Misanthropenwald

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Nicht als die Wahrheit über den Achjamann

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Was als amüsanter Podcast begann, endete mit der schon lange geahnten, aber immer für unmöglich gehaltenen Wahrheit. Der Achjamann hasst euch alle!

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Written by Achja

5. Mai 2011 at 20:13

Deutschland – das beste Land der Welt

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Rankings, Polls und Votes an jeder Ecke. Größte Stadt der Welt, größtes Unternehmen der Welt, beliebtestes Fastfood der Welt. Kenne mer all. Und die von der BBC in Auftrag gegebene Umfrage, nach der Deutschland das beliebteste Land der Welt ist und bleibt – wie Die Welt schreibt – gibt’s auch nicht zum ersten Mal. Quatsch ist das natürlich trotzdem.

Es hat nämlich niemand gefragt, welches denn das beliebteste Land der Erde sei. Die Welt schreibt’s trotzdem und ist damit nicht alleine. Jede Menge Blogs und Foren benutzen diese Formulierung ebenfalls und Focus und Co. nutzten die Formulierung zumindest in den Vorjahren. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es zu verkürzt ist, unser geliebtes Vaterland direkt zum beliebtesten Vaterland unserer Mutter Erde zu machen.

Denn darum ging’s gar nicht:

The poll […] asked a total of 28,619 people to rate the influence in the world of 16 major nations, plus the European Union.

Heißt: Deutschland wäre, wenn denn nach der Geilheit gefragt worden wäre, Erster von 16 Ländern und einer Europäischen Union – und nicht „der Welt“. Da aber nur danach gefragt war, zu beurteilen, ob der Einfluss des Landes auf die Welt positiv oder negativ ist, dürfen wir zwar kurz zucken, um uns auf die Schulter zu klopfen – müssen aber im nächsten Moment innehalten, denn schauen wir uns mal die Konkurrenz an:

Platz 17: Iran – Irre mit Bomben, warum kommen die vor? Brauchten wir einen klaren Verlierer?
Platz 16: Nordkorea – s.o.; Minus bei Südkorea
Platz 15: Pakistan –  vielleicht nicht ganz so schlimm, aber trotzdem: s.o.; außerdem Minus bei den Indern
Platz 14: Israel – die meisten Araber finden Israels Einfluss wohl er doof
Platz 13: Russland – Kommunisten, Stalin, Gulag – nichts für die freie Welt
Platz 12: Südkorea – eigentlich die Guten, dennoch: der Name Korea schreckt ab; Minus bei den nördlichen Nachbarn
Platz 11: Indien – eigentlich auch ganz nett, aber noch nicht entwickelt genug um einzuflussen; Minus bei Pakistan
Platz 10: Südafrika – ebenfalls ganz nett, aber nur die WM, ansonsten Apardheid; Quotenafrikaner der Umfrage und Quoten-irgendwasse mag keiner
Platz 09: China – Kommunismus, Mao, Wirtschaftswachstum – nichts für die freie Welt
Platz 08: USA – haben mittlerweile fast jedem Land der Erde Demokratie und Freiheit gebracht, negative Beurteilung unverständlich
Platz 07: Brasilien – wer hat Ahnung, was Brasilien so macht? Niemand, also werden die mal ins Mittelfeld gewählt
Platz 06: Frankreich – Auswirkungen des Einflusses in Afrika zeigen sich zur Zeit, nur Dank Wein und Weib so weit oben; Minus bei den Deutschen
Platz 05: Japan – brachten uns Animes und Digimons, was angesichts der Auswahl für diese gute Platzierung reicht
Platz 04: die EU – ist kein Land. Was soll der Quatsch?
Platz 03: Kanada – welchen negativen Einfluss auf die Welt können Elche, Bären und Bäume haben? Eben.
Platz 02: Großbritannien – Ja. Ist gefaked. BBC eben. Normalerweise harter Kampf um die Plätze mit den USA.
Platz 01: Deutschland – bleibt halt übrig, daran konnten auch die Franzosen nichts ändern.

Wer sich die Studie selbst ansehen will: Biddesehr. Achja, wer hat  den Link onlinegestellt? Richtig, das Auswärtige Amt. Und was steht im Teaser? Genau. Aber: Die Überschrift ist differnzierter.

