Misanthropenwald

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Türchen Nummer zwanzig

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Weihnachten, Ferienzeit! Man geht Verwandte besuchen oder lässt sich besuchen. Auch wenn’s dieses Jahr wohl nichts wird mit dem Besuch der buckligen Verwandschaft, denn es fahren momentan so viele Züge wie es Grad Celsius hat: Minus vier.

Öffnen wir mit einem Bibbern also Türchen Nummer zwanzig!

Die Bahn kommt – oder sollte kommen, denn sie tut es nicht. Inzwischen hat die Bahn sogar hochoffiziell von Zugfahrten abgeraten. Ein Rat, den man auch im Sommer hätte beherzigen können.

Das alles wegen Schnee! War es denn wirklich so überraschend, dass es im Winter kalt werden könnte und dass man mit Schnee konfrontiert werden wird? Und davor zieht die Bahn jetzt resignierend ihren Hut und lässt kaltem Wasser den Vortritt. Wenn Züge fahren, dann nur noch im Schneckentempo, das heißt langsamer und damit noch verspäteter als ohnehin schon.

Damit hat General Winter das geschafft, was ein Battalion islamistischer Terroristen nicht vermochte: den gesamten Zugverkehr der Republik lahmzulegen. Generell ist die Enttäuschung ja gewaltig. Ende November hat man uns Chaos und Terror versprochen, die Weihnachtsmärkte seien noch unsicherer als die Bahnhöfe weil der Muselmann ja alles ungläubige in Sichtweite weghaut. Nichts, nichts, gar nichts war! Keine Explosion im Bahnhof, kein Attentat auf dem Weihnachtsmarkt, ja nicht einmal ein herrenloser Koffer hat’s zur medialen Eilmeldung gebracht.

Terroristen und Bahn – beide absolut unzuverlässig!

Written by Quax

20. Dezember 2010 at 00:04

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Türchen Nummer achtzehn

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Weihnachten, das ist die Zeit, in der es immer schön kalt ist. Manchmal liegt sogar Schnee. Viel Schnee. So viel Schnee, dass ein Chaos entsteht, dass nicht mal Der Vulkan besser hätte anrichten können.

Öffnen wir mit einem Surren also Türchen Nummer achtzehn!

Bahn, Bahn… Was ist bloß los bei euch da? Im Sommer brechen die ICE auseinander, weil die Klimaanlagen nicht funktionieren und es brüllend heiß wird und die Passagiere die Scheiben einschlagen wollen, um etwas Luft zu erhaschen und im Winter, also so jetzt, brechen die Regionalbahnen im Schnee weg, weil die Heizungen nicht funktionieren und es klirrend kalt wird und die Passagiere die Scheiben einschlagen wollen, um nicht den Kältetod zu sterben.

Wenn ihr mich also nicht röstet, friert ihr mich ein. Das ist lustig, weil ihr doch selbst mal Werbung gemacht habt und das mit dem Slogan:

Alle reden vom Wetter. Wir nicht.

Solltet ihr aber.

Written by Quax

18. Dezember 2010 at 00:14

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Die Bahn kommt (unter Umständen)

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Aber wohl eher nicht. Denn morgen wird gestreikt! Gut, das wird im allgemeinen Fahrplan niemandem auffallen, wenn ein paar Züge ausfallen. Schließlich ist Herbst und da liegt Laub auf den Gleisen, da kann so ein ICE ja schonmal schlapp machen.

Jedoch, der Fernverkehr wird gar nicht bestreikt, sondern der Nahverkehr. Wäre ja auch albern, etwas zu bestreiken, was bei diesen Temperaturen gar nicht fahren kann. Schon traurig, da sind nun endlich alle ICEs mit funktionierenden Klimaanlagen ausgerüstet worden, da kommt jetzt ohne Vorwarnung dieser blöde Winter und der gemeine Fahrgast verlangt nach Heizungen! Der Kunde mag König sein, aber es lebe die Revolution!

Und wie das bei Revolutionen so ist, da gibt’s markige Sprüche wie:

Mann der Arbeit aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still
wenn dein starker Arm es will!

Und der starke Lokführerarm will es und stillt die Räder, weil er mehr Geld möchte. Da die ICE-Führer nicht streiken, werden Lokführer bei der Bahn wohl nach Geschwindigkeit bezahlt, doch wohin gehen da die Fahrscheineinkünfte? Nicht ins Gehalt der Dampfrosslenker und offensichtlich auch nicht in die Qualmhengste selber, das weiß jeder, der mit so einer langsamen Rappelkiste regelmäßig durch die Höhen und Tiefen des Landes zuppelt.

Dem Stuttgarter Bahnhof fehlt es an Tiefe, darum tut man mit ihm das, was man mit dem natürlichen Feind der Eisenbahn, den Autos, auch macht. Man legt ihn tiefer. In diese Grube versenkt Grube all sein Geld. Gut, was heißt hier „sein Geld“, mehr so das Geld derer, die nicht schwarzfahren und Bahnchef Grube fährt sicherlich nicht mit der Bahn, das wird ihm zu unsicher sein; schließlich weiß er ja, wie oft diese dieselbetriebenen Sicherheitsrisiken gewartet werden.

Die Auseinandersetzung um den Stuttgarter Bahnhof nimmt auch immer skurrilere Züge an. Neben den bekannten Aufständen gegen Stuttgart 21 gibt es nun auch Liebesdemonstrationen und Abrisspartys von Stuttgart-21-Mögern. Deren Kampf um die Meinung des kleinen Mannes von der Straße, der mit dem Fahrrad fahren muss, weil sein Zug wegen zwei Ästchen auf den Gleisen für acht Jahre ausfällt, treibt sehr merkwürdige Blüten. Da verkaufen die ernsthaft T-Shirts mit der Silhouette einer sich räkelnden jungen Frau drauf und schreiben daneben „Tu‘ IHN unten rein! Stuttgart 21„. Zweideutig.

Weil’s ja ein Durchgangsbahnhof werden soll, rasseln man dann da von vorne nach hinten durch und umgekehrt?

Written by Quax

25. Oktober 2010 at 23:09

Veröffentlicht in Mischwald

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