Misanthropenwald

Archive for Mai 2011

Oh, Bild!

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Von allen doofen Sachen, die man so landein landaus lesen darf, war das doch das bisher dööfste. Aller Zeiten.

Da schaut man nichtsahnend auf bild.de, denn man muss sich ja informieren, wie panisch man inzwischen sein muss, und da schreibt Bild allen ernstes:

EHEC-Welle ist ernster als Schweinegrippe!

Ja, fuck! Die Schweinegrippe, die damals ganze Landstriche entvölkerte! Ja hat denn niemand mehr die Darmkeime unter Kontrolle?

Darm-Keime außer Kontrolle – schon 6 Tote!

Doppelfuck, schon sechs. Bei der Schweinegrippe waren es wieviele? drei?

Hoffentlich wird schnell was gefunden, sonst sind wir alle unter der Erde, aus der das Gift-Gemüse (fehlt noch als Bildschlagzeile) kam. Und denkt eigentlich mal jemand an die Kinder?

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Written by Quax

27. Mai 2011 at 21:07

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Gurke des Grauens

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Wir hatten SARS. Wir hatten BSE und Creutzfeld-Jakob. Wir hatten Vogel- und Schweinegrippe. Wir hatten auch Dioxin und Gammelfleisch. Doch eines hatten wir noch nicht: Gurken.

Pest und Cholera und Spanische Grippe gab’s auch mal, aber die sind lange weg. Solche Krankheiten vom alten Schlage gibt es inzwischen gar nicht mehr, möchte man wehmütig anmerken, wenn nicht gerade die Weltenseuche EHEC über Europa zöge und wie ein schwarzer Schleier bleischwer über dem Land läge. Müssen wir alle an EHEC und der EHECschen Scheißerei sterben? Ja, wenn’s nach SPON und Bild geht, denn wenn man mal die Berichterstattung kurz zusammenfasst, kommt man auf PANIK, PANIK, PANIK!!!

Schlimm. Killer-Keime und Todes-Bakterien in unserem Essen, besonders in der deutschen Gurke. Inzwischen sogar in der spanischen Gurke und vielleicht auch in der holländischen. Fehlt nur noch der Spruch, der bei Lebensmittelskandalen irgendwann eigentlich immer fällt: „Man kann ja gar nichts mehr essen, Gurke ist ja überall drin!“ – wahlweise statt Gurke auch Ei/Rindfleisch/Kautschuk/wasauchimmer. Gefolgt von der Frage an „Ernährungsexperten“ bzw. „Lebensmittelexperten“, die in jedem Morgenmagazin gestellt wird: „Was können wir denn überhaupt noch essen?“

Die Antwort lautet: Fleisch! Essen Sie ein leckeres Schnitzel mit Speckwürfeln, ein delikates Cordon Blö mit einer Soße aus Geschnetzeltem und Würstchen oder ein schmackhaftes Hacksteak mit Prosciutto. Ein bisschen chauvi ist’s ja schon, wen das Bakterium EHEC zur Zielgruppe erwählt hat: Frauen, weil die so viel Gemüse essen. In einer patriarchalischen Gesellschaft hätt’s EHEC bestimmt schwerer. Also besser kein Gemüs‘ mehr futtern, sonst hat man Darm. Lieber ein paar Bockwürstchen zu sich nehmen, ist momentan gesünder.

Gerade jetzt im Sommer empfiehlt sich zum Beispiel ein vorzügliches Fleischeis.

Written by Quax

27. Mai 2011 at 15:02

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Ach?

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Heute ist der Tag nach gestern und das ist etwas ganz schön Besonderes!

Gestern sollte die Welt untergehen, wie christliche Weltuntergangsexperten vorhersagten. Nun, passiert ist wenig und das hat einen Grund, denn Jesus hat nur die guten Menschen in den Himmel geholt, der sündige Rest bleibt auf Erden zurück und darf in die Hölle – wo zwar das Wetter schlechter ist alswie im Himmel, dafür ist die Gesellschaft besser.

