Misanthropenwald

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Weniger ist mehr

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Kinder, Kinder… Das ist es, wovon wir zu wenig haben. Wir haben die wenigsten Kinder Europas. Aber nur vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht und unter Umständen. 

Da liest man unter anderem bei der Deutschen Welle, dass in Deutschland pro Jahr nur noch zwei Kinder zur Welt kämen und wir damit europaweit die dickste Staubschicht in unseren Kreißsälen hätten. Panik Panik, der Deutsche stirbt aus.

Bei SPON liest sich die Sache anders, denn da hat Italien die rote Laterne.

Jetzt meine berechtigte Frage: Wer hat recht und wer nich‘?

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Written by Quax

29. Juli 2011 at 17:37

Veröffentlicht in Mischwald

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Deutschland – das beste Land der Welt

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Rankings, Polls und Votes an jeder Ecke. Größte Stadt der Welt, größtes Unternehmen der Welt, beliebtestes Fastfood der Welt. Kenne mer all. Und die von der BBC in Auftrag gegebene Umfrage, nach der Deutschland das beliebteste Land der Welt ist und bleibt – wie Die Welt schreibt – gibt’s auch nicht zum ersten Mal. Quatsch ist das natürlich trotzdem.

Es hat nämlich niemand gefragt, welches denn das beliebteste Land der Erde sei. Die Welt schreibt’s trotzdem und ist damit nicht alleine. Jede Menge Blogs und Foren benutzen diese Formulierung ebenfalls und Focus und Co. nutzten die Formulierung zumindest in den Vorjahren. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es zu verkürzt ist, unser geliebtes Vaterland direkt zum beliebtesten Vaterland unserer Mutter Erde zu machen.

Denn darum ging’s gar nicht:

The poll […] asked a total of 28,619 people to rate the influence in the world of 16 major nations, plus the European Union.

Heißt: Deutschland wäre, wenn denn nach der Geilheit gefragt worden wäre, Erster von 16 Ländern und einer Europäischen Union – und nicht „der Welt“. Da aber nur danach gefragt war, zu beurteilen, ob der Einfluss des Landes auf die Welt positiv oder negativ ist, dürfen wir zwar kurz zucken, um uns auf die Schulter zu klopfen – müssen aber im nächsten Moment innehalten, denn schauen wir uns mal die Konkurrenz an:

Platz 17: Iran – Irre mit Bomben, warum kommen die vor? Brauchten wir einen klaren Verlierer?
Platz 16: Nordkorea – s.o.; Minus bei Südkorea
Platz 15: Pakistan –  vielleicht nicht ganz so schlimm, aber trotzdem: s.o.; außerdem Minus bei den Indern
Platz 14: Israel – die meisten Araber finden Israels Einfluss wohl er doof
Platz 13: Russland – Kommunisten, Stalin, Gulag – nichts für die freie Welt
Platz 12: Südkorea – eigentlich die Guten, dennoch: der Name Korea schreckt ab; Minus bei den nördlichen Nachbarn
Platz 11: Indien – eigentlich auch ganz nett, aber noch nicht entwickelt genug um einzuflussen; Minus bei Pakistan
Platz 10: Südafrika – ebenfalls ganz nett, aber nur die WM, ansonsten Apardheid; Quotenafrikaner der Umfrage und Quoten-irgendwasse mag keiner
Platz 09: China – Kommunismus, Mao, Wirtschaftswachstum – nichts für die freie Welt
Platz 08: USA – haben mittlerweile fast jedem Land der Erde Demokratie und Freiheit gebracht, negative Beurteilung unverständlich
Platz 07: Brasilien – wer hat Ahnung, was Brasilien so macht? Niemand, also werden die mal ins Mittelfeld gewählt
Platz 06: Frankreich – Auswirkungen des Einflusses in Afrika zeigen sich zur Zeit, nur Dank Wein und Weib so weit oben; Minus bei den Deutschen
Platz 05: Japan – brachten uns Animes und Digimons, was angesichts der Auswahl für diese gute Platzierung reicht
Platz 04: die EU – ist kein Land. Was soll der Quatsch?
Platz 03: Kanada – welchen negativen Einfluss auf die Welt können Elche, Bären und Bäume haben? Eben.
Platz 02: Großbritannien – Ja. Ist gefaked. BBC eben. Normalerweise harter Kampf um die Plätze mit den USA.
Platz 01: Deutschland – bleibt halt übrig, daran konnten auch die Franzosen nichts ändern.

