Misanthropenwald

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Was ist grün und stinkt nach Fisch?

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Ein Krimi war das ja gestern Abend, ein Krimi mit unschönem nicht-Happy End. Natürlich geht’s nur um Baden-Württemberg, denn wen interessiert schon die Pfalz? Da ist eh Hopfen und Malz verloren. Also, Schwaben und Badenser, rechtfertigt euch. Was sollte das, hm?

Der größte Teil von euch Spinnern hat tatsächlich Mappus gewählt, das muss man sich mal auf der Zunge vorstellen. Vierzig Prozent. Und trotzdem – das ist ja das allergeilste – hat’s nicht für die Regierung gereicht. Zu dumm, dass ich weder schadenfroh noch gehässig bin – moment, bin ich ja doch! Also:

HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!

Und wer ist’s schuld? Die Grünen! Mal ehrlich Badenser und Schwaben, die Grünen? Grüne? Wirklich? Seid ihr so verzweifelt gewesen? Ihr wisst, dass ihr den Chemielehrer mit der unangenehmen Stimme, der jetzt euer König ist, in den nächsten fünf Jahren nicht mehr los werdet? Immerhin, Stefan Winfried Kretschmann dürfte von Akzent und Stimmlage her ein Fest für alle Imitatoren werden. Jetzt muss er sich nur noch dämlich verhalten, aber das dürfte für einen langjährigen Grünen kein Problem werden.

Hoffentlich bedanken sich die Grünen auch artig bei den JapanerInnen für ihre verstrahlte Hauptstadt, ohne sie wäre dieser grandiose Erfolg kaum möglich gewesen. Jedes Unglück hat eben auch etwas Gutes.

Ach, nebenbei, Schwabenser und Badenberger! Nett von euch, der SPD das mieseste Ergebnis seit dem Urknall (für Kreationisten: seit der Teilung von Himmel und Erde durch den HErrn) zu verpassen. Selbst schuld, wenn man als Partei keinen Spitzenkandidaten aufstellt, sondern Nils Schmid, dessen Name ich gerade selbst noch einmal nachgucken musste. Es wäre schön, wenn… wie hieß er noch gleich? Achja, Nils Schmid! Also, es wäre schön, wenn Herr Schmid in der Landesregierung ein wichtiges Ministerium bekäme. Häuslebauminischterium oder wasweißich.

In einem Punkt muss ich mit meinen Mitfreundinnen und Mitfreunden hier in Baden-Württemberg aber richtig schimpfen. Hier, im Stammland der Liberalen. Ihr habt’s tatsächlich zugelassen, dass die FDP doch noch in den Landtag einziehen darf? Wie seid ihr denn drauf? Bei der ersten Hochrechnung stand die FDP bei lustigen 5,0% und jetzt hat sie doch noch den Einzug geschafft? Was soll das denn? Ist euch nicht klar, dass Dreiparteienparlamente ein größerer Spaß sind als acht FDP-Schmocks, die jetzt in Stuttgart die Luft wegatmen?

Wenigstens auf die Pfälzer ist in dieser Hinsicht Verlass.

Written by Quax

28. März 2011 at 11:46

Veröffentlicht in Politik

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Written by Quax

28. März 2011 at 00:41

Veröffentlicht in Blödsinn, Politik

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Obacht, Wähler!

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Heute wird in drei Bundesländern gewählt, nämlich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz jeweils ein Landtag und in den dunklen Wäldern Hessens findet eine Kommunalwahl statt. Zeit, mal kurz Warnungen rauszugeben, was man da eigentlich wählt, drum:

Wer CDU wählt, wählt Atomkraftwerkslaufzeitverlängerungen und andere lange Wörter!

Wer die Grünen wählt, wählt Angriffskriege!

Wer die SPD wählt, wählt die SPD!

Wer die FDP wählt, schmeißt seine Stimme weg!

Wer die Linkspartei wählt, dem kann man nur zu seiner vernünftigen und wohldurchdachten Entscheidung gratulieren!

Wer überhaupt nicht wählen geht, bekommt in ein paar Jahren nochmal Gelegenheit dazu! 