Written by Achja

9. März 2011 at 19:00

Der Bastian Sick ist dem Lehrer sein Mario Barth

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Überall finden sich Menschen, die sich für gebildet und besonders vornehm-klug halten; im Grunde leben wir in einem Land voller Til Schweigers und unser König ist Sprachdiktator Bastian Sick. Der Oberlehrer machte sich einen Namen und einen Spaß durch die Zurschaustellung sprachlicher Unzulänglichkeiten anderer Leut‘ und versteht selbst äußerst wenig Spaß.

Da liest man nämlich auf dem Lawblog folgende Posse: Bastian Sick verklagt Google. Gut, das kann vorkommen, was ist denn der Anlass für die Klagerei? Herrn Sick gefällt nicht, was Google so ausspuckt, wenn man seinen Namen sucht, denn darunter befindet sich auch eine Satire von Welt.de, in der er ordentlich runtergeputzt wird. Nicht das Auftauchen des Artikels selbst wurmt den Besserwisser, sondern die Tatsache, dass Google die Satire nicht als Satire kennzeichnet und viele Menschen nun einen falschen (und doch irgendwie richtigen) Eindruck von Bastian Sick bekommen könnten.

Nundenn. Jeder, der den Welt-Artikel gelesen hat, dürfte ziemlich flott bemerkt haben, dass es sich dabei um eine Satire handelt, sofern er nicht völlig matsche im Kopf ist. Aber dann schaut man sich die Kommentare unter dem Artikel an. Nicht jeder wurde mit der Gabe des Verstandes gesegnet, denn Nadja kommentiert verwirrt:

So ein Quatsch! Ich war gestern da. Ausverkauft bis auf den letzten Platz. Nichts von dem, was hier steht, ist wahr. Das Publikum war begeistert, es gab weder Banner noch Unterschriftensammler im Vorraum. Das Publikum wollte Zugaben und Bastian Sick hat drei gegeben. Es wurde die ganze Zeit herzhaft gelacht – ohne Ausnahmen. Ich versteh nur Bahnhof und weiß nicht, was das hier soll.

Ahnungslosigkeit, gepaart mit Naivität und Engstirnigkeit ergibt ein besonders hässliches Kind, den Bastian-Sick-Fan. Statt eines anerkennenden Schmunzelns, das bei Sicks Gedöns durchaus mal drin ist, wurde also „herzhaft gelacht“. Uff. Auch Manu ist sehr geschockt:

Was man hier unter Satire verteht, ist einfach widerlich. Selbst wenn ein Mensch schlechte Auftritte macht, ist es ekelhaft einen solchen Sch… daraus zu machen. Und das ist bei Bastian Sick nicht mal der Fall.
Es ist außerdem verantwortungslos, zumal ich fast 5 Minuten brauchte, um zu bemerken, dass es in dieser Kategorie stand – über die Googlesuche nach Bastian Sick kommt man nämlich so schnell hier her, dass sich sicherlich nicht viele Leute die Zeit nehmen und auf den Gedanken kommen, dass solch ein Artikel trotz allem nicht den Tatsachen entsprechen könnte.

Die eigene Blödheit ist „verantwortungslos“, das Wort „Scheiß“ ist natürlich sehr unanständig und muss mit „Sch…“ umschrieben werden, welcher außerdem noch „ekelhaft“ ist und was man hier unter Satire verteht [sic!, haha] – da sieht man mal, wie viel so ein Sickbesuch dem eigenen Sprachgefühl bringt -, ist „einfach widerlich“. Einen gutspießerlicher Kleinbürger, den wir hier haben. Jemand, der vermutlich von sich selbst behauptet, sonst „gerne zu lachen“ und „viel Humor“ zu haben. Das sind die schlimmsten! Das ist das, was man gemeinhin auch als „humorloses Pack“ beschimpfen muss, denn es geht ja nicht anders. Furchtbar, aus was für Menschen sich das Welt.de-Publikum zusammensetzt. In die gleiche Kerbe wie Manu schlägt auch Geordie:

Ich habe Sebastian Sick gestern und heute abend zum ersten mal gesehen, fand ihn einfach super und wollte nun mehr über ihn erfahren. Um so erschrockener war ich, diesen asozialen „Satire“-Beitrag zu lesen. Auch bei mir hat es länger gedauert, bis ich merkte, daß es nur ein „Spaß“ sein soll. Allerdings kann ich genausowenig darüber lachen, wie die meisten der Kommentarschreiber hier.
Wer so eine dumme Scheiße schreibt und dann auch noch Geld dafür bekommt…
Ich kann Marcel Reich-Ranicki absolut verstehen.

