Misanthropenwald

Archive for Januar 2011

Soviel dazu.

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In Ägypten ist momentan ja einiges los, Demonstrationen überall, machtlose Polizei, Plünderungen. So weit das Auge reicht. Ein kleinwenig lustig ist’s da, wenn man sich in Erinnerung ruft, was ein paar Tage zuvor über den Äther ging.

Herr Zahi Hawass ist ein Strolch und ein Schlitzohr. Das ist nicht einmal abwertend gemeint, denn er weiß, wie man in die Medien kommt. Und das schafft er, nicht zuletzt, weil er der Leiter der ägyptischen Altertumsverwaltung ist. In fast schon wunderbarer Regelmäßigkeit bekommt man in Berlin Post von Herrn Hawass. Zwar nicht im Regierungsviertel, sondern nur auf die Museumsinsel, aber immerhin. Denn dort steht im Neuen Museum die Büste der Nofretete, ein echter Publikumsmagnet. Deutsche Forscher hatten die Büste vor gut hundert Jahren bei einer Ausgrabung in Ägypten entdeckt und die Altertumsverwaltung des Nillandes gab grünes Licht für die Ausfuhr der Büste nach Berlin – zugegeben, die Deutschen haben ein wenig nachgeholfen und die Büste mit Matsch beschmiert, damit sie wertlos aussieht, aber wer als Altertumssachbearbeiter eine wertvolle Büste mit Matsche drauf nicht von Ramsch mit Matsche drauf unterscheiden kann, hat halt Pech gehabt. Unterm Strich kam die Büste also ganz legal zu uns.

Das wurmt Herrn Hawass nun. Vor ein paar Tagen ließ er nun einen besonderen Brief gen Hauptstadt flattern. Der Staat Ägypten fordere nun offiziell die Büste der Nofretete zurück, Unterschrift Ministerpräsident, Stempel, Siegel, ab dafür. Was haben sie an der Spree gelacht, als das Schreiben durch den Schredder ging! Denn nüschts gibt’s für Ägypten, die Büste bleibt, wo sie ist. Argumente gibt es reichlich, zum Beispiel, dass Deutschland die Büste damals völlig rechtens erworben hat. Oder dass man nach dieser Logik alle Bilder Rembrandts und van Goghs wieder in die Niederlande schaffen müsste und die Mona Lisa nach Italien. Oder dass die Sicherheit der Büste in Ägypten nicht sichergestellt sei.

Letztere Aussage wurmte Herrn Hawass dann fast noch mehr als das Nichtvorhandensein der Büste. Entrüstet entgegnete er, dass das eine Beleidigung der Ägypter wäre, die Büste wäre aber sowas von sicher in Kairo, Zeter, Zeter, Mordio.

Ein paar Tage später stand in Ägypten das Volk auf der Straße und forderte solch westlichen Quatsch wie Meinungs- oder Pressefreiheit. Die Polizei versuchte die Demonstrationen mit Tränengasgranaten aufzulösen, doch anders als die Stuttgarter Weichlinge, die schon bei Wassereinsatz weinen, weicht so ein Ägypter nicht. Die Polizei konnte die öffentliche Ordnung nicht mehr herstellen und das Militär zeigt sich auch eher demonstrantenfreundlich. Eventuell würde sich die Bundeswehr im Schlossgarten ähnliche verhalten.

Wie dem auch sei. Wir sind ja nicht zum Spaß hier, sondern zum Lernen. Plünderer begannen, ihrem Namen alle Ehre zu machen und plünderten, was das Zeug hielt. Die Polizei war ja grad anderweitig beschäftigt. Und das Militär konnte seine Augen nicht überall haben. Das Ägyptische Museum in Kairo wurde auch eher sporadisch von Soldaten vor Plünderungen geschützt, man war da sehr froh, dass die Museumswachleute vor Ort waren.

Nun ist so ein Wachmann im Ägyptischen Museum nicht gerade der bestbezahlteste Mensch im Schatten der Pyramiden und so dachten sich ein paar besonders gewiefte Gesellen: „Mensch, wir sitzen hier den ganzen Tag im Museum rum und bewachen wertvolles Zeugs und draußen geht das Chaos und niemand würde merken, wenn wir ein paar Sachen  mopsen täten und dann verhökern wir den Krempel und sind gemachte Männer, ehe das jemandem auffällt“ – sprach’s und schon ging man an die Arbeit. Und wo gehobelt (bzw. -plündert) wird, da fallen Späne (bzw. Statuen). Bei ihren Raubzügen zerdepperten die Plünderwachleute einigen Plunder, darunter nicht eine, nein, sondern gleich zwei Mumien und ein paar sehr wertvolle Statuen aus der Grabkammer Tutenchamuns. Aus selbiger Grabkammer ist auch die berühmte Totenmaske ebenjenes Pharaos, ziemlich aus Gold und ziemlich wertvoll. So groß der Schwarzmarkt für gülden glitzernde Ägyptenschätze auch sein mag, so eine Totenmaske ist ziemlich unverkäuflich. Nehmen wir also mal so, einfach nur mal so, an, ein besonders skrupelloser Wachmann täte sich der Maske bemächtigen. So voll mit Gold und alles und verkaufen ginge nicht. Was tut man dann? Man schmilzt es ein und verscherbelt das Gold.

