Misanthropenwald

Archive for September 2010

Mehr ist weniger

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Ziemlich Hartz-IV-lastig im Moment. Also, der Misanthropenwald. Dabei ist keiner aus dem Autorenkollektiv (bisher) davon betroffen. Darf man sich eigentlich schon Kollektiv nennen, wenn man nur zu zweit ist? Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich sind wir eher ein Duett. Oder ein Duell, denn jeder Blog ist ein Schlachtfeld.

Aber genug der kriegerischen Äußerungen, Schlachtfelder hatten wir in Mitteleuropa schon genug! Deswegen gibt es die OECD, die den Frieden und die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ebenjener überwacht. Die OECD ist im Grunde eine internationalisierte FDP; das hört sich schlimm an, ist es aber in Wahrheit gar nicht mal so.

Die OECD hat nämlich bemerkt, dass das Armutsrisiko in Deutschland besonders furchterregend hoch sei. Soweit nichts, was man nicht schon wüsste. Doch die Begründung dafür ist schon erstaunlich, denn dieses Risiko wird nicht durch zu niedrige, sondern durch zu hohe Sozialausgaben hervorgerufen. Anders ausgedrückt: Wenn ich jemandem mehr Geld gebe, dann ist er ärmer, als wenn ich ihm weniger Geld gebe. Das hat schon etwas philosophisches, wenn’s nicht so unglaublicher Unfug wäre.

In die Hartz-Debatte schaltet sich nun auch DGB-Chef Michael Sommer ein, also jemand, der niemals von Armut betroffen sein wird. Er kündigt einen heißen Herbst an, denn es sei unerträglich, dass man sich in der Hartzfrage einem „Populismus à la Sarrazin“ bediene. Äh, was? Soweit ich das mitbekommen habe, hat Sarrazin sich nie zu Hartz-IV-Opfern geäußert, es sei denn, sie waren muselmanisch oder genetisch blöd.

Der latent blöde Gewerkschaftsführer fordert mehr Geld für alle statt noch weniger (auch wenn er damit die Armut beschleunigt!!!), Genussmittel sollten wieder mit einbezogen werden. Ein Leben ohne Alk ist nämlich kein lebenswertes.

Man muss doch schauen: Unter welchen Bedingungen wird in Deutschland gelebt? Dazu gehören im Zweifelsfalle auch Genussmittel wie Zigaretten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Schwarz-Gelb das nicht berücksichtigt

Dass die sympathische Weinnase Sommer sowas nicht nachvollziehen kann, nunja. In Deutschland wird auch unter der Bedingung gelebt, Menschen wie Sommer und Aussagen der OECD ertragen zu müssen. Ich hoffe, dafür gibt’s auch Aufschlag.

(Quelle)
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Written by Quax

28. September 2010 at 11:21

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Gerechtigkeit im O-Ton

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Ganz schön viel Prügel muss die Koalition da für ihre Megaerhöhung der Hartz-IV-Sätze einstecken. So kann das aber nicht weitergehen, sagten sich die Betroffenen und rechtfertigen das üppige Geschenk an den arbeitslosen Pöbel.

Wenn man einmal annimmt, dass da in Berlin nicht nur volltrunkene Gestörte herumgeistern, sondern dass das im Grunde rational und denkende Menschen sind, die Wissen, was für eine Urscheiße das mit der Erhöhung um die paar Groschen eigentlich ist. Dann ist es ja doch ziemlich lustig, mit was für beknackten Argumenten man versucht, die Erhöhung zu rechtfertigen. Dazu sagt beispielsweise Arbeitsministerin Ursula von der Leyen:

Nach den Berechnungen des statistischen Bundesamts gibt es eine leichte Erhöhung bei den Regelsätzen für Erwachsene um fünf Euro auf dreihundertvierundsechzig Euro. Dabei sind die Ausgaben für Tabak und Alkohol nicht berücksichtigt, weil dies Genussmittel sind, die nicht existenzsichernd sind.

