Misanthropenwald

Türchen Nummer dreizehn

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Weihnachten, da kehrt man in sich und denkt nach. Und da merkt man, dass nicht alles im Leben lustig ist. Bei manchen Dingen fragt man sich, ob man darüber lachen kann. Oder soll. Oder muss, aus Hilflosigkeit, zum Beispiel. Deswegen gibt es heute Pointen von Mario Barth.

Öffnen wir mit einem Klacken also Türchen Nummer dreizehn!

Mario Barth also. Der Mann füllt ganze Stadien mit Krachern, so richtigen Burnern. Da werden Kleinstblogger wie wir schomma grün und/oder gelb vor Neid. Da gibt’s dann solche Knaller, wie:

Nix im Fernsehen, alle DVDs gesehen, Kühlschrank leer, Bier alle – ich guck so rum: Freundin!

Haha! Freundin! Sonst alles leer! Kühlschrank, Bier! Vastehste? Nein? Ick ooch nich.

Haste kein Geld, kaufste ein Haus. Gibste Haus dann anne Bank, bleibste aber drin. Bank verkauft dein Haus an andere Bank, die hat auch kein Geld. Ist der Wahnsinn. Bankdirektor kommt, will in mein Haus. Sach ich: Geht nicht. Wohn ich ja drin. Geh doch zu Merkel! Tut er auch. Siehste! Geht doch! Ich krieg die Krise.

Hier sieht’s so aus, als würde der Künstler auf eine Pointe zuarbeiten, kriegt aber gerade noch rechtzeitig die Kurve. Und setzt alles in den Sand.

Ich inner Kneipe. Freitag, lange Woche. Ich son Hals – und Durst bis zum Abwinken. Ich zum Wirt: Hörma. Hier ist die Kohle – und schieb ihm nen Hunni rüber. Hunni – und son Durst. Und nen Hals. Ich also zum Wirt: Hörma. Ich brauch jetzt jede Menge Stoff. Und dann kann ich dann auch mal gleich gar nichts mehr sagen. Wenn es so weit ist, dann nimmste, waste brauchst, und rufst mir ein Taxi. Wechselgeld könnt ihr euch teilen. Und so, genau so, ist das mit der Patientenverfügung: Einer bringt dich nach Hause, aber so richtig, und die, die übrig bleiben, teilen sich das Wechselgeld.

Mario Barth, Meister der Metaphern. So lassen sich auch komplizierte Zusammenhänge einfach darstellen, dass sie auch jeder Barth-Fan Dummkopf versteht. Der „Hunni“ steht also für das ganze Vermögen, das man hat. Und das vertraut man der Verwandschaft an, für den Fall, das man sich hemmungslos betrinkt. Das Taxi ist der Arzt. Und das Wechselgeld ist das, was vom Vermögen übrig bleibt und das teilen sich dann Arzt und Verwandtschaft. Rösler sollte Barth zu seinem Pressesprecher machen.

E=MB zum Quadrat, also Endgeilestimmung wird erzeugt durch Mario Barth hoch zwei bei Krümmung von Zeit und Raum mit Unterstützung der beobachtenden kritischen Masse im Olympiastadion. Krümmung, kennste Raumkrümmung? Das ist, wenn die Freundin vorm Fernseher sitzt und du fragst: Sach ma, warum brennt denn im Badezimmer das Licht? Und sie sagt: Ja, da bin ich doch gerade! Verstehste? Da bin ich doch gerade! Das ist der Knaller, wie die das schafft!

Physik kann er auch. Freundin sitzt vor dem Fernseher, ist aber gleichzeitig im Bad, weil die Badezimmerlampe den Raum ins Wohnzimmer hinein verzerrt. Und das ist jetzt lustig, weil.
Isso.

Frühling is, wenn die Freundin nach Nußloch will. Kennste Nußloch? Outlet-Store! 500 Kilometer entfernt! Sach ich: Ich fahr doch keine 500 Kilometer für eine Handtasche. Da musste schon zehn nehmen. Sacht sie: Okay, nehm ich zehn! Genauso ist das mit dem Kunstmarkt. Sammler. Verstehste?

Nein. Um ganz ehrlich zu sein: Nein, das verstehe ich nicht. Kunstsammler fahren nur weit, wenn’s auch viel zu holen gibt? Und Kunstmärkte sind große Outletläden? Und überhaupt, muss ich blöd sein, um das lustig zu finden?