 

Soweit sogut. Heute abend wird sich herausstellen, in welche Richtung der Misanthropenwald die Wahl entschieden hat.

Written by Quax

27. März 2011 at 13:20

Löbel!

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Meine Fresse, ich wollte dir beim letzten Mal schon androhen, dass ich dir auf den Sack gehe, wenn du mir noch einen Flyer in den Briefkasten setzt – und jetzt sind es gleich zwei! So nicht, Löbel, soooo nicht. Ich wollte ja nicht, aber du drängst mich ja! Chancenloser CDU-Löbel, du!

Könnt‘ ich mich ja drüber aufregen! Schon die graue Textwüste auf der Vorderseite des ganzen Propagandaflugblattes ist ein Traum. Denn es ist „Zeit für neue Ideen!“ und keine andere Farbe schreit Innovation so sehr heraus wie betongrau. „Politik wird mit Herz, Mut und Verstand gemacht“ und an allem mangelt’s dir, vermutlich besonders an letzterem.

Toll auch dein holpriges „Als Landtagsabgeordneter verspreche ich Ihnen voller Tatkraft und Engagement für Sie zu arbeiten“ – Ist dir die Kommasetzung vertraut, mein Freund und Kupferstecher? „…verspreche ich, [in Worten: KOMMA] Ihnen voller usw.“ – manchmal gibt es Lektoren, die solche Flugblätter korrigieren, aber manchmal eben auch nicht.

Ganz links, Löbel lässig und cool auf einem Stuhl. So kennen wir den Mann mit der teuren Uhr. Und weil’s ja grad aktuell ist, noch schnell ein populistisches „Atomkraft – Nein Nein“ hineingeblökt; es würde mich nicht wundern, wenn er vor drei Wochen noch vollster Atombefürworter gewesen wär‘. Wenn ich Atomkraftgegener wählen will, die auch das übliche Geseiere verbreiten, dann wähle ich doch die Grünen (was ich mangels Hirnschaden aber nie machen würde) und nicht den Löbel, der sich schön mit Mappus ablichten lässt, der bis vor kurzem noch größter Atommann Deutschlands war.

Dann oben links: Löbel in seriöser Pose, denn Löbel hat sich für mich und meinen Stadtteil eingesetzt, der offensichtlich nicht sein eigener ist, sonst täte er das mitreißende „uns“ benützen. Denn Löbel wohnt offensichtlich in F4, das ist das Quadrat in der Innenstadt. „Einsetzen“ tut er sich für Neckarstadt, das ist ein bisschen so, als würde der Berlinabgeordnete von Kreuzberg unter den Linden wohnen.  Aber was soll’s, so ein Löbel hat halt alle Hände voll zu tun, wenn der Wahlkampf „nicht erst vier Wochen vor der Wahl“ beginnt, sondern eine. Beziehungsweise sechs, wenn wir so großzügig sind und ab dem ersten Flyer zählen. In dieser Zeit hat er aber auch wahnsinnig viel bewegt, zum Beispiel hat er das Kinderhaus gerettet. Als Landtagsabgeordneter will sowas weiter machen – ob er weiß, dass der Landtag kein Repräsentantenhaus ist? Nicht nur Kindergärten rettet der Selbstdarsteller und Eitelkopf Löbel, sondern er kämpft auch gegen Schlaglöcher, dieser mutige Mann. In dem er Blumen in die Löcher pflanzt. Aber vorher sich beschweren, dass Schlaglöcher den Verkehr behindern, was Vegetation im Loch natürlich nicht tut. Hohe Symbolkraft und ein schönes Grinsefoto für den Flyer, das reicht. Denn nur eine starke CDU setzt die richtigen Prioritäten, wie Natur auf unseren Straßen.