Ach Ursel, gerade du als CDU-Mitglied müsstest doch wissen, dass in der Union nichts existenzsichernder ist als Schnaps und Kippen. Was passiert, wenn man von beidem zu wenig intus hat, das zeigt die Kanzlerin (Merkel):

Wir glauben, dass wir hier eine Lösung gefunden haben, die sachgerecht ist, die aber auch ausdrückt, dass unser Hauptpt… unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, die ähm, Hartz-IV-Dauer, die ein Mensch ähm, Arbeitslosengeld II bezieht, diese Dauer so kurz wie möglich zu halten und Menschen möglichst schnell wieder in das Arbeitsleben hineinzubringen.

Klar, totsaufen klappt ja nicht mehr, einen Strick kann man sich nicht mehr leisten, bleibt nur noch Arbeit übrig. Sachgerechte Lösung, die Merkels Hauptaugenmerk auf die Dauerverkürzung  ausrichtet. Was soll das, wollen die mit den pfümpf Euros mehr im Monat ihren guten Willen bekunden, mal was gegen Arbeitslosigkeit zu tun?

Fehlt natürlich noch ein bissiger Seitenhieb von Deutschlands ehemals führender Arbeiterpartei, Sigmar Gabriel bitte:

Wir Sozialdemokraten sagen, wir woll’n das Verfassungsgericht ernst nehmen. Wir werden weder das Existenzminimum nach Kassenlage bestimmen, noch nach der Gefühlslage von Herrn Westerwelle. Und wir woll’n auch nich‘ über Schnaps und Zigaretten diskutieren, liebe Genossinnen und Genossen! Und darüber, dass ’ne Mutter auch mal ‚en zweites Paar Schuhe für ihre Kinder kaufen kann, das ist die Debatte, über die wir in Deutschland reden woll’n!

Immer nur wollen wollen wollen; das heißt ich möchte! Im übrigen, das Existenzminimum wurde damals, bei der Einführung von Hartz-IV, wonach bestimmt? Ach, richtig, nach Kassenlage! Und welche Partei hat Hartz-IV und die ganzen Späße damals eingeführt, Gabriel? Hm, na? Irgendeine Idee?

Nebenbei, „Schuhe statt Schnaps“ wär‘ ein super Slogan für die nächste Antialkoholkampagne der Bundesregierung.

Written by Quax

27. September 2010 at 11:06

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Großzügige Almosen

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Da wacht man morgens um zwölfe völlig unschuldig auf und informiert sich auf seinem Lieblingsnachrichteninternetportal SPIEGEL-ONLINE (SPON), nur um dann so erschreckt zu werden. In was für einem Saus und Braus Schwarz-Gelb die Arbeitslosen leben lässt, unfassbar!

Ja, die halbwegs demokratisch legitimierte Regierung der Bundesrepublik hat den Hartz-IV-Satz erhöht, was SPON sogleich durch eine Eilmeldung verkündet:

Fünf Euro! Da lässt der Hartz-IV-Empfänger doch gleich mal die Korken knallen. Vielleicht aber auch eher den Tetrapack, denn Wein in echten Flaschen wird er sich von dem großmütig gewährten Obulus kaum leisten können. Erinnern wir uns doch mal daran, warum der Hartz-IV-Satz überhaupt erhöht werden muss: Das Bundesverfassungsgericht spuckte dem Merkelregime im denkbar ungünstigen Zeitpunkt der schlimmsten Wirtschaftskrise des Universums ordentlich Salz in die Suppe, als es feststellte (das BVerG, wie es von Juristen und anderen Trotteln auch genannt wird, nicht Merkels Tanztheater), dass das Hartz-IV-Geld zum Leben zu wenig und zum Sterben eigentlich auch zu wenig ist. Also müssen die Sätze erhöht werden. Um skandalöse pfümpf Euronen! Woher soll das Geld genommen werden? Sollen etwa die armen Hotelbesitzer, dieser geschundene Berufsstand, der kurz vor Hungertuch stand und nur durch den heldenhaften Einsatz der altruistischen FDP durch Steuersenkungen gerettet werden konnte, sollen diese armen, abgehalfterten FDP-Spender nun etwa – Steuern zahlen? Wo kämen wir denn da hin?

