Misanthropenwald

Türchen Nummer zwei

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Weihnachten, das ist ein Symbol der Nächstenliebe! Man schenkt sich gegenseitig etwas und hofft, auch etwas geschenkt zu bekommen. An der Uni Leipzig hingegen schenkt man sich scheinbar nichts.

Öffnen wir mit einem Knurren also Türchen Nummer zwei!

Professor Marcel Machill ist ein Überflieger. Jung. Dynamisch. Harvard-Absolvent. Professor für Journalistik. Ein Bild von einem Wissenschaftler. Seine Klausuren haben Niveau, sagen die einen. Die anderen sagen, sie sind schwer wie zweitausend Kilo Blei.

Machill (Professor u. Harvard-Absolvent) hat ein Buch geschrieben. Das beste. Natürlich, denn mit weniger gibt er sich nicht zufrieden. Es ist relevant für seine niveavollen Bleiklausuren. Die nötigen Seiten hat er selbstredend nirgendwo verfügbar gemacht, schließlich ist er Harvard-Absolvent. Profi. Sollen die Studenten sich selbst darum kümmern.

Und das taten sie, weil alle Ausgaben aus der Universitätsbibliothek natürlich in nullkommanix ausgeliehen waren. Den teuren Schinken kaufen, das war da die einzige Alternative, doch das Standardwerk war vergriffen und erst in mehreren Wochen lieferbar. Also erbarmte sich ein hilfsbereiter Student, scannte das Buch ein und machte es seinen Kommilitonen verfügbar.

Armer Machill! Sein Lebenswerk! Verramscht! An Studenten!

Jeder richtige Mensch hätte es entweder dabei belassen oder die Texte selber auf das uniinterne Portal hochgeladen oder wenigstens dem Studenten geschrieben, er solle es unterlassen, das Urheberrecht zu beugen. Der Superprof hingegen schickte die Kavallerie in Form von Anwälten vor und mahnte den Studenten ab. Studenten sind nun dafür bekannt, dass sie in Geld schwimmen, sodass der hilfsbereite Studierende nun 1000€ Geldeuro locker machen darf.

Machill ist im Recht. Das ist er immer, das hat er immer. Ein Harvard-Absolvent muss sich nicht um niedere Studenten kümmern. So ist das nunmal, im Leben.

(Quelle)
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Written by Quax

2. Dezember 2010 um 00:11

Veröffentlicht in Adventskalender

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3 Antworten

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  1. […] Misanthropenwald (2010-12-02): Türchen Nummer zwei. Kommentar zum Fall von Blogger Quarx. LikeSei der Erste dem dieser Beitrag gefällt. […]

  2. […] auch die nicht ganz unbekannte Netzpolitik. Einen besonders bissigen Kommentar gibt’s im Misantrophenwald. Und Mephisto hat zur „Causa Professor Machill sogar ein Interview mit dem Studenten […]

  3. Das Buch kann hier übrigens witzigerweise komplett kostenlos gelesen werden – hat der Professor aber nicht verraten:
    http://paperc.de/10002-medienfreiheit-nach-der-wende-9783867642675

    Leander Wattig

    6. Dezember 2010 at 14:57


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