert – dank mir uns! 

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Written by Quax

21. August 2010 um 21:45

Eine Antwort

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  1. noart

    21. August 2010 at 23:54


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