Wer sich die Studie selbst ansehen will: Biddesehr. Achja, wer hat  den Link onlinegestellt? Richtig, das Auswärtige Amt. Und was steht im Teaser? Genau. Aber: Die Überschrift ist differnzierter.

Written by Achja

9. März 2011 at 19:00

Schlacht am Guttenberg

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Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurückgetreten. Das wurde auch langsam Zeit. Sagt jedenfalls der eine Teil der Deutschen. Der andere bedauert den Schritt und sähe den Verteidigungsminister weiterhin gerne im Amt. Aber wer steht auf der einen Seite und wer auf der anderen? Und warum? Auf der Suche nach der Frontlinie.

Die Medien
…stehen auf der Seite der Guttenberg-Gegner: Nachdem die Süddeutsche Zeitung aufgedeckt hatte, dass der Minister a.D. bei seiner Dissertation abgeschrieben hat, war die Stoßrichtung: Das ist ein großer Skandal, er muss sich entschuldigen und bald hieß es, er solle seinen Posten räumen. Als zu Guttenberg dann rumkrebste, von „abstrusen“ Vorwürfen sprach, obwohl täglich neue Stellen in seiner Doktorarbeit gefunden wurden, die nicht von ihm waren, und schließlich doch „Blödsinn“ einräumte, forderten quasi alle Medien seinen Rücktritt.

Einzige Ausnahme: Die Bild-Zeitung. Sie hielt zu Guttenberg die Stange, hatte ihn schließlich zuvor schon für „gutt“ befunden und blieb dabei und ihm treu. So auch die Bildleser, wenn man denn der Umfrage des Blatts glauben kann, in der ihm 87 Prozent ihre Unterstützung zusicherten. Bei allen anderen größeren Zeitungen sah das anders aus und bereits bei bild.de waren es plötzlich 55 Prozent – die seinen Rücktritt forderten.

Die Wissenschaft
…steht mittlerweile wohl auf der Seite der Gegner. Jedenfalls spätestens, seitdem sich diverse Professoren und schließlich auch zu Guttenbergs Doktorvater (Prof. Dr. Dr. h.c. mult. – geil!) Peter Häberle gegen die Arbeitsweise des Ex-Ministers ausgesprochen haben. Für zu Guttenberg persönlich (es folgt eine wilde Vermutung) könnten auch die wäschekorbweise zu Angela Merkel angeschleppten Unterschriftenlisten mit den Signaturen enttäuschter junger Doktoranten ausschlaggebend gewesen sein, seinen Helm zu nehmen (Verteidigungsministerwitz).

Die, wo sich sonst eigentlich nicht für Politik interessieren
…sind klar für zu Guttenberg und betrauern seinen Rücktritt. In einem Facebook-Status steht u.a., dass seine Fehler mehr Nähe zu den Bürgern erzeugten, und dass sie ihn sympathischer machten. Die Argumentation pro zu Guttenberg läuft meist über Softskills: Bürgernah, gutaussehend, anpackendes Auftreten, Redetalent. Stimmen gegen zu Guttenberg werden mit „grünes Gelaber“, lustigen Sozibeschimpfungen und Missgunst gekontert. „Armes Deutschland“, das „nicht zu schätzen weiß, wenn mal einer kompetent ist, sondern denjenigen einfach verheizt.“

Die Soldaten:
…stehen weitgehend zu ihrem Minister. Er gilt als Macher, der die längst überfällige Bundeswehrreform angepackt hat. Ihm wird angerechnet, dass er zu seinen Soldaten steht und sich in Afghanistan sehen lässt. Ein ehemaliger Professor der Bundeswehruni München ließ ihn zwar gestern fallen, ist aber auch kein Militär.

Die „Intellektüllen“(Vgl. Pispers u.a.)
…sind neben den Medien die Speerspitze der Anti-zu-Guttenberg-Bewegung. Sie fürchten um seine Glaubwürdigkeit bzw. viel mehr, was noch alles erfunden und abgeschrieben ist, was so aus dem Hause zu Guttenberg kommt. Außerdem heißt es, mit Betrug dürfe man einfach nicht durchkommen. Sonst hätten sie ja damals auch abschreiben können, in ihrer Dissertation/Magisterarbeit/Abiklausur/Führerscheinprüfung. Und das haben sie ja nicht, wg. Moral u.ä.