Kommen wir nun zu etwas ganz anderem. Bremen, das sympathische Fischland im Norden, hat heute Wahl. Heißt es. Weder weiß man, wer im Moment das Land Bremen regiert, noch wer um das Amt des Regierungsboss im Land Bremen ringen tut. Bremen. Wenn man da gewählt wird, hat man’s irgendwie auch nicht geschafft.

Written by Quax

22. Mai 2011 at 15:17

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Zum Rechnen zu Blöd

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Klappt die Hemdkragen hoch und schlagt die Arme über dem Kopf zusammen: Nordrhein-Westfalen hat Abitur geschrieben. Auch in Mathe, was aber völlig sinnfrei ist, denn mit Zahlen kann an Pott und Kölsch eh‘ keiner umgehen.

2007 wurde im halbwegs sympathischen Kohlebundesland zum allerersten Mal Zentralabitur geschrieben. Das heißt, dass nicht mehr die Lehrer selber solche Abiaufgaben stellen durften, wie „Mein schönstes Ferienerlebnis auf dem Drachenfels“ (H. Schmidt), sondern diese Aufgaben kommen seitdem von Düsseldorf und sind dementsprechend professionell („Elaborieren Sie die attraktivste Arbeitsvakanzimpression auf einer ehemaligen Festungsanlage aus mediävistischer Ära“).

Zwotausendacht bedankte sich das Bildungsministerium NRW bei allen, die so blauäugig waren, Mathe zu wählen (ja, Mathe ist in NRW nicht verpflichtend Bestandteil des Abiturs. Suck it, Baden-Württemberg!). Mit dem berüchtigten Todesoktaeder des Grauens der Vernichtung – eine unlösbare Aufgabe über ein im Raum schwebenden Klumpen, den man berechnen sollte. Das stellte sich als unlösbare Aufgabe heraus – dummerweise erst hinterher. Das Missbildungsministerium hatte daraufhin eine grandiose Idee: man richtete eine Prüfungsstelle ein, die die Abiaufgaben auf Lösbarkeit durchgucken sollen. Warum es sowas nicht vorher gab, wissen nur die Götter allein. Die Prüfung der Prüfungen verlief ohne Zwischenfälle.

Bis jetzt.

Denn dieses Jahr gab es wieder eine Panne bei Mathe, denn niemand in der Prüfungenprüfungskommission kann lesen und nicht viel weniger mit Zahlen rechnen. Was genau schief gelaufen ist, ist unwichtig, aber es war bestimmt die Hölle.

Jedenfalls, das Bildungsministerium in seiner emotional verkrüppelten Haltung hat nun bekannt gegeben, dass es sich dazu herablässt, die Abiturenten (sic!) nochmal die Matheklausur zu machen. Freude allen Ortens. Denn wer hat als Abiturient nicht Bock, die dümmste Klausur der Erde ein zweites Mal zu verhauen schreiben? Ne? Eben.

Gut, wofür braucht man schon Leute die Zahlen kennen? Außer für Abiprüfungprüfungsstellen.

Written by Quax

19. Mai 2011 at 20:21

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Brain Drain

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Keine Doktoren, keine Unis, kein Geld, keine jungen Studenten und Nobelpreise gewinnen wir ja auch keine mehr. Wozu also Hochschulen, die eigentlich niemand will? Wird Wissenschaft überbewertet. Es wird. Aber hallo!

Der Gelehrtenschwund setzt ja schon von oben an. In den letzten Tagen haben bereits drei Doktoren ihre Doktorhüte genommen und artgerecht verbrannt, nämlich ex-Dr. Guttenberg, ex-Dr. Koch-Mehrin und ex-Dr. Tochter vom Stoiber. Alle drei erkannten die Sinnlosigkeit von Wissenschaft und gaben sich für ihren akademischen Grad so überhaupt keine Mühe. Durch Lug und Trug setzten sie ein Statement gegen Wissenschaft, dieses unnütze, geldverschlingende Hobby verbeamteter Professoren.