Herrn Hawass‘ Hass dürfte inzwischen keine Grenzen mehr kennen, denn nun zeigt sich, wie überlegen sicher ägyptische Kulturschätze in Ägypten so sind. Ägerlich, ärgerlich. Denn so bekommt man bestimmt keine Büste zurück, die bei uns sogar den Zweiten Weltkrieg überlebt hat.

Achja (nicht der Achja, sondern „Achja“, als Ausruf des Erinnerns), die ganzen zerdepperten und/oder geklauten Stücke im Ägyptischen Museum waren nicht verischert. Weil nichts in diesem Museum versichert ist.

Written by Quax

31. Januar 2011 at 20:32

Spirale der Blödheit

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Gestern ließ sich auf SPON ein Artikel einer (eventuell tatsächlich existierenden) Studentin erspähen, die einen Brief an ihren Lehrer von einst schrieb und ihm ankreidet, dass er sie schlecht auf die Uni vorbereitet habe, weil nur Transferleistungen abgefragt worden seien und keine Auswendiglernereien, wie man das auf der Unität nunmal benötigt. Und heute antwortete der Lehrer, dass die Uni ihn damals schlecht auf den Lehrerberuf vorbereitet habe. Nunja.

Beginnen wir mit dem Studentinnenbrief von Charlotte Haunhorst. Sie ist im Grunde gar sehr entzückt darüber, dass Lehrer Christian Bode nicht so großen Wert auf Zahlen legte, sondern mehr so die großen Zusammenhänge lehrte. Mit viel Eigeninitiative las sie freiwillig auch Bücher (!) und bildete sich weiter.

Dann kam Charlotte auf die Uni und machte einen großen Fehler. Sie studierte „was mit Medien“ – und wunderte sich, dass man in einem solch überschätzten Studiengang zum Abschluss krabbeln kann, ohne auch nur ein Buch in der Hand gehabt zu haben. Außerdem erwies sie sich als extrem unflexibel; statt von ihren aus der Schule gewohnten Transferlernverhalten abzuweichen und das dümmlich-stupide Auswendiglernverhalten zu übernehmen, blieb sie stur dabei und bekam notenmäßig auch gleich die Quittung. Spätestens nach der ersten Klausurenphase hätte es ja im Hirne rappeln können, dass Wasmitmedienistik weniger mit Denk-, denn mehr mit Gedächtnisleistung zu tun hat und ganz und gar anspruchslos ist. Statt sich einen neuen Studiengang mit mehr Anspruch zu suchen, blieb sie in dem Sammelbecken für all jene, die nach dem Abi nicht wissen, was sie studieren sollen. Nach dem dritten Semester erst resignierte sie und lernte nur noch Folien auswendig. Wie es sich gehört.

Nun folgt die Antwort von Lehrer Bode – und da geht es los:

Liebe Charlotte,

es tut mir leid! Ich konnte es nicht besser, aber ich habe eine Entschuldigung: Man hat mich völlig falsch auf das Lehrerleben vorbereitet!

Charlotte lernt nix auf die Uni, weil die Uni ihren Lehrer nicht gut darauf vorbereitet hat, wie man die Pennäler auf die Uni vorbereitet – Fuck it!

Darauf folgt die Schwärmerei, wie man damals nicht in Vorlesungen brauchte, weil man den Schein auch so bekam und die Dozenten sich keine Mühe bei den Vorlesungen gaben – warum auch, es kam ja eh keiner. Aber die Seminare, da fand „das eigentliche Studium“ statt und es lehrten „hoch motivierte und junge (wichtig!) Dozenten“ auf teufelkommraus alles das, was man im schulischen Dienst ohnehin nicht mehr bräuchte und manchmal, wenn man besonders viel Glück hatte, durfte man sogar – man höre und staune ob dieser tollen Seminare damals! – eine Hausarbeit schreiben und ab und an bekam man dabei sogar Hilfe! Eiderdaus!