Die Politiker
Stehen, zwiegespalten wie sie sind, auf beiden Seiten. Sie verurteilen zu Guttenbergs Verhalten sicherlich (sind ja intellektuelle Elite und meist auch promoviert) und finden sein Krisenmanagement (hoffentlich) lausig. Anderseits sehen sie kommen, dass auch ihre Dissertationen und Veröffentlichungen (neudeutsch: Papers, obwohl man sie nicht rauchen soll) bald mal unter die Lupe genommen werden. Und das kann keiner wollen.

Die, denen alles egal ist
…scheint es in diesem Fall nicht zu geben. Ich wünsche mir mal einen entsprechenden Facebook-Status. „Guttenberg ist und bleibt mir egal. Ob er betrogen hat, oder nicht, interessiert mich nicht. Dass er nun geht, habe ich mit einem Achselzucken wahrgenommen.“

Margot Käßmann
…hat sich zwar noch nicht geäußert, war aber die Letzte, die unkonventionell war, schnell empor kam und wegen eines Skandals zurücktrat. Direkt am Folgetag und mit Entschuldigung. Hat nun gelernt, dass sie wahrscheinlich mit ein bisschen mehr Ausdauer und Leugnen heute noch im Amt sein könnte.

Written by Achja

1. März 2011 at 20:58

Türchen Nummer Vierundzwanzig

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Weihnachten, da wird gesungen, gesoffen, gehurt und gelacht. Wir haben uns aber nur unterhalten und zwar über das vergangene Jahr. Zu euer aller Freude lief dabei – wie zufällig – ein Mikrofon. Also seid beschenkt mit dem letzten Podcast des Jahres! Und haltet durch! Der Beitrag wird besser, je länger er läuft!

Öffnen wir mit einem EIGENWERBUNG Türchen Nummer Vierundzwanzig.

Guttenberg haben wir absichtlich rausgelassen. Wir sind ihm immer noch böse, dass wir nicht nach Afghanistan eingeladen wurden.

Wir sind wieder wer

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Jahrzehntelang war Deutschland ein Drittweltstaat, das Schlusslicht Europas. Dieses drollige Kriegsverliererland, in zwei Hälften zerlegt, war die Sonderbewirtschaftungszone der EU. Unwichtig und in der Bedeutungslosigkeit versunken. Doch wie hat sich das nun geändert!

Die Krise ist überwunden, wir haben ein Wirtschaftswachstum wie zu Kaisers Zeiten und horten ordentlich Asche wie Heu. Der Staatsschatz ist so sehr angewachsen, dass Arbeitslose und Rentner alle zwei Euro mehr bekommen – ja selbst andere EU-Staaten werden inzwischen gekauft!

Die Schweine kommen langsam angekrochen, also die PIGS. Das steht für:

  • P ortugal
  • I rland
  • G riechenland
  • S panien

Ja? Englisch für Schwein. Pigs. Hätte man das deutsche Wort genommen, müsste das etwa so aussehen:

  • S chweden
  • C hile
  • H onduras
  • W ietnam
  • E ritrea
  • I srael
  • N amibia
  • E stland

Aber wir sind ja wieder international unterwegs, deshalb PIGS. Die Anfangsbuchstaben ergeben das englische Wort für Schwein. Schweine sind Allesfresser, das bedeutet, dass sie alles fressen wollen. Am liebsten Geld. Und wir haben Geld! Nachdem wir letztens schon Griechenland den Arsch gerettet haben, ist nun Irland dran. Die BILD schlagzeilte damals über die Pleite-Griechen und gab den Griechen ihre Drachmen zurück. Dann kam Merkel und kaufte den ganzen Sauhaufen an der Ägäis und sanierte deren Haushalt. Nach deutschen Vorbild; die Renter bekamen weniger Rente und die Beamten weniger  Beamte. Taktisch geschickt ließ Merkel die Verkäuferregierung als Marionette im Amt, sodass diese den Frust des Pöbels abbekam.

