Misanthropenwald

Des Rottweilers Bulldozer

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Papst Rumpelstielzchen XVI. hat einen Bruder im Geiste. Der Mann heißt Franz-Peter Tebartz-van Elst und ist Bischof von Limburg. Und wo der Ratzepapst schon ewiggestrig und ultramontan ist, da ist Bischof Tebartz-van Elst noch ewiggestriger und ultramontaner.

Bischof T-v E (niemand sollte sich die Mühe machen und jedesmal Tebartz-van Elst ausschreiben) ist der jüngste Bischof im Altherrenverein der Mitrasköppe und das mit fünfzig Jahren. Der Verbrauch an Spucke muss immens sein, um sich innerhalb kürzester Zeit die Karriereleiter empor speichelzulecken und schon jetzt Aussichten auf die Übernahme des Erzbistums Köln zu haben. Dann kann sich T-v E noch den Präfix „Erz-“ an seinen bisherigen Titel klatschen.

Überhaupt macht der Hirte der Limburger das, was ein guter Hirte tut; er vollbringt lauter gute Taten, indem er mit Ehrentiteln um sich schmeißt: Prälat, apostolischer Pronotar, Reliquienentstauber, persönlicher Sekretär (damit ist kein Lustknabe gemeint – vermutlich), bischöflicher Zeremoniar – der Kasper weiß, wie man eine coole Truppe zusammenstellt. Sein Vorgänger (der nun Behinderten aus der Bibel vorliest) hat auf solche Titel und Prunk allgemein wenig gegeben und war dementsprechend wenig unbeliebt. 

Doch Bescheidenheit ist eine Zier und T-v E kann ohne ihr. Als Reversrobinhood kürzt er die Gelder an der Basis um seine eigene Basis zu vergrößern, denn was so ein Bischof ist, der braucht representative Prunkbauten und zwar keine Sakralmonumente, wie den Kölner Dom (der übrigens von – ausgerechnet! – Protestanten fertiggebaut werden musste, hihi), sondern bischöfliche Residenzen aus purem Diamant. Hinzu steht der Reißzahn des HErrn jeden Sonntag im Dom und schwafelt bis die Jungfrau blutet, wobei er gern nachplappert, was der alte Mann mit dem weißen Rauschebart vorgibt. Regelmäßig stellt er über sein Palaver fest:

Das waren nicht meine Worte, das waren Seine.

So kann man sich auch aus der Verantwortung ziehen, falls man mal eher Unsinn erzählt, doch wenn ich Blödsinn erzähle und behaupte, der mächtige Zarathustra hätte mir Worte in den Mund gelegt, ich käme womöglich schneller in die Klapse denn in hübsche bunte Kleidchen und in einen Dom.

Nun sind die Wege des Herrn ja unergründlich, es sei denn, man interpretiert sie so, wie’s Rom beliebt, denn was dem Heiligen Vater gefällt, gefällt auch Jahwe. Und wenn Christian Wulff (den hatten wir hier auch lange nicht mehr!), erwählter Bundespräsident und allzeit Mehrer der Republik, sagt, dass der Islam zu Deutschland gehöre wie der Kebab, dann widerspricht man ihm nicht, es sei denn, man ist von höherer Stelle erleuchtet. Da keift der Kanzelproll, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, weiöll das Rechtssystem auf christlichen Werten der christlichen Leitkultur beruhe und biblische Überzeugungen undsoweiter, blablabla. Was die Anwesenheit regelmäßiger Moscheegänger in diesem Land nur bedingt ausschließt, sodass der Islam ja irgendwie doch ein Teil von- ach, was soll’s.

Während T-v E den Standpunkt seines Arbeitsgebers ausbreitet und dabei den Römern wohlgefällt, kriecht er den höheren Katholen sehr tief hinten rein und macht das, was man als katholischer Würdenträger am besten kann, nämlich Wasser predigen und Wein saufen, bis die Leber Rumba tanzt.

Um auf bereits geschriebenes zurückzukommen, T-v E schnallt den Gürtel enger. Freilich nicht seinen eigenen, sondern den derer, auf die er treten kann, während er mehr nach oben buckelt. Da kann man ruhig Kirchengeld abzwacken und sich einen BMW mit verdunkelten Scheiben leisten, man ist schließlich Bischof und kein schnöder Kommunalpolitiker, notfalls wird eben die Kollekte erhöht.

Ein katholischer Würdenträger, der sich Prunk und Protz baut und teure Gefährte leistet und seine Befehle direkt aus Rom bekommt? Als wir in Deutschland das letzte Mal so ein Problem hatten, kam ein Mönch und sagte: „Nüschts gibt’s!“

Hätte nicht jemand Lust, ein paar Thesen an die getönten BMW-Scheiben zu nageln? 

(Quelle)
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Written by Quax

16. November 2010 um 23:33

Veröffentlicht in Polemik

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Eine Antwort

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  1. […] Vorsichtige Kritik am Bischof kommt von einem Gemeidnearbeit-Projekt in Bad Neuenahr-Ahrweiler und deutlich schärfer aus dem Misanthropenwald. […]


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