Zu dumm, dass Seminare an den Unis verschwunden sind und nur noch Zwangsvorlesungen mit dreifacher Anwesenheitspflicht und anschließender Auswendiglernklausur existieren.

Doch früher war mitnichten alles besser, denn spätestens im Examen zeigte sich das Symptom, dass Lotte so schön beschreibt:

Spätestens im Examen zeigte sich dann das Symptom, das Du so schön beschreibst: Es wurde ein zentrales Thema gestellt, dazu gab es eine Literaturliste (mit echten Büchern!) und dann wurde stumpf gepaukt.

Obacht, es folgt nun ein Witz:

Fakten, Fakten, Fakten, und zwar lang schon, bevor der Focus das zu seinem journalistischen Credo machte!

Lauthalse Schmunzelei, allenortens. Aber das war ja alles bisher nur nostalgisches Vorgeplänkel, denn jetzt geht’s um die wurscht! Als Lehramtsstudent wurde man gar nicht auf die Schule vorbereitet:

Die Schulpraktika waren eine Farce […] Die Pädagogikseminare waren eine Reise an die Grenzen des Verstandes und der Geduld

Und viele merkten erst im Referendariat, dass sie ja mal mit Kindern zu tun haben würden!

Gymnasiallehrer – Menschen, die vier Monate Ferien im Jahr haben, nur den halben Tag arbeiten und sonst zugucken, wie ihnen das üppige Beamtengehalt aufs Konto gespült wird. Man merkt ihnen an, dass sie vormals zur Gruppe der Lehramtsstudenten gehörten. Zu jenen geistig einfältigen Figuren, die ob ihrer Beschränktheit nicht zu unrecht in der Studentenhierarchie ganz unten angesiedelt sind, gerade weil sie den Schuss nicht gehört haben und tatsächlich wider besseren Wissens an die Schule wollen, Klassen mit dreißig Volldeppen unterrichten. Immerhin, so ein ex-Lehrämtler kennt dann seine Pappenheimer. Und weil er es nicht besser gelernt hat an der Universitaet, bringt er seinen Kinderlein das Unnötige bei und die besonders wenig hellen Kinderlein gehen dann mit dem ganzen Blödwissen an die Uni und studieren Lehramt und so fort.

 

 

Und nun freue ich mich auf eure billigen Ausflüchte Kommentare, liebe Lehramts-„Studenten“.

Written by Quax

28. Januar 2011 at 22:22

Veröffentlicht in Bildung, Polemik

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Im Felde unbesiegt

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Was ist da eigentlich bei unseren Soldaten los? Wo sind sie hin, preußische Ordnung und Disziplin? Da muss man ja fast ernsthaft um seine Sichrheit fürchten, wenn das die Männer sind, die dafür sorgen sollen, dass uns der Däne mit seinen Drachenbooten nicht mal brandschatzend besuchen kommt.

In Afghanistan ereignete sich ein Unfall. Ein Soldat habe sich beim Waffeputzen versehentlich selbst erschossen. Hieß es zunächst, aber jetzt heißt es anders. Jetzt heisst es, beim allgemeinen Funzelreinigen habe ein Stubenkamerad des Gefallenen mit einer Pistole herumgefuchtelt haben und dabei versehentlich jemanden erschossen. Spielerischer Umgang mit der Dienstwaffe und diese dann anderen ins Gesicht halten und abdrücken – ja wird den Soldaten denn nicht einmal beigebrachten, dass man mit Waffen nicht herumspielt, schon gar nicht, wenn sie geladen sind? Sind das die berühmten Sekundärtugenden, derer unsere Soldaten auf der ganzen Welt bekannt sind? So kann man doch nicht meine Sicherheit am Hindukusch verteidigen!

Und nicht nur im Heer scheint’s drunter und drüber zu gehen, auch bei der Marine schlagen die Meldungen hohe Wellen. Vor ein paar Wochen stürtze eine Rekrutin von einem Mast der Gorch Fock und starb, was mich als Seemannslaien zu der Frage bringt, ob die Klettermatrosen denn nicht gesichert werden, durch Seile und Karabinerhaken und ähnliches Zeug – offensichtlich ja nicht. Das wäre schon schlimm genug, doch was müssen meine salzgegerbten Augen da lesen? Bei unserer stolzen Marine, die einst der gewaltigen Armada Großbritanniens im Skagerrak ein gelungenes Unentschieden abtrotzte, gab es eine Meuterei? Meuterei? Auf der Gorch Fock? Das ist doch nicht die Bounty! Da rotiert der Kaiser doch im Grabe umher, wenn seine stolze Hochseeflotte anfängt wild in der Gegend herumzumeutern! Und wo ist die Gorch Fock nun? Auf den Weg nach Argentinien! Wäre nicht das erste Mal, dass deutsche Soldaten sich nach Südamerika absetzen.