Apropos Foto: Löbel in seriös, Löbel als Gärtner, Löbel als hemdsärmliger Landratsabgeordneter in Kindergärten, Löbel mit Mappus. Löbel mit Guttenberg ist, hihi, inzwischen verschwunden. Das ist das Licht von eitel Sonnenschein, was da auf den Löbelschen Schädel knallert. Freuen wir uns, dass wir so einen engagierten, jungen Mann wählen dürfen, der „mit beiden Beinen fest auf dem Boden!“ steht. Jemand, der sich auch für die Gesellschaft einbringt und ein Praktikum bei der Müllabfuhr gemacht hat, wovon es natürlich ein geiles Werbebild gibt. Eigentlich möchte ich, dass Löbel weiter etwas für die Bürger tut und gute Arbeit verrichtet und unsere Tonnen leert. Wer soll das machen, wenn er im Stuttgarter Landtag herumlungert?

Neben seinem Praktikum (ob ihm das wohl an der Uni als Pflichtpraktikum angerechnet werden konnte? So als studierender Jurist?) kennt er sich auch mit den sozialen Problemen der Stadt aus, weil er hat schon „zahlreiche Besuche“ in karitativen Einrichtungen gemacht. Jetzt weiß er, wie schlimm es in Mannheim zugeht und will möglichst schnell nach Stuttgart gewählt werden, um das Elend nicht länger ertragen zu müssen.

Uff.

Nächster Flyer.

Vorne drauf der Geisler und der Löbel und der Austausch der Generationen, wie bei Star Trek, als Käpt’n Kirk und Käpt’n Picard aufeinandergetroffen sind. Nur, dass diesmal beide nicht so cool sind. Eigentlich überhaupt nicht. Bezeichnend, dass auch nur diese beiden sprechen, ein Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern aber gar nicht vorgesehen ist – wäre wohl auch albern, schließlich will Löbel nur von denen nach Stuttgart gehievt werden und keinen Debattierclub eröffnen.

Hinten drauf wird’s aber allerhöchste Zeit, „dass die Neckarstadt einen jungen engagierten CDU-Abgeordneten bekommt!“, was schon zweimal falsch ist. Einmal wieder das liebe Komma zwischen „jung“ und „engagiert“ – in der Aufzählung fehlt noch „bemüht“ und „selbstverliebt“ – „Neckarstadt“ ist der Name des Stadtteils. Ich vermute mal heftig, dass das wie ein Eigenname behandelt wird, dementsprechend ohne Artikel. Wie bei Städten. Es sagt ja auch keiner, dass „die Hamburg“ einen schönen Hafen hat oder dass „der Mönchengladbach“ hoffnungslos verloren ist.

Wie dem auch sei, es folgt das übliche Geschwafel dessen, wofür er sich alles einsetzen will, was – bis auf den Teil mit der Videoüberwachung – exakt so auch in allen anderen Programmen stehen könnte und vermutlich auch tut. Bisher war nur Löbel so dreist, Werbung in meinem Briefkästle zu hinterlassen. Zum Schluss gibt’s noch die hektisch angepappte Antiatomerklärung, man will ja möglichst viele Panikstimmen abfischen. Was völlig fehlt, ist der Hinweis, dass man auf dem Wahlzettel Koch-Löbel wählen muss und dass die CDU den Wahlkreis Mannheim-Nord schon selber abgeschrieben hat.

Es ist nämlich so, in Baden-Württemberg hat der Wähler nur eine Stimme, mit der er den Direktkandidaten samt Partei wählt. Wenn ich das richtig sehe, darf sich jede Partei ein paar der 70 Wahlkreise aussuchen, in denen die Anzahl der abgegebenen Stimmen auch für die Landesliste zählt und je mehr Prozent mann in diesen Wahlkreisen hat, desto mehr Abgeordnete gibt’s zusätzlich im Landtag. So in etwa. Wenn eine Partei ihr Zweitmandat auf einen Wahlkreis gar nicht erst legt, kann man davon ausgehen, dass das eh ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Und ihr Don Quichotte heißt Löbel.

Written by Quax

22. März 2011 at 00:16

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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Neues und komisches Altes. „komisch“ im Sinne von „merkwürdig“. Nicht, dass wir uns da falsch verstehen.

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Es gibt ja Überschriften und Überschriften, die viel zu lang sind. Dies hier ist eine von beiden. Aber zurück zum Thema, das noch nicht angefangen wurde und mit der Überschrift allerhöchstens auf einer Supermeta-Meta-Ebene was zu tun hat. Auch bei Suchanfragen gibt es solche und andere.

