Misanthropenwald

Vive la France

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‚Sgährt im Ländle. Und nicht nur im Ländle. Auch in le tèrre, der Grande Nation. Aufstand beim Franzmann. In Frankreich ist die Hölle los, da geht Jung und Alt auf die Straße und demonstriert und zündet Autos an und blockieren Tankstellen und warum?

Die Rente ist’s, denn wenn’s nach der Regierung geht, dann muss der Franzos‘ demnächst zwei Jahre länger arbeiten, bis er in den verdienten Ruhestand geht. Nämlich bis 62. Ja, ganz richtig. 62. Der fleißige Deutsche muss bis 67 arbeiten und die FDP spekuliert schon mit der Rente mit 70 und unsere welschen Nachbarn arbeiten im Moment noch, bis sie 60 sind. Sech-zig!

Diesen tollen Umstand will man natürlich beibehalten, also machen die Frösche das, was sie am besten können: Resistánce. In Frankreich wird ja gerne mal gestreikt, eigentlich verbringt man im Hexagon die meiste Zeit seines Arbeitsleben mit Streiks und das ist vermutlich auch le Problem: Die Franzosen haben das Streiken eigentlich satt und länger arbeiten heißt auch mehr Streik und das will man um jeden Preis verhindern.

Damit der Senat in Paris darüber nicht abstimmen kann, haben sich die Streikerinnen und Streiker etwas überlegt. Sie blockieren einfach Ölraffinerien, damit Paris und Umland ohne Benzin dastehen und die Abgeordneten schlicht nicht zur Abstimmung kommen, weil sie ihre Autos nicht benutzen können. Das ist eine Taktik, die sich auch unsere Genossen im Kampf um/gegen/für den Bahnhof in Stuttgart abgucken können. Zementfabriken besetzen, damit kein Baustoff geliefert werden kann und Wasserwerke blockieren, damit die Polizei ihre H2O-Druckverteilungswagen nicht aufmunitionieren kann.

Doch nicht nur Stuttgarter können von Parisern lernen, sondern auch umgekehrt wird ein Sabot daraus. Denn von König Mappus lernen heißt siegen lernen, wie man zündelnde Demonstranten am effektivsten beseitigt, indem man beispielsweise Wasserwerfer oder Giftgas einsetzt. Beides scheint in der Stadt der Liebe nicht in ausreichendem Maße vorhanden zu sein oder l’empereur Sarkozy mag noch nicht massiv vergelten.

So klappt Völkerverständigung, wenn die Franzosen für weniger Arbeit und Streik streiken und die Deutschen um einen Bahnhof drumrum und die Regierung Polizisten mit Schlagstöcken einsetzt oder eben kurz vor dem Einsatz von ABC-Waffen steht; beide Seiten können voneinander lernen.

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Written by Quax

22. Oktober 2010 um 13:09

Veröffentlicht in Politik

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Eine Antwort

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  1. Ein bißchen mehr Brüllfranzose in jedem von uns und wir würden nicht immer wie die rumgeschubsten Deppen dastehen.

    noart

    22. Oktober 2010 at 19:17


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