Aber natürlich, „erschrocken“. Erschrocken und bestürzt, das sind solche Menschen, solche Bastian-Sick-gut-Finder und Til-Schweiger-Gucker. Der Beitrag ist natürlich „asozial“, geht ja um jemanden, den man selbst gut findet. Ginge es im gleichen Artikel um Westerwelle, täten sie alle lauthals lachen, weil den mag man ja nicht, höhö. Solche Leute lachen auch hohoho“, wenn ein linksliberaler Kabarettist (Tautologie?) einen kleinen Seitenhieb auf den Islam oder die Grünen bringt. Bestürzt ist auch Mirijam:

Ich kann mich den letzten Beiträgen nur anschließen und meine Empörung ausdrücken. Ich bin entsetzt. Hier ist wirklich alles übertroffen worden- vor allem der gute Geschmack. Mir ging es genauso, dass ich diesen nicht lustigen sondern rufmordenen Beitrag über die Suchmaschine als eines der ersten Texte zu lesen bekam und fassungslos, mitleidend für wahr nahm. Wir können hier noch lange Kommentare schreiben, aber ich finde, dieser beschämende Artikel sollte so schnell wie möglich enternt werden, damit nicht immer noch mehr Leute diesen Unsinn lesen und wenn sie nicht so fassungslos nach Details weiterlesen, noch für wahr nehmen! Dieser schlimme Schund schadet auch „WELT“. Eine Entschuldigung- ebenfalls veröffentlicht- wäre angemessen. Was hat sich der Schreiber nur dabei gedacht?

Empört! Empört und entsetzt! Das ist man, weil hier ja die Grenze des Geschmacks (gut) überschritten wurde und das ganze „rufmordend“ ist. Da ist man natürlich fassungslos, wenn der Lieblingsautor so geschmacklos gerufmordet wurde. Was hat sich der Schreiber nur dabei gedacht? Und warum denkt niemand an die Kinder? Armes Deutschland !!!1

Doch genug von gespielter und echter Empörung und der Bloßstellung der sickschen Verteidigungsmiliz. Das alberne Kasperletheater um diese ganz gelungene Satire (die einem umso besser gefällt, je weniger man den Sick mag) ist auch anderen ein Dorn im Auge. So findet man im Internet, das ja wohl ein rechtsfreier Raum ist, warum unternehmen unsere Politiker nicht mal was dagegen, satt dem kleinen Sparer immer nur das Geld aus der Tasche zu ziehen – im Internet findet man also Kommentare, die vorschlagen, jegliche Suchanfrage zu „Bastian Sick“ völlig ins Leere laufen zu lassen oder – auch sehr schön – auf Suchbegriffe wie „Penisvergrößerung“ umzuleiten.

„Mensch, Quax“, werdet ihr sagen und fragen, „woher kommt dein ganzer Abscheu über den armen Herrn Sick denn her?“ Auf diese mir nie gestellte Frage möchte ich eine uninteressante Antwort geben. Ich hasse gerne. Was mich bei Bastian Sick besonders sickig (Haha, get it? Na? Na?) macht, zeigt ganz gut dieses Interview, das das Deutschlandradio mit einem Sprachwissenschaftler geführt hat. Der Mann, der im anglophonen Raum wohl als General Grammar Nazi bekannt wäre, ist schlichtweg nicht vom Fach. Er hat von Sprache genauso viel Ahnung als wie du und ich. Bastian Sick hat Romanistik studiert. Ro-ma-nis-tik! Den Erzfeind der Germanistik. Bastian Sick hat im Laufe seines Spracherwerbs nicht eine Germanistikvorlesung auch nur freiwillig mit dem Arsch angeguckt. Dann wüsste er vermutlich, dass Sprache sich verändert. Latein, zum Beispiel, Latein hat sich jahrelang fröhlich vor sich hin entwickelt, dann irgendwann nicht mehr und zack! ausgestorben. Die Elitesprache Deutsch hingegen hat sich aus Grunz- und Kratzlauten über Röchelklänge zu Goethe entwickelt und von da aus immer weiter. Weil der Deutsche gerne spricht. Und wenn der Deutsche spricht, tut er nunmal Fehler tun. Und die Fehler, gefallen anderen Deutschen dann und verbreiten sie unter wieder anderen Deutschen, insofern sie nicht alle gerade Krieg untereinander führen oder einen Verein gründen oder sowas, woher soll ich das auch wissen, bin ich etwa Historiker? Oder Germanistiker?