Written by Quax

20. Januar 2011 at 18:54

Veröffentlicht in Politik

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Und sie merken es nicht!

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Nah mehrmaliger Ermahnung hat die CDU jetzt vermutlich gemerkt, dass es besser ist, keine, ich wiederhole, keine Wahlkampflieder zu machen. Weil sie alle mit gigantischem Abstand totale Scheiße sind. Die CDU hat also gelernt. Aber dann kam die CSU.

Und hat ein Lied über die Grünen gemacht. Huhuhu, ist das gut geworden. Aber hört selbst und staunt (oder kotzt).

Uff. Gut, gut. Beziehungsweise ja eben nicht. Fangen wir mit dem an, was als erstes ins Auge springt, nämlich mit dem Optischen. Da hat sich der Internetazubi von der JU aber jede Menge Mühe mit gegeben, noch dazu diese Metaphorik! Alles grün, weil’s ja um die Grünen geht. Clever. Und die Beule ist rot! Weil Sozialismus! Hahaha! Ha. Hu.

Aber was wirklich wichtig ist, ist die Musik. „Musik“. Oder wie es in der CSU-Beschreibung zu dem Video heißt:

„Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm. Es hat vor lauter Protest eine Steinschleuder um. Grün sein und dagegen sein, mit Pflaster-, Schotter-, Ziegelstein…“. Wir zeigen, wie es hinter der Fassade der Grünen ausschaut.

Das tut ihr, CSU, das tut ihr. Genau so sieht’s hinter der Fassade der Grünen aus. So und nicht anders. Mensch, seid ihr entlarvend mit eurem Humor. Oder dem verkrampfte Etwas, das ihr bornierten Altherren dafür haltet.

Ab zum Text! Das beliebte Kinderlied kennt jedes, nunja, Kind. Parodien mit bekannten Melodien sind eine schöne Sache, aber doch nicht so! Schon die ersten beiden Verse, so dermaßen verkackt. Im Original geht das so:

Ein | Männ|lein | steht | im | Wal|de | ganz | still | und | stumm / es | hat | vor | lau|ter | Pur|pur | ein | Mänt|lein | um.

Elf Silben im ersten Vers und nochmal elf im zweiten. Nicht schwer, das dürfte selbst die CSU hinkriegen. Aber freuen wir uns nicht zu früh:

Ein | Männ|lein | steht | im | Wal|de | ganz | grün | und | dumm / es | hat | vor | lau|ter | Pro|test | ei|ne | Stein|schleu|der | um.

Elf Silben im ersten Vers, wie gehabt, und im zweiten dreizehn. So blöde kann doch keiner sein, nicht einmal die CSU – aber sie hat mich soeben eines besseren belehrt.

Das ist schon schlimm und tut in den Ohren weh. Aber dann kommt noch mehr Text.

Grün sein und dagegen sein / mit Pflaster-, Schotter-, Ziegelstein / Ach, wie bin ich froh, doch kein Grüner zu sein

Wir halten fest: CSUler sind offenbar ebenso minderbemittelt wie humorlos; wer sonst würde „sein“ auf „Stein“ auf „sein“ reimen? Selbst in Kindergärten wird man bei solchen Reimereien verprügelt!

Puh.

Als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre, gibt es noch zwei Sachen anzumerken. Erstens: Die CSU hat den Kommentarbereich zum Video bei Youtube gesperrt, was Bände spricht und/oder bezeichnend für das Selbstverständnis der CSU ist. Man möge sie daran erinnern, sollten sie sich über die „politische Kultur“ des Landes ereifern oder das Wort „Demokratieverständnis“ in den Mund nehmen. Zweitens: Es gibt etwas namens „CSU. Die App. der Christlich-Sozialen Union“ und es ist „kostenlos erhältlich im App Store“. Habt Angst, Völker dieser Erde, habt Angst.

Written by Quax

14. Januar 2011 at 22:26

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Cool, RTL

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RTL Punkt Zwölf hat schon einen ganz eigenen Sinn für Humor, aber das wissen die RTLler wahrscheinlich nicht einmal. So wie bei einem kleinen Hund, der einen Knochen in seine Hundehütte bringen will, doch der Knochen ist viel zu groß, sodass die Töle immer an der Öffnung hängen bleibt. Drollig eben.