Vielleicht ist es aber auch zu gemein, der Regierung Lobbyismus zu unterstellen. Auf der anderen Seite, direkt unter dem üppigen Hartz-IV-Geschenkartikel bei SPON findet sich folgende Nachricht:

Erneut [sic!]. Und da wundert man sich in der Bundeskanzlei, dass nach jüngsten Umfragen die Regierungsparteien nur noch auf insgesamt 34% kämen, wenn am Sonntag Wahl wär‘. Na, wenn die Pharmaindustrie jetzt blendende Umsätzte einfährt, könnte sie ja ein wenig davon Vater Staat und Mutti Merkel abgeben, damit die beiden Hand in Hand die abhartzenden Arbeitslosen durch den Winter bringen können.

Es ist erstaunlich, mit welch exakter Präzision das Lobbyduo Merkel/W-Welle genau das Gegenteil von dem tut, was Umfragen so zeigen. Erhöhung um fünfhundert Cent… Der dritte SPONsche Artikel zeigt, wie hoch das Volk die Erhöhung möchte:

Nämlich um null Euro. Kein Wunder, denn die „mehr als 50 Prozent“ sind glasklar jene, die noch Arbeit haben, während sich die Betroffenen ja nicht mal mehr einen Telefonanschluss leisten können, um an Umfragen überhaupt teilzunehmen. Diejenigen, die noch Steuern zahlen können, möchten ihr Geld natürlich lieber nicht verbrannt sehen, indem man jedem Arbeitslosen einen Schokoriegel extra schenkt. Eine Frage der Zeit ist es, bis die Regierung auf die Idee kommt, dass man Arbeitslose ja gleich in Sachwerten bezahlen könnte. So ließe sich der Nahrungsmittelverbrauch und die gesunde Ernährung der ebenso würde- wie arbeitslosen Menschlein perfekt kontrollieren, worduch unser Gesundheitssystem entlastet werden würde, sodass mehr Geld locker werden würde, für noch mehr halbsinnlose Erhöhungen irgendwelcher anderen Ausgaben um bestimmt bis zu sechs (!) Euro. Die BILD-Zeitung forderte schon so etwas in die Richtung, bzw. natürlich die Zeitung nicht selbst, sondern „die Politiker“. Denn man leitartikelte vor einigen Tagen:

Politiker fordern: Kein Hartz-IV für Tabak!

Komisch, ich dachte Hartz-IV sei für Arbeitslose (oink-oink, macht das Phrasenschwein), beziehungsweise nach dieser saftigen Erhebung um fünf Euro, ganz im Sinne des BVerG, ja im Grunde auch eher so für’n Arsch.

Written by Quax

26. September 2010 at 13:59

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Wachset und vermehret euch II

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Vor einiger Zeit, nämlich am 9. August um 19:07 Uhr, erschien auf diesem Blog ein Eintrag, der sich mit der JU-Oberfranken beschäftigt hat. Beziehungsweise mit der Vermehrung derselben.

Denn die JU hatte zur großen Singlebörse geladen, bei der Menschen in der Öffentlichkeit bloßgestellt feilgeboten wurden wie abgehängte Schweinehälften. Das Anliegen der JU scheint aufgegangen zu sein; denn der Link zur besten Singlebörse ist tot. Vielleicht fielen die Kurse aber auch einfach zu stark, hahaha!

Die Singlebörse ist tot, es lebe die demographische Entwicklung!, denn ich bin auf folgenden, hochzufrieden wirkenden Eintrag auf der Seite der JU-Oberfranken gestoßen:

10.08.2010 – Singlebörse erregt Aufmerksamkeit

Angesichts der vor- und aufgeführten Pappnasen da war Aufmerksamkeit auch das einzige, was erregt wurde, zwinkerzwinker.

In den letzten Tagen erregte unsere Singlebörse besonders bei Twitter und verschiedenen Blogs einige Aufmerksamkeit. Es freut uns, dass wir damit auch auf die gefährliche demographische Entwicklung in Oberfranken aufmerksam machen konnten.

Freut mich, euch zu erfreuen, JU. Aber das war nicht so ganz das, was ich beabsichtigt hatte. Im übrigen finde ich die Entwicklung Oberfrankens alles andere als „gefährlich“, sondern vielmehr „beruhigend“ und „erfreulich“, aber das ist womöglich Ansichtssache.

Zahlreiche Links und Tweets haben die letzten Tage einige Besucher auf unsere Seite gebracht.

Ebenso bei uns. Echt jetzt.