Ähnliches kann Strippenzieher Deutschland nun bei den irren Iren auf ihrer besoffenen Kleeblattinsel machen. Erst die heimische (also unsere) Bevölkerung auf den Kauf einstimmen, dazu nimmt man die Presse. BILD darf dann wieder von Pleite-Iren sprechen und den Iren ihr Pfund symbolisch wiedergeben. Dann schlägt Merkel wieder zu und kauft die grünen Kobolde. Genial!

Der Auftrieb der Weltmacht Deutschland blieb auch unseren Konkurrenten auf dem internationalen Parkett nicht verborgen. Spitzenminister Wellerweste drückte gegen jede Bedenken für unsere Heimat einen Sitz im Weltsicherheitsrat durch, indem man Stimmen – kaufte! Alle knicken sie ein, vor dem mächtigen Portemonnaie der Bundessuperrepublik.

Doch so viel Macht ruft auch Neider auf den Plan. The Uneidet States of America missgönnen uns den Aufschwung; weil wir deren Wirtschaft kaputtexportieren, liegt ein Handelskrieg in der Luft. Doch wer nichts zu handeln hat, kann auch nicht kriegen. Neid ist die höchste Form der Anerkennung. Geschenke der Anerkennung bekommen wir auch; führende Terroristen erkennen unsere neue Machtstellung an und beehren uns mit ihrem Sprengwerk. Nicht nur unsere griechischen Untertanen machen uns Präsente, auch aus Namibia, bekanntermaßen ein Terrorloch ohnegleichen, kommen mutmaßlich anerkennende Packete.

Länder kaufen, Sitze haben, Päckchen kriegen. Was braucht man mehr, um sagen zu können: Wir sind wieder wer!

Written by Quax

18. November 2010 at 18:56

Veröffentlicht in Politik

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Witz. Eine Interpretation.

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Es gibt Witze, die sind zu blöd, als dass wir sie hier machen. Ja, wirklich! Manche Witze sind so saualt, dass wir sie nicht machen. Und wieder andere Witze sind echt blöd und alt gleichzeitig. Der Intendant des MDR, Udo Reiter, hat einen Witz gerissen, ’nen richtigen Joke.

Also, zur Vorgeschichte: Am 3.10.2010 hielt Reichsverweser Christian Wulff eine Rede vor Bremensern und anderen Abartigen. Darin sagte er, dass er der Präsident der Muslime und der Islam ein Teil Deutschlands sei. Mit der Aussage hat er sich nicht nur Freunde gemacht.

Dann gibt es da Twitter, dieses unglaublich und -fassbar nutzlose Werkzeug narzisstischer Egomanen, Twitter, dieses Netzwerk bevölkert von Spinnern und Arschlöchern. MDR-Intendant Udo Reiter nutzt Twitter. U.a. zum Witzereißen über Wulff. Das ist erstmal nichts verwerfliches; davon leben wir hier ja im Grunde. Aber zum Witz. Da twitterte Reiter also folgenden Riesenbrüller:

Einheitstag 2030:

Geht gut los, wa?

Bundespräsident Mohammed Mustafa

Ahaha! Mohammed Mustafa! ‚N Islamerer als Bundespräsident! Da denkt der geneigte MDR-Intendantentwitterfollower (Follower – noch so eine Pest! Twitter ist generell eine ganz große Grube der Arroganz) dann ja: „Hö? Das ist ja ungewöhnlich! Hm, ich bin gespannt, wie es weitergeht!“

Aber vielleicht sollte ich das Zitat nicht nach jedem Wort unterbrechen.

ruft

Dass ich nun nach nur einem Wort das Zitat unterbreche, war erwartbar.

die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.