Wir immer noch in Nußloch. Bezahlen. Zehn Handtaschen. Wenn meine Kreditkarte – Nußloch gleich Finanzloch, verstehste? – wenn meine Kreditkarte also im Moment der Handtaschenabgabe näher an der gegnerischen Kasse ist als meine Freundin, dann werde ich von meiner Bank angepfiffen. Abseits! Nußloch! Danke!

Damit verdient der Mann Geld und wir arme Studenten bloggen hier völlig für umme! Das Leben ist so grausam. Strafstoß! Leben! Danke! – An dieser Stelle täte es mich interessieren, ob jemand bisher gelacht hat und wenn ja, warum und was macht so jemand auf diesem Blog?

Finanzkrise – kennt ihr ja jetzt. Wie gesacht: Der Bankdirektor aus der Finanzkrise geht zu Merkel und will Geld. Die sagt: Jetzt ma nich. Erst muss ich mich um die Autos kümmern. Abwracken! Das is so wie Pfand für Autos. Bringst du die alte Flasche zurück, musst du natürlich ne neue holen, is ja klar. Das Tolle is: Du hattest nur das Bier bezahlt! Nur das Bier bezahlt! Und trotzdem Pfand. Pfaaand! Is das nich toll?

Mal abgesehen davon, dass die Abwrackprämie so nicht funktionierte und der Vergleich insgesamt ja schon völlig für die Tonne ist, der Herr versteht nicht mal das simple System des Flaschenpfands: Ich muss erstmal gar nichts. Und ich bezahle nicht nur das Bier, sondern auch die Flasche. Pfand ist nur die Strafe für faule Menschen, die Pfandflaschen wegwerfen. Zum Beispiel auf Kleinkunstbühnen, auf denen schwitzende Berliner spaßloses Zeuch erzählen.

Sommerzeit, kennt ihr das? Muss ich jedes Jahr zweimal überlegen, ob ich die Uhr eine Stunde vor- oder eine Stunde zurückstellen muss … Kennste das? Jedes Jahr! Zwei Mal! Schlimmer als der Geburtstag vonner Freundin! Dabei ist das im Grunde genau dasselbe: Die Stimmung wird aufgehellt, wenn ich ihr was schenke, weißte? Also: Immer schön Blumen kaufen und die Uhr eine Stunde vorstellen, und die Sonne strahlt länger.

Wisst ihr, der Kerl hat auch eine gute Seite. Immer, wenn ich etwas von ihm höre, bekomme ich das Gefühl, doch gar keine so üblen Texte in die Welt der Blogs zu pfeffern!

Kennste Internet? Computer. Alle hängen zusammen. Quatschen und jetzt Twitter. Schreiben alle drüber. Saugeil und so. Jeder nur 140 Zeichen: Freundin, Shoppen, Urlaub. Is doch voll normal. Die kopieren mich! Klauen Mario!

Mein Gott, die Inquisition kannte Foltermethoden, die waren human im Vergleich zu das da! Der Irak wird wegen eines Diktators und angeblicher Massenvernichtungswaffen besetzt und wir müssen sowas über uns ergehen lassen? Wann schreitet die UN ein, wo bleiben die Blauhelme? Das ist die schlimmste Waffe seit der Neutronenbombe und Menschen bezahlen Geld, um das zu sehen und – schlimmer – zu hören!

Wir im Ski-Urlaub: Ich sach zu meiner Freundin: Willste Pommes? Freundin: Nee. Ich hol mir welche. Ich schön Pommes, Mayo, Ketchup, schön lecker Pommes. Ich komm zurück zum Lift. Freundin sacht: Was hast du denn da? Ich dreh mich um: Wo? Meint die meine Pommes! Die meint meine Pommes! Ich denk, was will die? Ich dreh mich noch mal um, da is der Gletscher weg. Dafür sind die Pommes kalt geworden. Meine Pommes kalt! Klimawandel jetzt aber total mit mir und meiner Freundin.

Im alten Rom haben sie Leute wegen weniger durch’s Kolosseum gejagt. Da mag man doch schon gar nichts mehr drauf erwidern. Hat ja eh keinen Zweck. Irgendwann müssen wir alle sterben. Nutzen wir die Zeit, die uns noch auf dieser schrecklichen und grausamen Erde bleibt. Es gibt keinen Weg zurück. Nichts kann uns retten. Wozu alles? Es vergeht ja doch. O temporae terribilae! Was sind wir, im Angesicht der Zeit? Nur ein Wimpernschlag des Ewigen, des Allumfassenden! Wozu versuchen und dann doch scheitern, wenn man Ende sowieso nichts bleibt? Es ist alles eitel.

(Quelle. Danke, SZ.)
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Written by Quax

13. Dezember 2010 um 00:20

Veröffentlicht in Adventskalender

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