Dabei ist der Kern unserer Idee, auf die Entwicklung im ländlichen Raum und in vielen Teilen von Oberfranken aufmerksam zu machen, doch das ein oder andere mal angekommen. Dafür vielen Dank.

Keine Ursache, keine Ursache. Auch wenn mich das Gefühl beschleicht, dass der Misanthropenwald weder zum einen, noch zum anderen mal gehört. Aber so sind wir halt – Menschenliebhaber, die helfen, wo sie nur können. Dafür stehen wir mit unserem guten Namen.

Da wir nicht, wie in einigen Bloggs dargestellt, mit den großen Singlebörsen konkurrieren wollen, haben wir unsere Singlebörse sicherheitshalber vom Netz genommen bevor die Zugriffszahlen der Konkurrenz zurückgehen. :-)

Ein Doppelpunkt und ein Minus und eine geschlossene Klammer?! Ihr seid ja crazy people bei der JU! Und Selbstironie auch noch, wer hätte das von euch erwartet? Dass die Idee von vornerein für’n Arsch war, darauf ist bei euch keiner gekommen? Auch nicht hinterher? Höchstens so halb? Schade.

Written by Quax

26. September 2010 at 02:00

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Kartoffel des Grauens

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Allgemein bekannt ist es, dass grausame Menschen aus der Pfalz stammen. Menschenschinder und –hasser, allesamt. Diejenigen, die in die Pfalz ziehen, tun dies nur, um dort dahinzuvegetieren und diabolische Pläne zu schmieden. Aus der Pfalz kam noch nie etwas Gutes. Helmut Kohl kommt aus der Pfalz. These bestätigt.

Nur in der Pfalz gibt es eine ganze Firma, die Komplotte schmiedet, durch harmlos aussehende Passagierflugzeuge Chemikalien versprühen lässt und Wechselkurse sowie Regierungen manipuliert: BASF

BASF, das steht für Badische Anilin- und Sodafabrik. Was so harmlos nach Badensern und Limonade klingt, trachtet in Wahrheit nach der Weltherrschaft. Dazu nutzt die BASF den perfidesten Weg, der nur denkbar ist. Sie vergiften unsere Lebensmittel, um uns zu gefügigen, willigen Sklaven zu machen!

Die kühne Verschwörung trug den Decknamen „Amadea“ und beschränkte sich zunächst auf des Deutschen liebste Speise, die Kartoffel. In geheimen Labors züchteten morallose Wissenschaftler Todesknollen; Kartoffelgene kreuzten sie mit der DNA von Hitler. Aus harmlosen Kartoffeln wurden tödliche Vernichtungsmaschinen.

Unscheinbar sehen sie aus, die Massenvernichtungskartoffeln der BASF

Nachdem die Superkartoffeln die Testphase erfolgreich absolviert hatten, gab die finstere, ominös-unbekannte BASF-Führung grünes Licht zur Massenproduktion. Die nächste Phase von Operation Amadea sollte zunächst in Schweden stattfinden, einem größtenteils von Elchen besiedelten Teil Nordeuropas, wo die Frankensteinkartoffeln unbeobachtet angebaut werden konnten.

Doch die Produktion flog auf. Überraschenderweise fanden die sonst äußerst behäbigen, wenn nicht gar tumben Schweden heraus, dass etwas faul sei, im Staate Dänemark. Sie untersuchten einige der Kartoffelpflanzen die so ungewöhnlich aggressiv zu sein schienen und ihre Artgenossen fraßen. Dabei entdeckten die Schweden, dass man ihnen Terrorerdäpfel in die Beete gesetzt hatte.

Der Plan platzte, die BASF muss ihre Killerkartoffeln nun einstampfen und damit ist nicht Kartoffelbrei gemeint; nein. Die gesamte Ernte der lethalen Äädäppel muss vernichtet werden. Die BASF beteuert, es handele sich um eine Verwechlung der Sorten, dass die Attentäterkartoffeln unter Schwedens Erde gewandert sind.

Doch die BASF läge nicht in der Pfalz, wenn sie nicht schon neue Pläne für die Weltherrschaft ausklügeln würde. Aber freut euch nicht zu früh, Pfälzer! Wir beobachten euch!