„Suchanfragen? Hä?“, mag der gebenedeite Leser nun denken. Nun, es geht um jene Suchanfragen, mit denen dieser kleine und ebenso bescheidene wie großartige Blog gefunden wird. Dafür gibt’s jetzt etwas tolles Neues, nämlich oben rechts. Ihr werdet es schon gefunden haben, die kleine Rubrik „Suchbegriff des Tages“. Da wird der Achjamann alle zwei Tage die bestesten Suchbegriffe zeigen, mit denen dieser wundervolle Blog des Spaßes gefunden wurde.

Es kommen aber auch merkwürdige Suchanfragen hier an, nicht nur die, die da oben rechts immer mal unregelmäßig aktualisiert werden. Einige Suchanfragenfragen lassen sich sehr schön sehr schnell beantworten. Heute kam beispielsweise jemand mit dem Suchbegriff „gilt zu guttenberg als gutaussehend?“ auf diesen Blog (welcher einmalig toll ist). Die adäquate, richtige Antwort auf diese Frage lautet „haha, nein.“

Anderes Thema, anderes Beispiel: „baden württemberg wappen hübsch or schön“ – and the ultimate answer lautet „weder noch“ bzw. „neither nor“ (sprich: „nießer nohr“).

Aber weg von der langweiligen Wappenkunde, die der Fachmann Heraldik nennt, und hin zum Klerus, den der Fachmann Klerus nennt. Eine Suchanfrage taucht immer wieder und wieder auf, seit Monaten schon. Erinnert sich noch jemand an T-V E? Den Bischof von irgendeinem Bistum im Norden des besten Landes der Welt? Der Typ, der in Saus und Braus lebt, wie das Jesus seinen Jüngern schon vorlebte? Der Mann, dessen Namen „Tebartz van Elst“ mit T-V E abgekürzt gehört, der Einfachheit wegen? Ja? Nein? Ja? Gut. Denn in hübsch regelmäßigen Abständen verirrt sich hier jemand her mit der Anfrage „tebartz van elst schwul“. Hierzu möchte die Misanthropenwald® Inc. GmbH & Co. KG und Söhne folgende Erklärung abgeben: Wir haben keine Ahnung, ob T-V E schwul ist oder nicht. Wir wissen nur, dass er Bischof von irgendwas ist. Wir wollen auch gar nicht wissen, ob er schwul ist. Denn da es sich um eine Kirchenperson handelt, zählt nur der Glaube. Falls jemand Indizien für das Schwulsein des T-V E hat, möge er sie uns nicht mitteilen, sondern jemanden, den es interessiert. Wir sind das nicht. Auf wiedersehen.

 

P.S.: Der A-380 passt dreimal in die Hindenburg.

Written by Quax

11. März 2011 at 12:20

Ein Mann für alles

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Hurra, am 27.3. ist endlich wieder Landtagswahl, diesmal in Baden-Württemberg! Wahlwerbung überall, Plakate auf den Straßen, Pappaufsteller an Laternen und Flugblätter in Briefkästen. Flugblätter, wie das des CDU-Spitzenkandidaten Nikolas Löbel für den Mannheimer Norden.

Nein, was habe ich mich gefreut, als ich des Löbels Flugblatt im Briefkästle fand! Ein Traum von einem Menschen ist er, der Nikolas. Und sein Flugblatt ist auch ein Traum von einem Menschen. Der Traum, einmal im Landtag zu sitzen…

Wird auch Zeit!

Die roten Bäckchen, das Hemd, der Anzug. Der graue Hintergrund versprüht ungeahnte Seriösität und die Schrägheit seines Kopfes unendliche Jugendlichkeit. Aber Äußerlichkeiten sind nichts, was die Menschen an die Urne lockt. Denn das Innere zählt, beim Kandidaten wie beim Flyer.

Der Mensch Löbel ist „leidenschaftlicher Fasnachter“, was man an seiner umwerfenden Kostümierung auf dem Bild erkennt. Stolz steht er neben dem Prinzen, Löbel sucht die Nähe des Adels.