Wie dem auch sei, das, was eigentlich als Fehler gelten söllte, wird auf einmal zur Regel, weil es nach dem Sprachgefühl richtig ist. Und das Sprachgefühl ist das wo sich verändert. Stattdessen klammert sich der Oberlehrer (oder wenn wir ganz lustig sein wollen: Oberleerer, hihi!) an die momentan vorherrschenden Regeln.

Vermuthlich weyss Herr Sick nicht-eynmal, dasz es eyne eynheithliche theutsche Rechtschreybunck erst seith 1901 giebt; davor untherschied sich nicht nur die Rechtschreybunck von theutschem Lande zu theutschem Lande, sondern gar von Schule zu Schule ûnd bisweylen gar von Lehrer zu Lehrer inner-halb eyner Schule. Tanderadey!

Written by Quax

7. Februar 2011 at 13:16

Veröffentlicht in Polemik

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Persönlichkeitsrechte der Gebäude

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Google Street View ist in Deutschland gestartet, trotz allgemeiner Panik und Angst. Jeder kann sich nun deutsche Städte in ihrer vollen Pracht ansehen, bis auf jene Teile, die von Kaputten verpixelt worden sind. Deutschland einig Datenschutzland – nein, dank der Verpixelung sieht unser Staat aus wie Legoland.

Wie narzistisch muss jemand sein, dass er glaubt, sein Haus sei so wichtig und er selbst so bedeutend, dass Einbrecher auf jahrealten Fotos, die von einem fahrenden Auto aus geschossen wurden, ihren Raubzug planen? Fühlen sich diese Bekloppten tatsächlich in ihrer Privatssphäre verletzt, wenn ihre Hausfassade fotographiert wurde? Oder schämen sie sich einfach für ihre Fassaden, weil sie so hässlich sind? Warum ist Mannheim dann nicht konsequent vollverpixelt worden?

Dieser bemerkenswerte Blödsinn ist weltweit einmalig und sowas kann es nur hier im Herzen Mitteleuropas geben. Dass Privatpersonen ihr Ego aufblasen dürfen, indem sie Datenkrake und Megakonzern Google ihre Bedingungen diktieren und ihre heruntergekommenen Bruchbuden von einer grauen Fläche verdecken lassen. Und Google räumt den Wichtigtuern auch noch diese Möglichkeit ein, statt zu sagen, dass sich mal gepflegt selbst den Arsch lecken können, in dem der Stock tief sitzt.

Wieso sollte ich denn bitte nicht eine Fassade fotographieren dürfen? Wie viele Touristen walzen durch Städte und fotographieren schöne Hausfassaden (und stellen sie womöglich ins Internet!), daran hat sich bisher auch niemand gestört. Vielleicht sollte man konsequent sein und das Fotographieren generell verbieten, mitsamt aller Kameratechnik, damit sich niemand in seiner aufgeplusterten Selbsterhabenheit verletzt sieht. Aber Konsequenz, haha!, wo sind wir denn? Vor einiger Zeit forderte irgendein CDU-Provinztrottel, dass man sich im Internet nur noch unter seinem echten Namen bewegen können solle, weil dann Diskussionen usw. gesitteter abliefen – na sicher.

Die Schmocks, die dem zustimmen, sind mit an ziemliche Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit genau dieselben, die ihre Häuser von Google verhängen lassen. Anonymität für Menschen im Internet ist äbäh, Anonymität für Häuser darf man ja wohl noch gerichtlich einklagen dürfen!

„Der hat leicht reden!“, werden die frisch Verpixelten jetzt sagen, „Der ist ja auch nicht davon betroffen!“ – Falsch. Auch ich, hochverehrter Mitbetreiber dieses Blogs, bin ein Opfer von Google Street View. Auch ich wurde fotographiert und bin nun im Internet zu sehen. Unverpixelt:

Skandal! Mein Persönlichkeitsrecht! Sogar das Model auf dem Plakat wurde verunkenntlicht!