Freut euch nicht zu früh…

Written by Quax

24. September 2010 at 23:05

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Neu ist älter als Alt

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Nachdem ich vorhin bei SPON einen Artikel über den laut Innenminister de Maizière erfolgreichen Aufbau Ost gelesen habe und ein paar Tränen ob unseres glorreichen Vaterlandes vergossen habe, wechselte die Flüssigkeit, die da aus meinen Okularorganen schoss, von Salzwasser zu -säure. Denn nach zwanzig Jahren Wiedervereinigung unterscheidet man immer noch zwischen „uns“ und „denen da drüben“.

O ich könnte gar nicht so viel kotzen wie ich müsste, wenn ich an diesen Sprachgebrauch allein schon denken tu‘ und erst recht im Hinblick auf die Themen, die einem da in der Presse begegnen; der Ossi, das unbekannte Wesen, diese drolligen und naiven Bauernlümmel, die ja gar keine richtige Bildung hatten und ohnehin von der DDR-Propagande versaut sind, mit denen muss man immer rücksichtsvoll umgehen, sie sind ja noch nicht zivilisiert.

Diese hochnäsigen Pimmelwessis, die mitleidig auf den Osten schauen, als lungerten da nur Bürger zweiter Klasse rum, sind fast genauso schlimm, wie die arroganten Prekariatsärsche, die voller Neid auf den Osten blicken und die schönen (Innen-)Städte und guten Verkehrswege sehen und dann erst erblassen, um dann rot anzulaufen und Gift und Galle zu spucken, weil die Zonis das ja eh alles nur in den Arsch geschoben bekämen und der gute, arbeitende Westherrenmensch dem faulen Ostpenner das Geld hinterherschmeißen würd‘ und am besten wär’s ja eh, würde man die Mauer wieder hochziehen, weil früher ging’s uns ja eh viel besser.

Keinen Deut besser sind die jammernden Gestalten auf der anderen Mauerseite, die sich beklagen, dass sie nichts hätten und dass niemand sie unterstütze und unter Erich ging’s ihnen ja auch viel besser, weil alle Arbeit gehabt haben und mit Kriminellen sei man nicht so weich umgegangen und überhaupt. Und für ihre Dummheit sind natürlich alle anderen verantwortlich, aber nicht sie selbst.

Und was macht Vater Staat, um dem entgegenzuwirken? Nichts! Statt die Unterschiede abzubauen, werden sie nach zwanzig Jahren, nach zwanzig verdammten Scheißjahren!, immer noch hervorgehoben, als befänden wir uns in der Mitte der 90er. In jeder Statistik wird zwischen Ost und West unterschieden, bei den Arbeitslosenzahlen, bei der demographischen Entwicklung, beim Verkehrsaufkommen und beim Bildungsstand. Man entscheidet aber nicht einfach plump zwischen „Ost“ und „West“, sondern ganz perfide:

Zwischen „neuen“ und „alten“ Bundesländern. Was für eine gottverfluchte Drecksscheiße ist das! Welches hirntote Arschauge ist denn auf diese hochdumme Bezeichnung gekommen, verdammt nochmal! Hat sich denn jemand von diesen studierten Wirtschaftstrotteln (und keine anderen werden sich diesen jämmerlichen Dreck ausgedacht haben) mal angeguckt, was da alles als „altes“ Bundesland gilt? NRW, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg sind alles „alte“ Bundesländer und alle sind sie so sechzig Jahre alt. Sagt mal, für wie kreuzblöde haltet ihr alle anderen Menschen auf dem Planeten Erde eigentlich! Die angeblichen „neuen“ Bundesländer, wie „neu“ sind die denn so, hm? Hm? HM?? Neunzig Jahre (Thüringen), sechshundert (Sachsen – sechshundert, verdammt!), achthundert (Mecklenburg), tausend Jahre (Brandenburg). Das sind alles also „neue“ Bundesländer (und vermutlich auch alles untypische), wohingegen die „alten“, allesamt provisorische Kunstprodukte, die Nase rümpfen dürfen/sollen, über die Wirtschaftskraft der „neuen“ alten Länder, denn Wirtschaft ist ja alles, Wirtschaftwirtschaft, Geld zählt und nicht Kultur, denn wer braucht schon Theater und Museen, wenn man stattdessen Kohlekraftwerke und gesichtslose Einkaufszentren dicht an dicht mit Fabrikvierteln haben kann, hauptsache der Rubel rollt und altehrwürdige Residenzen dienen halt auch höchstens nur noch als Motive für Teller und Tassen, die man billig an die staunenden „alten“ Zonitouristen verticken kann, denn was kein Geld bringt ist auch nichts und kann ruhig links liegen gelassen werden, wobei hier die Devise gilt, dass nicht nur Bares Wahres ist, sondern auch und vor allem Neues und Altes ruhig vermodern kann.

