Misanthropenwald

Türchen Nummer sechs

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Weihnachten, das ist die Zeit, in der Nikolaus gefeiert wird. Eine gar besondere Gestalt in unserer heiligen Mutter Kirche, deren Geschichte jedermann, jederfrau und jedertransgender kennen sollte. Deswegen heute, nach dem ganzen Unterhaltungsteil, der bisher unseren Adventskalender prägte, nun etwas Bildung.

Öffnen wir mit einem Stöhnen also Türchen Nummer sechs.

Nikolaus wurde in den Jahren des HErrn 270 und 286 geboren, denn er war Buddhist. Sein erstes Leben war bereits so erfolgreich, dass er sechzehn Jahre später als Türke wiedergeboren wurde. Nikolaus‘ Name kommt aus dem Griechischen; Nikos heißt der Schuh (deswegen heißt der große Turnschuhhersteller auch Nike) und Lausos heißt voll oder gefüllt.

Murat Nikolaus wurde in seinem zweiundzwanzigsten Lebensjahr zum Bischof geweiht. Die vorhergehende Abstimmung über den neuen Bischof gewann er, weil er in der Nacht vor der Abstimmung in die Zimmer der wahlberechtigten Mitglieder des Exekutivkomittees schlich und ihnen einen zwanzig-Sesterzen-Schein in die Schuhe legte und einen Zettel mit der Aufschrift: „Χρήματα δεν βρώμα. Ξέρεις. M.Νικολάου“. Die Mitglieder hielten das Präsent für einen dilletantischen Versuch der Gegner Nikolaus‘, jenen zu verunglimpfen. Sie glaubten, dass Nikolaus‘ Konkurrenten, ein moskoviter Priester und ein Imam aus dem fernen Arabien, ihnen Geld und Brief in die Schuhe steckten, auf dass sie sich von Nikolaus beleidigt fühlen und so für seine Konkurrenten stimmen sollten. Erbost über diese Hinterlist, schlugen die ehrenwerten Mitglieder des Nikolaus Konkurrenten tot und ließen sich taufen. Dann wählten sie Nikolaus zum neuen Bischof und dieser erteilte ihnen lebenslange Absolution.

Nikolaus tat in seinem Leben viele Wunder. Einmal hörte er, dass ein Mann seine drei Töchter zu Prostituierten machen wollte, weil er die Mitgift für Hochzeiten nicht bezahlen konnte. Da kam Nikolaus den drei Jungfrauen zu Hilfe. Jede Nacht, wenn die ganze Stadt schlief, kletterte er in das Zimmer der Jungfrauen und sorgte dafür, dass sie keine Jungfrauen mehr waren legte jeder einen Klumpen Gold in ihre Schuhe. Jeden morgen traten die Jungfrauen in ihre Schuhe auf das Gold und machten sich so die Füße kaputt, sodass sie nicht mehr richtig laufen konnten. Damit waren sie für die Prostitution gänzlich ungeeignet und bekamen vom Staat Behindertengeld und alle waren sehr glücklich, bis an ihr Lebensende.
Das ist natürlich Quatsch, der Vater war über seine laufunfähigen Töchter so erbost, dass er sie in die Sklaverei verkaufte. Eines Tages fand er das Gold in den zurückgebliebenen Schuhen der Jungfrauen und er dankte Gott und ließ sich taufen und vermachte das ganze Gold seinem Bischof Nikolaus.

Ein anderes Mal hungerte die Stadt und ein Tankschiff mit Getreide sollte aus dem Hafen der Stadt zum Kaiser fahren. Da kam Nikolaus des Weges und teilte das Meer, sodass die Hälfte des Schiffes auf dem Meeresboden hernieder lag und verlangte, zwei Fässer Getreide der Stadt zu überlassen. Die Schiffer beschwerten sich arg, denn der Kaiser hatte das Getreide exakt abwiegen lassen und jedes fehlende Gramm hätte großes Geschrei am Hofe gebracht. Nikolaus vertrimmte die gottlosen Schiffer und verteilte zwei Fässer Getreide unter den Armen und gab es dann der Bevölkerung. Nach dem Ende der Ebbe fuhr das Schiff mit dem restlichen Korn zum Kaiser. Dieser merkte, dass zwei Fässer Getreide fehlte und ließ die Schiffer hängen. Dann ließ er sich taufen und vermachte das ganze Korn dem Bischof Nikolaus.

Gegen Ende seines langen, zweiten Lebens ging Nikolaus auf Wanderschaft durch sein Bistum. An einem Gasthaus sah er eine Kiste mit Salz darinnen und in dem Salz waren die Körperteile eines Scholaren, den der Wirt um sein Geld beschiss und umlegte und zerstückelte und pökelte und an Durchreisende als Imbiss verkaufte. Nikolaus hatte Mitleid mit dem Scholaren und taufte den Wirt, der seine Kneipe seinem Bischof vermachte. Dann baute Nikolaus mit Nadel und Faden den Scholaren wieder zusammen und Gott erweckte ihn zum Leben. Der Scholar empfand große Pein ob der groben Narben, denn Nikolaus war Bischof und kein studierter Chirurg, und starb. Darüber war Nikolaus sehr traurig und nahm die Teile des Scholaren und nahm ihn wieder auseinander und schenkte jeden Dezember bis an sein Lebensende jedem Kind der Stadt ein Stück Scholar, das er in die Schuhe der Kleinen stopfte.

Am 6. Dezember 326, 345, 351 und 365 starb Nikolaus, als eine Meute Heiden unter ihrem Anführer Barfos ihn festsetzten und mehrere Jahre lang mit Schuhen steinigten. Der Märtyrer erschien seinen Peinigern im Traum, sodass sie sich taufen ließen und sich ihrer Schuhkleider entledigten. Dann schworen sie vor Gott, nie wieder Schuhe zu tragen. Aus dem Namen des Barfos leitet sich das heutige Wort barfuß ab.

Auch nach seinem Tod vollbrachte Nikolaus noch famose Wunder. Als er in der Krypta der Kathedrale der Stadt beigesetzt wurde, kam viel Volk zusammen. Sobald der Sarg des Nikolaus den Kryptaboden berührte, da entsprang aus der Wand gegenüber eine Quelle heiligen Wassers, das alle anwesenden taufte und ersäufte. Der Sarg des Nikolaus wurde nach draußen und bis zum Meer gespült und die Strömung des Mare Nostrum den Leichnahm des Nikolaus nach Italien, wo er noch heute liegt.

 

Ach, das war ja albern! Richtig albern! Wer einen wissenschaftlich fundierten Fachbeitrag über Nick lesen möchte, kann das hier tun oder bleiben lassen.

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Written by Quax

6. Dezember 2010 um 00:02

Veröffentlicht in Adventskalender

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