Der Mensch ist auch „ein typisches Kind“ seiner Generation – Generation ’86, die Generation der Scheidungskinder und selbstständigen Stiefväter. Ein Jurist der Universität Mannheim, was irreführend ist. Denn der Campus Mannheim, bildet gar keine Juristen aus, sondern Unternehmensjuristen. Paragraphenreiter, die niemals Richter werden können, höchstens Steuerschlupflöcher für Bauunternehmen suchen.

Nichtsdestotrotz ist der schmucke Anzugträger jemand, der „die alltäglichen Sorgen und Nöte“ kennt. Seit er ein junger Abiturient war, folgt er seinem völlig originellen Motto „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“, was wohl fast jedes zwölfjährige Mädchen als Motto bei SchülerVZ angibt – aber dies zeigt ja nur noch mal die Volksnähe und Jugendlichkeit des verklemmten Gesetzesschmöckerers, der sich „mit Herz, Mut und Verstand“ engagiert. Herz und Mut sind ihm durchaus zuzutrauen.

Für den Arbeiter Löbel bedeutet Selbstständigkeit „vor allem finanzielle Unabhängigkeit“. Zyniker würden dem Freizeitbauarbeiter nun vorwerfen, dass er diese Unabhängigkeit durch das Frisieren von Finanzberichten und Steuerbescheiden erreichte. Die Wahrheit sieht anders aus. Früh ist der Mensch Löbel aus dem elterlichen Nest voller alltäglicher Sorgen gezogen und erarbeitete jeden einzelnen Euro durch „körperlich harte Arbeit unter schwersten Bedingungen“. Der Proletarier Löbel kämpft für eine Jugend, die „unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern“ ist. Wie er das tun will, das verschweigt der kluge Taktiker Löbel.

Die Jugend ist für den geistigen Altsenior Löbel eine schlimme Krankheit, die sich nur langsam bessert. Neben „Träume nicht dein Leben usw.“ vertritt Traumtänzer Löbel nämlich noch ein weiteres Motto;  Jugendlichkeit ist die Volksgeißel, der Löbel durch Arbeit für die CDU entfliehen will.

Den Verführungen des Adels erliegt jeder, auch ein Nikolas Löbel. Ob Karnevalsprinz Oliver oder Freiherr Guttenberg, der Löbel hatte sie alle. Gebannt hängt er an den Lippen des Armeeministers und folgt auch dessen Motto: „Immer dankbar sein, immer Träume haben und niemals aufgeben“, vorwärts immer, rückwärts nimmer. Und doch begeht dem Adelskenner Löbel ein Fauxpas, als er den überführten Trickbetrüger und Schwindler Guttenberg mit „Dr. [sic!] Karl-Theodor zu Guttenberg“ vorstellt. Doch als Jurist weiß Löbel natürlich um die Bedeutung akademischer Titel, steht er doch selbst kurz vor dem Examen.

Eine Liste der Dinge, für die der Politprofi Löbel steht, darf nicht fehlen. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Werbefachmann Löbel setzt selbst beim Plakatieren auf neue Ideen. Überall in Mannheim stehen lebensgroße Pappaufsteller des volknahen Löbels herum, wie auf dem Bild des Flyers zu sehen. In der Hand das seriösgraue Schild und sein viertes Motto, ein zeitlos schönes: „Zeit für neue Ideen!“ 

Der trendige Löbel geht ungeahnte Wege, denn nichts repräsentiert einen CDU-Landtagsabgeordneten in spé besser, als ein zweidimensionaler Aufsteller aus Pappe. Böswillige Zeitgenossen enthaupteten bereits einige dekorative Papplöbels.