Wenn man’s so sieht, dann wäre das  Attribut „neu“ für die „Alten“ ja ein Kompliment. Wenn dem so ist, will ich nichts gesagt haben.

Written by Quax

22. September 2010 at 22:09

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Das machen die Volksvertreter

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Was hat in Umfragen so viele Stimmen wie die SPD und ist grün? Die Grünen! Gut, das war jetzt nicht das schwerste aller Rätsel, sollte den ein oder anderen Gesamtschulabiturienten jedoch an die Grenzen seiner intellektuellen Leistungsfähigkeit gebracht haben.

Kaum gammeln die Grünen bei 22% rum, werden sie auch schon übermütig. Ihr Chef, SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel, hat vorgeschlagen, mehr Volksentscheide durchführen zu lassen. Unter anderem zur Atomkraft. Wie allgemein bekannt, ist die Mehrheit des Volkes gegen den Strahlstrom, ergo gäbe es eine Mehrheit für gegen Nuklearelektrizität. Noch völlig besoffen von ihrem neuen Status als Volkspartei, sind die Grünen jedoch dagegen, weil.

Vermutlich deswegen, weil’s bisher keine Volksentscheide auf Bundesebene gab. Und zwar aus gutem Grund; der Deutsche ansich wüsste gar nicht, was er mit so viel Mitbestimmungsrecht anfangen soll, denn das liegt ihm so in den Genen, und am Ende würde er eh nur wieder Hitler wählen.

Insgesamt wurmt’s den Gabriel ungemein, von einer Öko-FDP stimmenmäßig überrollt zu werden. Also dreht man fleißig am Populismusrad und fordert, bei Ausländern eine härtere Gangart einzulegen. Und da erdreistet sich doch tatsächlich dieser natürliche Blinddarmfortsatz namens Bündnis 90/Die Grünen, Widerworte zu geben?! Was erlauben die sich bitte! Sobald Gabriel die SPD-Fähnchen hübsch in den Wind des Orkans Thilo gedreht hat, sollte er eine härtere Gangart gegen seine Untergebenen einlegen. Ihnen zum Beispiel die Polizei nach Hause schicken, wenn sie mal wieder im Bundestag nicht geklatscht haben oder Merkel als „ganz okaye Kanzlerin“ betitulieren.

Apropos Kanzlerin, die gute Frau wird ja richtig aktiv! Da merkt man mal, wofür sie sich die ganze Energie aufgespart hat, denn in New York tritt die UN-Vollversammlung zusammen und Merkel kämpft für Deutschland um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Konkurrenten um diesen Sitz sind unter anderem Kanada und Portugal. Kanada und Portugal! Also, die sollten wohl zu schlagen sein. Kanada, ein Land, dass ohnehin nur eine britische Kolonie ist und zu gleichen Teilen aus Schneemännern und Holzfällern besteht. Und Portugal, ein Land, dass ohnehin bald pleite ist und von uns gekauft wird, so wie Griechenland seinerzeit.

Nichtsdestotrotz tut die oberste Volksvertreterin das, was alle Vertreter tun: sie geht hausieren. Beim stimmberechtigten Stimmvieh stimmt die Stimmungskanone stimm stimm. Halt. Merkel hausiert also mit deutschen Tugenden und viel Geld bei anderen Ländern, auf dass sie uns in den Sicherheitsrat wählen. Wäre die Kandidatur erfolgreich, dann könnten wir bald Westerwelle im Sicherheitsrat sitzen sehen, unter all den anderen wichtigen Leuten! Was wären wir stolz… Also, Angie, tu‘ es für den Guido!

Written by Quax

21. September 2010 at 10:08

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