Hahaha, bzw. Hohohoho! Denn wie Fans des dt. Kabaretts wissen, wird immer gehohohot, wenn’s um Sachverhalte geht, die zynisch beleuchtet werden. Ich möchte die Entwicklung des Witzes noch einmal darlegen: Die Szenerie befindet sich im Jahre 2030, die Menschen, vermutlich in Deutschland, feiern ein Ereignis namens „Einheitstag“, welches wohl den Tag der Deutschen Einheit symbolisieren soll. Zu diesem Anlass verkündet der Bundespräsident, also das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Namen Mohammed Mustafa, eine wichtige Botschaft. Der Name Mohammed referiert vermutlich auf den Propheten Mohammed, den Begründer einer Religion, die Islam genannt wird. Anhand dessen lässt sich bereits feststellen, dass der im Witz genannte Bundespräsident vermutlich muslimischen Glaubens, wenn nicht gar orientalischer Herkunft oder Abstammung ist. Dies wird durch seinen arabisch anmutenden Nachnamen „Mustafa“ nochmals verstärkt. Mohammed Mustafa ruft die Muslime, vermutlich jene, die im Land leben oder seine Ansprache vernehmen, dazu auf, die Rechte einer deutschen Minderheit zu wahren, die, so hat es den Anschein, einer muslimischen Mehrheit gegenübersteht. So baut der Witz einen Gegensatz zwischen Deutschen und Muslimen auf, der womöglich von Spannungen geprägt ist.

Der Witz eröffnet mit einem Zeitsprung; wir befinden uns nicht im Jahre 2010, sondern im Jahre 2030, was zunächst für Verwunderung sorgt. Diese wird verstärkt, indem dem Leser mitgeteilt wird, dass der Bundespräsident einen orientalisch angehauchten Namen trägt. Die Verwunderung des Lesers befindet sich nun auf dem Höhepunkt, sodass die Pointe einsetzt; der Bundespräsident verkündet, dass die Rechte der deutschen Minderheit geschützt werden sollten. Hier wird mit der Erwartung des Lesers gespielt. Im Jahre 2010 sind die Muslime die Minderheit, die geschützt werden muss, zwanzig Jahre später sind es die Deutschen. So wird dem Leser eine sozialkritische Aussage nähergebracht. Das besondere an diesem Witz ist sein aktueller Bezug. Man könnte sagen, dass er Wulff als schlechten Präsidenten darstellt, der sich unwürdig anbiedert oder aber auch, dass die Herkunft des Namens die Karrierechancen beeinflussen kann. Ist es im Jahre 2010 noch so, dass Menschen mit östlich klingenden Namen auf dem Arbeitsmarkt oftmals benachteiligt werden, so scheint sich die Lage zwanzig Jahre später geändert zu haben. Nun können auch Menschen mit Ausländernamen hohe Ämter, in diesem Fall das höchste Staatsamt, erlangen. Der stark religiöse Bezug des Witzes wird auf der metaphorischen Ebene deutlich. Dem momentanen „Bundespräsidenten“ Christian steht zwanzig Jahre später ein Bundespräsident Mohammed gegenüber. Ein Name also, der das Christentum verkörpert, steht stellvertretend für eine intolerante, alte Ordnung, wohingegen der den Islam verkörpernde Name für Fortschritt, Weltoffenheit und Toleranz steht.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner kleinen Interpretation helfen, den Witz in seiner Vollumfänglichkeit zu verstehen.

Written by Quax

5. Oktober 2010 at 22:28

Veröffentlicht in Mischwald, Satire

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Vorfreude

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Ich freue mich. Wirklich. Auf das WM-Spiel Deutschland gegen Serbien. Am Freitag. In Südafrika. Wie ich mich freue!

Nicht auf das Spiel ansich. Diese blöde Sportart kann mich sonstwo mal, sondern auf die Halbzeit. Wenn die Moderatorin vom letzten mal, die sich diesen sprachlichen Dings hier, ne? Worüber sich alle so künstlich aufgeregt haben usw.

Ich weiß ja gar nicht, ob das Spiel überhaupt im ZDF übertragen wird oder ob andere Sender ähnlich begabte Moderatoren haben. Jedenfalls ist es mir ein innerer Reichsparteitag, mich auf die Halbzeit zu freuen. Wenn er kommt. Der ultimative Spruch zum Spiel. Und er wird kommen. Fettnäpfchen werden nicht ausgelassen. Irgendjemand wird ihn bringen. Öffentlich. Und dann wird das Geschrei losgehen. O wie werde ich mich auf diesen Spruch freuen. Und auf die Deppen, die sich drüber aufregen. Und die, die den Spruch verteidigen. Weil sie noch deppiger sind. Deutschland gegen Serbien. Hach, dieser Spruch!

Serbien muss sterbien.

Written by Quax

16. Juni 2010 at 16:57

Veröffentlicht in Mischwald

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