Zu guter Letzt bettelt der Löbel förmlich um Stimmen, denn „der Mannheimer Norden hatte noch nie einen CDU-Abgeordneten“, was man dem Mannheimer Norden gar nicht ansieht, denn er sieht ebenso degeneriert aus wie seine Bewohner. Doch das Fehlen eines CDU-Mannheimnord-Abgeordneten sorgte dafür, so der messerscharfe Kombinateur Löbel, dass der Mannheimer Norden „faktisch keinen Einfluss auf die Landespolitik“ hat und hatte. Löbel muss also folgerichtig „das Direktmandat gewinnen“, weil. Weil… weil. Die Begründung ist egal, denn „auch der SPD-Bewerber“ wird, wie „alle anderen Kandidaten“ auch über das Zweitmandat in den Landtag rutschen. Offenbar kann im Norden der Stadt an Rhein und Neckar niemand das Direktmandat gewinnen, es blieb immer vakant im Landtag. Damit sich das ändert, muss Löbel nach Stuttgart.

Nun ist die Verwirrung groß, wen soll man wählen? Der Flyer suggeriert „Löbel“, doch das ist nicht so einfach. Denn auf dem Wahlzettel heißt der Namenstrickser Löbel nicht Löbel, sondern Koch-Löbel. Diesen Makel möchte er loswerden, damit er demnächsten auch unter dem Namen firmieren kann, mit dem er „groß und bekannt geworden ist“.

Drum Löbel (bzw. Koch-Löbel) wählen, Insassen des Mannheimer Nordens! Damit Nikolas Löbel noch größer und noch bekannter wird und sich für unsere Stadt und unser Land einsetzt. Und irgendeiner muss es ja machen.

Written by Quax

26. Februar 2011 at 15:46

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Türchen Nummer siebzehn

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Weihnachten, da vergisst man Freund- und Feinschaften und liegt sich in den Armen. Hort solcher Freundseligkeiten wird Stuttgart bald sein müssen, denn in Baden-Württemberg wird nächstes Jahr gewählt, im Superwahljahr 2011.

Öffnen wir mit einem Dröhnen also Türchen Nummer siebzehn!

Das große Koalitionsglücksrad! Wenn am Sonntag (bzw. Sonntag vor zwei Wochen) in Stuttgart-21-Land Wahl gewesen wäre, dann sähe das Ergebnis so aus:

  • CDU: 39%
  • SPD: 18 Prozent
  • Grüne: 28 pro Zehnt
  • FDP: 5 von Hundert
  • Linke: s. FDP

Was wären da für Koalitionen möglich?

Die Tigerentenkoalition könnte mein Landesfürst Stefan I. Mappus nicht fortsetzen, denn das wären nur 44% (neununddreißig plus fünf gleich vierundvierzig), aber man braucht ziemlich genau 50%, für zum regieren.

Eine Fußgängerampelkoalition aus SPD und Grüne könnte alleine auch nicht regieren, sondern müsste sich entweder um die FDP zu einer Kreuzungsampelkoalition erweitern oder aber die Linkspartei ins Boot holen. Da das allerdings allesamt Kommunisten und/oder alte SED-Mitglieder sind, fällt das so flach wie ein Bahnhofsbaustopp.

Eine Bronchitiskoalition aus CDU und Grünen wäre möglich. Dass Schwarz und Grün super miteinander können, hat Hamburg gezeigt, wo aus Lustlosigkeit zuerst der Bürgermeister und dann die Grünen hingeschmissen haben. Grüne Kernthemen, wie die Elbvertiefung oder Hafen City, der Stadtteil ohne arme Menschen, wurden mehr so durchwachsen durchgesetzt.

Denkbar und ebenso realistisch wie beängstigend ist die Brandwundenkoalition aus CDU und SPD. Dann könnte Mappus weiter durch’s Ländle möppeln und hätte im Grunde keinen Koalitionspartner. Denn wo die FDP rumschreit und die Grünen ja eh gegen alles sind, macht die SPD merkelsches Nichts.

Aber vielleicht geht die CDU ja auch ganz neue Wege und macht mit der FDP eine Koalition, was nicht ganz so weltbewegend ist – na, höchstens bewegend Richtung Untergang -, und angelt sich noch die Linkspartei. Die Giftkäferkoalition! Es wird ein Spitzensteuersatz eingeführt, aber nur für arme Menschen, die gegen Atomkraft sind. Oder so.

(Quelle aller Daten)

Written by Quax

17. Dezember 2010 at 00:27

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