Da steht also dieser RTL-Reporter knietief im Wasser einer vom Rhein gefluteten Stadt irgendwo in Baden und mit -heim am Ende und berichtet, wie die Menschen mit dem Wasser leben und wie erbarmungslos Keller leergepumpt werden, während im Hintergrund zwei Rentner auf ihrer Fernsehcouch durch die Stadt schwimmen. Dann ein Schnitt und Bilder der Feuerwehr, die in Schlauchbooten Anwohner zu ihren Häusern paddelt.

Und dann, hihi, ein Empörungsbeitrag. Wie schlimm sie sind, diese Gaffer und Hochwassertouristen, die nicht helfen und anpacken, nur da rumstehen, gucken und schöne Bilder machen. Empörung, Empörung überall. Und RTL selbst hilft nicht und packt nicht an, steht da nur rum, guckt und macht schöne Bilder.

Aber gut, es gab ja noch andere Beiträge („Horror-Dioxin: Jetzt auch in Schweinen!“), wie der Beitrag über den kleinen Marcel (Name ist dem Autor unbekannt). Der kleine Marcel ist so ca. 20 oder auch nicht und stottert und soll geheilt werden. Zu Beginn muss dem Zuschauer natürlich bewiesen werden, dass der kleine Marcel durch seine Stotterei in seinem Alltag behindert wird. Also zerrt die Reporterin den armen Kerl in ein Restaurant, wo sie eine Gulaschsuppe bestellt, dann muss der kleine Marcel bestellen. Der arme Tropf müht sich ab, die Kamera klebt in seinem Gesicht, während er sich zusammennimmt und unter den stressenden Augen der ungeduldigen Reporterin ein paar Wortfetzen zusammenbekommt. Man sieht, das war sehr schwer für ihn. Und dann kommt diese halbseitig erblödete Reporterin und fragt den kleinen Marcel: „War das sehr schwer für dich?“

Nein, du sprechender Sandsack, war sehr einfach. Himmel!

Written by Quax

11. Januar 2011 at 13:30

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Neulich in der Provinz

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In Potsdam, der pulsierenden Metropole, da gehen die Uhren anders, nämlich rückwärts. Schon drollig, was da so alles durch den märkischen Sand wuselt und ein Mindestmaß an Haupthaar vermissen lässt. Die Universität Potsdam lässt einige jener Haarlosen bei sich studieren, man kann’s ja nicht ändern.

Einer dieser Herren ist nun von seiner politischen Haltung höchstens bedingt das, was man gemeinhin „Kommunist“ nennen mag, sondern eher das komplette Gegenteil. Er ist ein recht rechter Geselle, bzw. Kamerad und rennt studierend über den Campus der Unität Potsdam. Da er nun seine drei Gedanken nicht an sich halten konnte, sorgt er nun für Probleme an seiner Alma Mater.

Er absolvierte ein Praktikum in der NPD-Zentrale und wünscht nun die Anerkennung jenes Praktikums, wogegen sich die Verantwortlichen Universitätsmenschen sperren, die es für unschicklich halten, dass ein späterer Diplom-Politikwissenschaftler sein Pflichtpraktikum in der NPD-Zentrale absolviert hat.

Was nun besonders kurios ist, ist folgender Sachverhalt. Der Kerl, der da sein Praktikum abgesessen hat, ist der stellvertretende NPD-Vorsitzende in Brandenburg – und der hat in der Bundeszentrale sein Praktikum gemacht! Also… also… der Landesvize macht im Braunen Haus sein Praktikum. Das ist so, als würde ich ein Praktikum in meiner eigenen Küche machen. Kein Wunder, dass der Quatsch nicht anerkannt wird! Täte ich neben meinem harten, harten Studium beispielsweise noch bei Burger King (wo es besonders lecker ist) zwecks monetärer Beschaffung abwechselnd Brötchenhälften und Fleisch aufeinanderschichten, dann würde ich mein Praktikum doch auch nicht an der Kasse des eben genannten Etablissements machen und darauf hoffen, dass mir das als Praktikum im Bereich VWL/International Finance anerkannt wird.

Also ehrlich, NPD, mit solchen Leuten an der Parteispitze nehmt ihr dem Kampf gegen Rechts aber ordentlich die Butter vom Brot.

Written by Quax

10. Januar 2011 at 19:19

Veröffentlicht in Bildung, Politik

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Aus gegebenem Anlass

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Zell, das Atlantis Rheinland-Pfalz‘. Koblenz, wo Mosel und Rhein sich zum Rhein vereinigen, bekommt die nassesten Füße seit zehn Jahren. Da helfen keine Dämme, da hilft nur gute Musik:

Written by Quax

10. Januar 2011 at 16:14

Veröffentlicht in Blödsinn

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