Hinzu kommt der demographische Wandel. Weil’s ja eh bald keine Kinder mehr in Deutschland geben wird, wird’s auch keine Studenten mehr geben – wozu dann Unis? Weil sie so geil aussehen? Das muss man stets bedenken, wenn in nächster Zeit wieder eine Fakultät eingeweiht, ein neuer Hörsaal gebaut und eine neue Professur ausgeschrieben wird. Was sollen Professoren ohne Studenten tun, außer sich gegenseitig schlagen und/oder Bücher auf und zu?

Zumal Polen offen ist. Die Grenze ist so porös, dass polnische Wissenschaftler in Heerscharen nach Deutschland abwandern – das befürchtet die polnische Regierung. Und diese Polenprofs kommen natürlich nicht zum Spargelstechen, denn wer mag schon Spargel?, sondern zum Arbeiten. Gut ausgebildet in ihrem Heimatland, machen sie den Wissenschaftsbetrieb in Deutschland völlig überflüssig.

Hamburg hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Hamburg baut seine Hochschulen Stück für Stück ab. Völlig zurecht. Hochschulen haben eh keine Zukunft mehr. Genauso wie Hamburg.

Written by Quax

13. Mai 2011 at 10:20

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Nicht als die Wahrheit über den Achjamann

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Was als amüsanter Podcast begann, endete mit der schon lange geahnten, aber immer für unmöglich gehaltenen Wahrheit. Der Achjamann hasst euch alle!

Written by Achja

5. Mai 2011 at 20:13

Gewusst wie

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Wenn man etwas hat, egal was, dann zieht man den Neid seiner Mitmenschen auf sich (außer es ist Herpes). Dann muss man sich rechtfertigen, woher man das hat (auch bei Herpes) und warum man sich als würdig erachtet, besagtes Dings zu besitzen. Da kann man schon mal ins schwimmen kommen. Zum Glück hat ein italienischer Bischof jetzt die universelle Antwort auf all diese Fragen.

Der Bischof benötigte neue Kluft für seine Predigt und seinen Körper und wer ein gottesfürchtiger Bischof ist, der will natürlich nur das Beste vom Bestesten – die Kollekte soll ja nicht für irgendwelchen Firlefanz draufgehen! Also ließ sich der Bischof vom günstigsten Schneider der Gegend einen Satz Gewänder nähen. Kirchengewänder von Armani. Denn wenn Jesus uns etwas predigte, dann war es Prunksucht.

Des Bischofs neue Kleider seien „geschmackvoll“ und „aus schlichter Seide“, so schlicht, wie Seide nur sein kann. Wie ein Auerhahn stolzierte seine Heiligkeit durch das Gotteshaus und heimste ein Kompliment nach dem anderen ein. Die Gewänder schlugen in der Gemeinde ein wie eine Bombe (oder Herpes). Vor allem aus dem weiblichen Kirchgängervolk gab es Beifall – sie hätten auch gerne so hübsche Kleidchen.

Doch der Bischof trägt seinen neuen Rumpfschmuck natürlich nicht aus Eitelkeit oder der allseits bekannten Pablissitiegeilheit, nein nein. Er schmiegt seinen Prachtkörper in das edle Geschmeide aus einem völlig selbstlosen Grund: um Gott zu gefallen.

Clever.

Mit dem Argument könnte man dem HErrn auch noch ganz andere Sachen unterstellen. Ich habe zum Beispiel vorhin aus dem Fenster gepieselt, um Gott zu gefallen. Vorhin bin ich bei rot über die Autobahn getanzt, während Grundschulkinder zugesehen haben, um Gott zu gefallen. Ich denke, heute Abend werde ich mich ins Koma saufen, um Gott zu gefallen. Morgen werde ich jemandem modriges Laub in den Briefkasten stopfen, um Gott zu gefallen. Aber jetzt höre ich lieber auf mit den Beispielen und beende diesen Eintrag, um…

naja, ihr wisst schon.

Written by Quax

4. Mai 2011 at 16:57

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