Misanthropenwald

Spirale der Blödheit

with 3 comments

Gestern ließ sich auf SPON ein Artikel einer (eventuell tatsächlich existierenden) Studentin erspähen, die einen Brief an ihren Lehrer von einst schrieb und ihm ankreidet, dass er sie schlecht auf die Uni vorbereitet habe, weil nur Transferleistungen abgefragt worden seien und keine Auswendiglernereien, wie man das auf der Unität nunmal benötigt. Und heute antwortete der Lehrer, dass die Uni ihn damals schlecht auf den Lehrerberuf vorbereitet habe. Nunja.

Beginnen wir mit dem Studentinnenbrief von Charlotte Haunhorst. Sie ist im Grunde gar sehr entzückt darüber, dass Lehrer Christian Bode nicht so großen Wert auf Zahlen legte, sondern mehr so die großen Zusammenhänge lehrte. Mit viel Eigeninitiative las sie freiwillig auch Bücher (!) und bildete sich weiter.

Dann kam Charlotte auf die Uni und machte einen großen Fehler. Sie studierte „was mit Medien“ – und wunderte sich, dass man in einem solch überschätzten Studiengang zum Abschluss krabbeln kann, ohne auch nur ein Buch in der Hand gehabt zu haben. Außerdem erwies sie sich als extrem unflexibel; statt von ihren aus der Schule gewohnten Transferlernverhalten abzuweichen und das dümmlich-stupide Auswendiglernverhalten zu übernehmen, blieb sie stur dabei und bekam notenmäßig auch gleich die Quittung. Spätestens nach der ersten Klausurenphase hätte es ja im Hirne rappeln können, dass Wasmitmedienistik weniger mit Denk-, denn mehr mit Gedächtnisleistung zu tun hat und ganz und gar anspruchslos ist. Statt sich einen neuen Studiengang mit mehr Anspruch zu suchen, blieb sie in dem Sammelbecken für all jene, die nach dem Abi nicht wissen, was sie studieren sollen. Nach dem dritten Semester erst resignierte sie und lernte nur noch Folien auswendig. Wie es sich gehört.

Nun folgt die Antwort von Lehrer Bode – und da geht es los:

Liebe Charlotte,

es tut mir leid! Ich konnte es nicht besser, aber ich habe eine Entschuldigung: Man hat mich völlig falsch auf das Lehrerleben vorbereitet!

Charlotte lernt nix auf die Uni, weil die Uni ihren Lehrer nicht gut darauf vorbereitet hat, wie man die Pennäler auf die Uni vorbereitet – Fuck it!

Darauf folgt die Schwärmerei, wie man damals nicht in Vorlesungen brauchte, weil man den Schein auch so bekam und die Dozenten sich keine Mühe bei den Vorlesungen gaben – warum auch, es kam ja eh keiner. Aber die Seminare, da fand „das eigentliche Studium“ statt und es lehrten „hoch motivierte und junge (wichtig!) Dozenten“ auf teufelkommraus alles das, was man im schulischen Dienst ohnehin nicht mehr bräuchte und manchmal, wenn man besonders viel Glück hatte, durfte man sogar – man höre und staune ob dieser tollen Seminare damals! – eine Hausarbeit schreiben und ab und an bekam man dabei sogar Hilfe! Eiderdaus!

Zu dumm, dass Seminare an den Unis verschwunden sind und nur noch Zwangsvorlesungen mit dreifacher Anwesenheitspflicht und anschließender Auswendiglernklausur existieren.

Doch früher war mitnichten alles besser, denn spätestens im Examen zeigte sich das Symptom, dass Lotte so schön beschreibt:

Spätestens im Examen zeigte sich dann das Symptom, das Du so schön beschreibst: Es wurde ein zentrales Thema gestellt, dazu gab es eine Literaturliste (mit echten Büchern!) und dann wurde stumpf gepaukt.

Obacht, es folgt nun ein Witz:

Fakten, Fakten, Fakten, und zwar lang schon, bevor der Focus das zu seinem journalistischen Credo machte!

Lauthalse Schmunzelei, allenortens. Aber das war ja alles bisher nur nostalgisches Vorgeplänkel, denn jetzt geht’s um die wurscht! Als Lehramtsstudent wurde man gar nicht auf die Schule vorbereitet:

Die Schulpraktika waren eine Farce […] Die Pädagogikseminare waren eine Reise an die Grenzen des Verstandes und der Geduld

Und viele merkten erst im Referendariat, dass sie ja mal mit Kindern zu tun haben würden!

Gymnasiallehrer – Menschen, die vier Monate Ferien im Jahr haben, nur den halben Tag arbeiten und sonst zugucken, wie ihnen das üppige Beamtengehalt aufs Konto gespült wird. Man merkt ihnen an, dass sie vormals zur Gruppe der Lehramtsstudenten gehörten. Zu jenen geistig einfältigen Figuren, die ob ihrer Beschränktheit nicht zu unrecht in der Studentenhierarchie ganz unten angesiedelt sind, gerade weil sie den Schuss nicht gehört haben und tatsächlich wider besseren Wissens an die Schule wollen, Klassen mit dreißig Volldeppen unterrichten. Immerhin, so ein ex-Lehrämtler kennt dann seine Pappenheimer. Und weil er es nicht besser gelernt hat an der Universitaet, bringt er seinen Kinderlein das Unnötige bei und die besonders wenig hellen Kinderlein gehen dann mit dem ganzen Blödwissen an die Uni und studieren Lehramt und so fort.

 

 

Und nun freue ich mich auf eure billigen Ausflüchte Kommentare, liebe Lehramts-„Studenten“.

Advertisements

Written by Quax

28. Januar 2011 um 22:22

Veröffentlicht in Bildung, Polemik

Tagged with , ,

3 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. herr quax, sie waren schon mal besser.
    nicht immer so stupide draufkloppen ..ist doch langweilig.

    hoffe bald mal wieder was anständiges zu lesen ;)

    noart

    29. Januar 2011 at 00:01

  2. Also ich finds gut.

    Klugscheißer

    29. Januar 2011 at 00:56

  3. hmm… im ursprünglichen „brief“ war mir lehrer bode noch sympathisch, weil er offenbar gut unterrichtet hat. jetzt frage ich mich, ob er oder nur jetzt.de so blöd war, das als kritik an seiner person und nicht an den universitäten aufzufassen. und spon? ob die den brief je gelesen haben? dann hätte man eigentlich drauf kommen müssen, dass hier nicht gefordert wird, die schüler besser auf die uni vorzubereiten, sondern das studium wieder besser zu gestalten.^^

    schmand

    31. Januar 2011 at 17:33


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: