Misanthropenwald

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Äh…

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In Mecklenburg-Vorpommern leben Menschen. Erstaunlich genug.

Aber da wird auch bald gewählt und die CDU hat was als Wahlslogan?

C wie Zukunft

Äh… Dacu möchte ich nichts mehr sagen.

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Written by Quax

26. Juli 2011 at 15:02

Veröffentlicht in Politik

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Who the fuck is Rösler?

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Nüber und drüber geht’s ja momentan in der bunten Welt der Politpolitik. Während niemand Atomkraft jetzt so sehr hast wie Stefan Mappus, rollt bei der FDP das Russisch Roulette der Vorsitzendenguillotine. Brüderle macht’s wie guter Wein (nussig im Abgang) und Westerwelle dankt ab, nachdem er zuletzt im Weltsicherheitsrat mit der neuen deutschen Außenpolitik der Fickt-euch-alle!-Doktrin zu punkten wusste. Was nun?

Ja was, ja was. Brüderle gibt ja nur den Landesvorsitz von Kaffprovinz-Acker Rheinland-Pfalz ab, im Bund, wie es so schön heißt, im Bund bleibt er uns erhalten. Westerwelle bleibt und auch im Bund erhalten, wie es so schön heißt. Aber er gibt noch ein paar Ämter ab, nämlich den des FDP-Vorsitzenden und den des Vizekanzlers. Und wer wird nun Vizevorsitzender und FDP-Kanzler?

Der dings! Röslerphilip. Ein Arzt wird Vizekanzler und was hat er nicht alles bisher erreicht! Unter seiner Ägide kommt die Regierungskoalition in den Umfragen auf satte 33%, das macht 30% CDU und 3% FDP . In Worten: drei Prozent. Das reicht nur bedingt, um bei einer Wahl in den Bundestag einzuziehen, nämlich gar nicht.

Wo waren wir? Achja. Nein, nicht der Achja, sondern „achja“ als Ausdruck des Erinnerns. Die Grünen! Es ist ja nicht nur eitel Sonnenschein bei so einer Umfrage, denn die Grünen bewegen sich nun auf Augenhöhe mit der CDU und spucken auf die SPD, wie das jeder anständige Mensch tun sollte. Bei 28% soll das grüne Pack sich bewegen und könnte damit die Schmach von Stuttgart auch nach Berlin tragen. Gemeint ist grün-rot. Oder grau-grau, für Leute mit Grün-Rot-Schwäche. Grauer Kanzler dieses fiebrigen Wahntraumes könnte dann der Flugmeilensammler Özdemir sein oder Trittin oder Claudia Roth. Ein Gedanke, den man sich nicht nackt vorstellen möchte.

Aber zum Glück ist ja jetzt noch nicht Bundestagswahl, sondern erst in ein paar Jahren. Bis dahin ist das grüne Souffle hoffentlich eigegangen wie ein Souffle. Wenn nicht gar wie ein Soufflé. Gewählt wird irgendwann im Herbst 2013. Da hat die grüne Soufflepartei ja Zeit, wieder einzuschrumpeln, bei der FDP hat’s ja nach der Bundestagswahl von neulich auch nicht so lange gedauert. Vielleicht kommt die FDP ja auch wieder zurück, dann mit diesem dings. Rösler

Wer ist das eigentlich?

Written by Quax

7. April 2011 at 14:40

Veröffentlicht in Blödsinn, Politik

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Was ist grün und stinkt nach Fisch?

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Ein Krimi war das ja gestern Abend, ein Krimi mit unschönem nicht-Happy End. Natürlich geht’s nur um Baden-Württemberg, denn wen interessiert schon die Pfalz? Da ist eh Hopfen und Malz verloren. Also, Schwaben und Badenser, rechtfertigt euch. Was sollte das, hm?

Der größte Teil von euch Spinnern hat tatsächlich Mappus gewählt, das muss man sich mal auf der Zunge vorstellen. Vierzig Prozent. Und trotzdem – das ist ja das allergeilste – hat’s nicht für die Regierung gereicht. Zu dumm, dass ich weder schadenfroh noch gehässig bin – moment, bin ich ja doch! Also:

HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!

Und wer ist’s schuld? Die Grünen! Mal ehrlich Badenser und Schwaben, die Grünen? Grüne? Wirklich? Seid ihr so verzweifelt gewesen? Ihr wisst, dass ihr den Chemielehrer mit der unangenehmen Stimme, der jetzt euer König ist, in den nächsten fünf Jahren nicht mehr los werdet? Immerhin, Stefan Winfried Kretschmann dürfte von Akzent und Stimmlage her ein Fest für alle Imitatoren werden. Jetzt muss er sich nur noch dämlich verhalten, aber das dürfte für einen langjährigen Grünen kein Problem werden.

Hoffentlich bedanken sich die Grünen auch artig bei den JapanerInnen für ihre verstrahlte Hauptstadt, ohne sie wäre dieser grandiose Erfolg kaum möglich gewesen. Jedes Unglück hat eben auch etwas Gutes.

Ach, nebenbei, Schwabenser und Badenberger! Nett von euch, der SPD das mieseste Ergebnis seit dem Urknall (für Kreationisten: seit der Teilung von Himmel und Erde durch den HErrn) zu verpassen. Selbst schuld, wenn man als Partei keinen Spitzenkandidaten aufstellt, sondern Nils Schmid, dessen Name ich gerade selbst noch einmal nachgucken musste. Es wäre schön, wenn… wie hieß er noch gleich? Achja, Nils Schmid! Also, es wäre schön, wenn Herr Schmid in der Landesregierung ein wichtiges Ministerium bekäme. Häuslebauminischterium oder wasweißich.

In einem Punkt muss ich mit meinen Mitfreundinnen und Mitfreunden hier in Baden-Württemberg aber richtig schimpfen. Hier, im Stammland der Liberalen. Ihr habt’s tatsächlich zugelassen, dass die FDP doch noch in den Landtag einziehen darf? Wie seid ihr denn drauf? Bei der ersten Hochrechnung stand die FDP bei lustigen 5,0% und jetzt hat sie doch noch den Einzug geschafft? Was soll das denn? Ist euch nicht klar, dass Dreiparteienparlamente ein größerer Spaß sind als acht FDP-Schmocks, die jetzt in Stuttgart die Luft wegatmen?

Wenigstens auf die Pfälzer ist in dieser Hinsicht Verlass.

Written by Quax

28. März 2011 at 11:46

Veröffentlicht in Politik

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Obacht, Wähler!

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Heute wird in drei Bundesländern gewählt, nämlich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz jeweils ein Landtag und in den dunklen Wäldern Hessens findet eine Kommunalwahl statt. Zeit, mal kurz Warnungen rauszugeben, was man da eigentlich wählt, drum:

Wer CDU wählt, wählt Atomkraftwerkslaufzeitverlängerungen und andere lange Wörter!

Wer die Grünen wählt, wählt Angriffskriege!

Wer die SPD wählt, wählt die SPD!

Wer die FDP wählt, schmeißt seine Stimme weg!

Wer die Linkspartei wählt, dem kann man nur zu seiner vernünftigen und wohldurchdachten Entscheidung gratulieren!

Wer überhaupt nicht wählen geht, bekommt in ein paar Jahren nochmal Gelegenheit dazu! 

 

Soweit sogut. Heute abend wird sich herausstellen, in welche Richtung der Misanthropenwald die Wahl entschieden hat.

Written by Quax

27. März 2011 at 13:20

Löbel!

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Meine Fresse, ich wollte dir beim letzten Mal schon androhen, dass ich dir auf den Sack gehe, wenn du mir noch einen Flyer in den Briefkasten setzt – und jetzt sind es gleich zwei! So nicht, Löbel, soooo nicht. Ich wollte ja nicht, aber du drängst mich ja! Chancenloser CDU-Löbel, du!

Könnt‘ ich mich ja drüber aufregen! Schon die graue Textwüste auf der Vorderseite des ganzen Propagandaflugblattes ist ein Traum. Denn es ist „Zeit für neue Ideen!“ und keine andere Farbe schreit Innovation so sehr heraus wie betongrau. „Politik wird mit Herz, Mut und Verstand gemacht“ und an allem mangelt’s dir, vermutlich besonders an letzterem.

Toll auch dein holpriges „Als Landtagsabgeordneter verspreche ich Ihnen voller Tatkraft und Engagement für Sie zu arbeiten“ – Ist dir die Kommasetzung vertraut, mein Freund und Kupferstecher? „…verspreche ich, [in Worten: KOMMA] Ihnen voller usw.“ – manchmal gibt es Lektoren, die solche Flugblätter korrigieren, aber manchmal eben auch nicht.

Ganz links, Löbel lässig und cool auf einem Stuhl. So kennen wir den Mann mit der teuren Uhr. Und weil’s ja grad aktuell ist, noch schnell ein populistisches „Atomkraft – Nein Nein“ hineingeblökt; es würde mich nicht wundern, wenn er vor drei Wochen noch vollster Atombefürworter gewesen wär‘. Wenn ich Atomkraftgegener wählen will, die auch das übliche Geseiere verbreiten, dann wähle ich doch die Grünen (was ich mangels Hirnschaden aber nie machen würde) und nicht den Löbel, der sich schön mit Mappus ablichten lässt, der bis vor kurzem noch größter Atommann Deutschlands war.

Dann oben links: Löbel in seriöser Pose, denn Löbel hat sich für mich und meinen Stadtteil eingesetzt, der offensichtlich nicht sein eigener ist, sonst täte er das mitreißende „uns“ benützen. Denn Löbel wohnt offensichtlich in F4, das ist das Quadrat in der Innenstadt. „Einsetzen“ tut er sich für Neckarstadt, das ist ein bisschen so, als würde der Berlinabgeordnete von Kreuzberg unter den Linden wohnen.  Aber was soll’s, so ein Löbel hat halt alle Hände voll zu tun, wenn der Wahlkampf „nicht erst vier Wochen vor der Wahl“ beginnt, sondern eine. Beziehungsweise sechs, wenn wir so großzügig sind und ab dem ersten Flyer zählen. In dieser Zeit hat er aber auch wahnsinnig viel bewegt, zum Beispiel hat er das Kinderhaus gerettet. Als Landtagsabgeordneter will sowas weiter machen – ob er weiß, dass der Landtag kein Repräsentantenhaus ist? Nicht nur Kindergärten rettet der Selbstdarsteller und Eitelkopf Löbel, sondern er kämpft auch gegen Schlaglöcher, dieser mutige Mann. In dem er Blumen in die Löcher pflanzt. Aber vorher sich beschweren, dass Schlaglöcher den Verkehr behindern, was Vegetation im Loch natürlich nicht tut. Hohe Symbolkraft und ein schönes Grinsefoto für den Flyer, das reicht. Denn nur eine starke CDU setzt die richtigen Prioritäten, wie Natur auf unseren Straßen.

Apropos Foto: Löbel in seriös, Löbel als Gärtner, Löbel als hemdsärmliger Landratsabgeordneter in Kindergärten, Löbel mit Mappus. Löbel mit Guttenberg ist, hihi, inzwischen verschwunden. Das ist das Licht von eitel Sonnenschein, was da auf den Löbelschen Schädel knallert. Freuen wir uns, dass wir so einen engagierten, jungen Mann wählen dürfen, der „mit beiden Beinen fest auf dem Boden!“ steht. Jemand, der sich auch für die Gesellschaft einbringt und ein Praktikum bei der Müllabfuhr gemacht hat, wovon es natürlich ein geiles Werbebild gibt. Eigentlich möchte ich, dass Löbel weiter etwas für die Bürger tut und gute Arbeit verrichtet und unsere Tonnen leert. Wer soll das machen, wenn er im Stuttgarter Landtag herumlungert?

Neben seinem Praktikum (ob ihm das wohl an der Uni als Pflichtpraktikum angerechnet werden konnte? So als studierender Jurist?) kennt er sich auch mit den sozialen Problemen der Stadt aus, weil er hat schon „zahlreiche Besuche“ in karitativen Einrichtungen gemacht. Jetzt weiß er, wie schlimm es in Mannheim zugeht und will möglichst schnell nach Stuttgart gewählt werden, um das Elend nicht länger ertragen zu müssen.

Uff.

Nächster Flyer.

Vorne drauf der Geisler und der Löbel und der Austausch der Generationen, wie bei Star Trek, als Käpt’n Kirk und Käpt’n Picard aufeinandergetroffen sind. Nur, dass diesmal beide nicht so cool sind. Eigentlich überhaupt nicht. Bezeichnend, dass auch nur diese beiden sprechen, ein Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern aber gar nicht vorgesehen ist – wäre wohl auch albern, schließlich will Löbel nur von denen nach Stuttgart gehievt werden und keinen Debattierclub eröffnen.

Hinten drauf wird’s aber allerhöchste Zeit, „dass die Neckarstadt einen jungen engagierten CDU-Abgeordneten bekommt!“, was schon zweimal falsch ist. Einmal wieder das liebe Komma zwischen „jung“ und „engagiert“ – in der Aufzählung fehlt noch „bemüht“ und „selbstverliebt“ – „Neckarstadt“ ist der Name des Stadtteils. Ich vermute mal heftig, dass das wie ein Eigenname behandelt wird, dementsprechend ohne Artikel. Wie bei Städten. Es sagt ja auch keiner, dass „die Hamburg“ einen schönen Hafen hat oder dass „der Mönchengladbach“ hoffnungslos verloren ist.

Wie dem auch sei, es folgt das übliche Geschwafel dessen, wofür er sich alles einsetzen will, was – bis auf den Teil mit der Videoüberwachung – exakt so auch in allen anderen Programmen stehen könnte und vermutlich auch tut. Bisher war nur Löbel so dreist, Werbung in meinem Briefkästle zu hinterlassen. Zum Schluss gibt’s noch die hektisch angepappte Antiatomerklärung, man will ja möglichst viele Panikstimmen abfischen. Was völlig fehlt, ist der Hinweis, dass man auf dem Wahlzettel Koch-Löbel wählen muss und dass die CDU den Wahlkreis Mannheim-Nord schon selber abgeschrieben hat.

Es ist nämlich so, in Baden-Württemberg hat der Wähler nur eine Stimme, mit der er den Direktkandidaten samt Partei wählt. Wenn ich das richtig sehe, darf sich jede Partei ein paar der 70 Wahlkreise aussuchen, in denen die Anzahl der abgegebenen Stimmen auch für die Landesliste zählt und je mehr Prozent mann in diesen Wahlkreisen hat, desto mehr Abgeordnete gibt’s zusätzlich im Landtag. So in etwa. Wenn eine Partei ihr Zweitmandat auf einen Wahlkreis gar nicht erst legt, kann man davon ausgehen, dass das eh ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Und ihr Don Quichotte heißt Löbel.

Written by Quax

22. März 2011 at 00:16

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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ES REICHT!!!

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Diese Hetzjagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg ist so widerlich und würdelos geworden. Das Nachtreten auf unseren beliebtesten Politiker muss aufhören, denn jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient!

Der allereinzigste Politiker, der mal was ausgestrahlt hat! Nur weil diese ganzen Neider es nicht ertragen konnten, haben sie jetzt den besten Politiker, den Deutschland seit immer hatte, rausgemobbt! Wegen so einer Nichtigkeit, nur weil er ein bisschen geschummelt hat – wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!!! Wenn da jeder so behandelt werden würde, dann wäre der Bundestag aber ganz schön lehr.

Joschka Fischer hat in seiner Jugend Polizisten verprügelt und durfte Außenminister bleiben, da sieht man mal wieder, wie in dieser Republik Linke bevorzugt behandelt werden! Wäre das mit der Doktorarbeit dem Gysi von der SED-Nachfolgepartei passiert, hätte man sich nicht so aufgeregt! Da sollte man die auch mal unter die Lupe nehmen!

Der Professor, der die Arbeit gefunden hat, sollte mal lieber seine eigene Doktorarbeit lesen, dieser Linke! Der ist nämlich Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung, also so eine linke Bazille! Und überhaupt, in der Wissenschaft ist das doch Gang und Gäbe, dass die da voneinander abschreiben und nur weil der Guttenberg jetzt mal ein paar Fußnoten vergessen hat.

Und diese Hetzjagd von den Medien! Ist es jetzt die Aufgabe von Journalisten, Minister zu bedrängen? Dieser Neid in Deutschland, da muss die linke Hetzpresse natürlich so lange in der Vergangenheit des Ministers herumsuchen, bis sie was gefunden hat, um ihn an den Pranger zu stellen! Am widerlichsten war wie immer die BLÖD-„Zeitung“ mit ihrer Volksverdummung!

Guttenberg war der beste Minister, den wir hatten! Weil er sah gut aus und war sympathisch. Er hat viel für unser Land getan. Er hat zum Beispiel immer gute Reden gehalten, wenn unsere gefallenen Jungs aus Afganisthan wiedergekommen sind. Und wie er den Schneiderhan und den Kapitän von dem Segelschiff rausgeworfen hat, das waren ja alles glasklar richtige Entscheidungen!

 Selbst wenn Guttenberg einen Fehler gemacht hat, er hat sich doch entschuldigt! Wir haben doch alle mal Fehler gemacht und er ist ja auch nur ein Mensch und sollte eine zweite Chance bekommen! Da ist es auch völlig daneben, dass solche eckligen Menschen aus den eigenen Reihen über den Minister herfallen.

Da hat auch Dr. Horst Seehofer recht, wenn er dieses subversive Element Schavan anspricht und ihr Konsequenzen droht, weil sie Freiherr zu Guttenberg in den Rücken mit dem Dolch gefallen ist.  Man muss nicht alles schlecht machen, nur weil es von der CDU kommt. Thomas de Maiziere führt sein momentanes Ministerium doch ausgezeichnet, wie ich finde!

Guttenberg ist ja auch bei den jungen Menschen voll beliebt, denn seine Unterstützergruppe bei Facebook hat schon über 500.000 Unterstützer! Und die Gegengruppe grad mal so 2000 und da sind bestimmt jede Menge Zweitaccounts dabei!

Irgendwann ist halt auch mal gut! Dieses Land hat größere Probleme, z.B. Dirk Niebel! Das wird man ja wohl noch sagen dürfen in einer Demokratie! Armes Deutschland!

Written by Quax

3. März 2011 at 21:08

Veröffentlicht in Satire

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Schlacht am Guttenberg

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Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurückgetreten. Das wurde auch langsam Zeit. Sagt jedenfalls der eine Teil der Deutschen. Der andere bedauert den Schritt und sähe den Verteidigungsminister weiterhin gerne im Amt. Aber wer steht auf der einen Seite und wer auf der anderen? Und warum? Auf der Suche nach der Frontlinie.

Die Medien
…stehen auf der Seite der Guttenberg-Gegner: Nachdem die Süddeutsche Zeitung aufgedeckt hatte, dass der Minister a.D. bei seiner Dissertation abgeschrieben hat, war die Stoßrichtung: Das ist ein großer Skandal, er muss sich entschuldigen und bald hieß es, er solle seinen Posten räumen. Als zu Guttenberg dann rumkrebste, von „abstrusen“ Vorwürfen sprach, obwohl täglich neue Stellen in seiner Doktorarbeit gefunden wurden, die nicht von ihm waren, und schließlich doch „Blödsinn“ einräumte, forderten quasi alle Medien seinen Rücktritt.

Einzige Ausnahme: Die Bild-Zeitung. Sie hielt zu Guttenberg die Stange, hatte ihn schließlich zuvor schon für „gutt“ befunden und blieb dabei und ihm treu. So auch die Bildleser, wenn man denn der Umfrage des Blatts glauben kann, in der ihm 87 Prozent ihre Unterstützung zusicherten. Bei allen anderen größeren Zeitungen sah das anders aus und bereits bei bild.de waren es plötzlich 55 Prozent – die seinen Rücktritt forderten.

Die Wissenschaft
…steht mittlerweile wohl auf der Seite der Gegner. Jedenfalls spätestens, seitdem sich diverse Professoren und schließlich auch zu Guttenbergs Doktorvater (Prof. Dr. Dr. h.c. mult. – geil!) Peter Häberle gegen die Arbeitsweise des Ex-Ministers ausgesprochen haben. Für zu Guttenberg persönlich (es folgt eine wilde Vermutung) könnten auch die wäschekorbweise zu Angela Merkel angeschleppten Unterschriftenlisten mit den Signaturen enttäuschter junger Doktoranten ausschlaggebend gewesen sein, seinen Helm zu nehmen (Verteidigungsministerwitz).

Die, wo sich sonst eigentlich nicht für Politik interessieren
…sind klar für zu Guttenberg und betrauern seinen Rücktritt. In einem Facebook-Status steht u.a., dass seine Fehler mehr Nähe zu den Bürgern erzeugten, und dass sie ihn sympathischer machten. Die Argumentation pro zu Guttenberg läuft meist über Softskills: Bürgernah, gutaussehend, anpackendes Auftreten, Redetalent. Stimmen gegen zu Guttenberg werden mit „grünes Gelaber“, lustigen Sozibeschimpfungen und Missgunst gekontert. „Armes Deutschland“, das „nicht zu schätzen weiß, wenn mal einer kompetent ist, sondern denjenigen einfach verheizt.“

Die Soldaten:
…stehen weitgehend zu ihrem Minister. Er gilt als Macher, der die längst überfällige Bundeswehrreform angepackt hat. Ihm wird angerechnet, dass er zu seinen Soldaten steht und sich in Afghanistan sehen lässt. Ein ehemaliger Professor der Bundeswehruni München ließ ihn zwar gestern fallen, ist aber auch kein Militär.

Die „Intellektüllen“(Vgl. Pispers u.a.)
…sind neben den Medien die Speerspitze der Anti-zu-Guttenberg-Bewegung. Sie fürchten um seine Glaubwürdigkeit bzw. viel mehr, was noch alles erfunden und abgeschrieben ist, was so aus dem Hause zu Guttenberg kommt. Außerdem heißt es, mit Betrug dürfe man einfach nicht durchkommen. Sonst hätten sie ja damals auch abschreiben können, in ihrer Dissertation/Magisterarbeit/Abiklausur/Führerscheinprüfung. Und das haben sie ja nicht, wg. Moral u.ä.

Die Politiker
Stehen, zwiegespalten wie sie sind, auf beiden Seiten. Sie verurteilen zu Guttenbergs Verhalten sicherlich (sind ja intellektuelle Elite und meist auch promoviert) und finden sein Krisenmanagement (hoffentlich) lausig. Anderseits sehen sie kommen, dass auch ihre Dissertationen und Veröffentlichungen (neudeutsch: Papers, obwohl man sie nicht rauchen soll) bald mal unter die Lupe genommen werden. Und das kann keiner wollen.

Die, denen alles egal ist
…scheint es in diesem Fall nicht zu geben. Ich wünsche mir mal einen entsprechenden Facebook-Status. „Guttenberg ist und bleibt mir egal. Ob er betrogen hat, oder nicht, interessiert mich nicht. Dass er nun geht, habe ich mit einem Achselzucken wahrgenommen.“

Margot Käßmann
…hat sich zwar noch nicht geäußert, war aber die Letzte, die unkonventionell war, schnell empor kam und wegen eines Skandals zurücktrat. Direkt am Folgetag und mit Entschuldigung. Hat nun gelernt, dass sie wahrscheinlich mit ein bisschen mehr Ausdauer und Leugnen heute noch im Amt sein könnte.

Written by Achja

1. März 2011 at 20:58