Nicht einmal Häuser haben’s so schlecht wie ich.

Written by Quax

19. November 2010 at 15:34

Veröffentlicht in Polemik

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Chinesische Verhältnisse

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Ilse-bilse, keiner willse. Oder kriegtse. Und wenn ich nicht so ein faules Stück wäre, würde ich jetzt nachgucken, in welchem Eintrag ich diesen Spruch hier schonmal gebracht habe. Machen wir einfach ein Ostergewinnspiel draus! Wer den Artikel als erster findet und den Link in die Kommentare schreiben tut, bekommt ein tolles Geschenk!

Meine Gutherzigkeit kennt keine Grenzen. Aber ähm; wo war ich? Achja, Ilse Aigner. Ist bei uns Verbraucherschutzministerin und will uns jetzt vor allerlei Gefahren aus dem Internet beschützen. Nachdem die unpopuläre Kinderpornosperre vom BVerG (das ist juristencool für Bundesverfassungsgericht) gekippt wurde (vermutl. wegen Druck der kath. Kirche), hat die Aigner-Ilse von der Leyen-Ursel gelernt (drei Klammern in einem Satz, na sowas!) und weiß jetzt: Löschen ist populärer alswie sperren.

Drum ging sie zuerst auf den Internetbesitzer Google los wie ein furioser Mao. Weil Google Straßen von Deutschland samt Häuser fotografieren ließ, forderte Ilse Google dazu auf, die schönen theutschen Häuslichkeiten wieder zu löschen (also die Fotos, nicht die Häuser ansich, auch wenn’s bei der ein oder anderen Stadt wünschenswert wär‘), weil’s ein Eingriff in die Privatssphäre sei, Häuserfassaden im Internet zu zeigen. Niemand regte sich über die Aigner auf und sprach von den uns drohenden chinesischen Verhältnissen! Wo niemand mehr andere Leute ungestraft stalken kann! Nur weil diese halbkommunistische Bayernfrau das so will! Gottseidank (denn wir haben ja Ostern!), Google ging das Geplärre der Provinzpolitikerin aus einem Entwicklungsland in spe gehörig am Internetarsch vorbei.

Also schaute sich Ilse Aigner nach der nächstgrößeren Bedrohung für Freiheit und/oder Demokratie um und fand den Datensammler Facebook, der die vierhundertmillionen Profile seiner Nutzer verticken will. Und schon kommt Ilse Rumpelstielzchen und befiehlt, dass sie das nicht will. Weil, das ist ein Eingriff in die Privatssphäre der Menschen, wenn diese ihre persönlichen Daten freiwillig hochladen (und Facebook die verkauft). Und wieder, in was für einem undemokratischen Tyrannenstaat leben wir hier eigentlich, indem eine Firma nicht einmal ihr Eigentum verhökern darf, hm? Hm??? Wir sind ja fast so schlimm wie China!

Als ob diese bodenlose Forderung nicht schon bodenlos genug wäre, droht Ilse dem gutherzigen Krämerkonzern Facebook auch noch. Sie will nämlich ihr Facebook-Profil löschen! Weia…

Das Internet würde danach nie wieder so sein, wie es früher einmal war.

Written by Quax

5. April 2010 at 13:21

Veröffentlicht in Politik

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Von der Pietät

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Gestern verunglückte der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili bei einer Probefahrt zu den olympischen Winterspielen in Vancouver. In Kurve 16 wurde er aus seinem Schlitten geschleudert, knallte gegen die Pfeiler überhalb der Bandenbegrenzung. Der Georgier starb, trotz Wiederbelebungsversuche.

Zugetragen hat sich das auf der schnellsten Eisbahn der Welt, die selbst bei Rodlern in der Kritik steht, zu schnell und zu gefährlich zu sein. Was also tun?

„The Games must go on“, beziehungsweise erstmal richtig anfangen; am Abend war die feierliche Eröffnung. Und weiter? Alles wie immer, die Veranstaltungen im Rodeln werden nicht verschoben, von einer Aussetzung ganz zu schweigen.

Gestern starb der Georgier Nodar Kumaritaschwili nach einem Rodelunfall. Und wie sieht Googles Startseite heute aus?

Übrigens auch im georgischen www.google.ge

Written by Quax

13. Februar 2010 at 13:43