Misanthropenwald

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Türchen Nummer Vierundzwanzig

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Weihnachten, da wird gesungen, gesoffen, gehurt und gelacht. Wir haben uns aber nur unterhalten und zwar über das vergangene Jahr. Zu euer aller Freude lief dabei – wie zufällig – ein Mikrofon. Also seid beschenkt mit dem letzten Podcast des Jahres! Und haltet durch! Der Beitrag wird besser, je länger er läuft!

Öffnen wir mit einem EIGENWERBUNG Türchen Nummer Vierundzwanzig.

Guttenberg haben wir absichtlich rausgelassen. Wir sind ihm immer noch böse, dass wir nicht nach Afghanistan eingeladen wurden.

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Wir sind wieder wer

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Jahrzehntelang war Deutschland ein Drittweltstaat, das Schlusslicht Europas. Dieses drollige Kriegsverliererland, in zwei Hälften zerlegt, war die Sonderbewirtschaftungszone der EU. Unwichtig und in der Bedeutungslosigkeit versunken. Doch wie hat sich das nun geändert!

Die Krise ist überwunden, wir haben ein Wirtschaftswachstum wie zu Kaisers Zeiten und horten ordentlich Asche wie Heu. Der Staatsschatz ist so sehr angewachsen, dass Arbeitslose und Rentner alle zwei Euro mehr bekommen – ja selbst andere EU-Staaten werden inzwischen gekauft!

Die Schweine kommen langsam angekrochen, also die PIGS. Das steht für:

  • P ortugal
  • I rland
  • G riechenland
  • S panien

Ja? Englisch für Schwein. Pigs. Hätte man das deutsche Wort genommen, müsste das etwa so aussehen:

  • S chweden
  • C hile
  • H onduras
  • W ietnam
  • E ritrea
  • I srael
  • N amibia
  • E stland

Aber wir sind ja wieder international unterwegs, deshalb PIGS. Die Anfangsbuchstaben ergeben das englische Wort für Schwein. Schweine sind Allesfresser, das bedeutet, dass sie alles fressen wollen. Am liebsten Geld. Und wir haben Geld! Nachdem wir letztens schon Griechenland den Arsch gerettet haben, ist nun Irland dran. Die BILD schlagzeilte damals über die Pleite-Griechen und gab den Griechen ihre Drachmen zurück. Dann kam Merkel und kaufte den ganzen Sauhaufen an der Ägäis und sanierte deren Haushalt. Nach deutschen Vorbild; die Renter bekamen weniger Rente und die Beamten weniger  Beamte. Taktisch geschickt ließ Merkel die Verkäuferregierung als Marionette im Amt, sodass diese den Frust des Pöbels abbekam.

Ähnliches kann Strippenzieher Deutschland nun bei den irren Iren auf ihrer besoffenen Kleeblattinsel machen. Erst die heimische (also unsere) Bevölkerung auf den Kauf einstimmen, dazu nimmt man die Presse. BILD darf dann wieder von Pleite-Iren sprechen und den Iren ihr Pfund symbolisch wiedergeben. Dann schlägt Merkel wieder zu und kauft die grünen Kobolde. Genial!

Der Auftrieb der Weltmacht Deutschland blieb auch unseren Konkurrenten auf dem internationalen Parkett nicht verborgen. Spitzenminister Wellerweste drückte gegen jede Bedenken für unsere Heimat einen Sitz im Weltsicherheitsrat durch, indem man Stimmen – kaufte! Alle knicken sie ein, vor dem mächtigen Portemonnaie der Bundessuperrepublik.

Doch so viel Macht ruft auch Neider auf den Plan. The Uneidet States of America missgönnen uns den Aufschwung; weil wir deren Wirtschaft kaputtexportieren, liegt ein Handelskrieg in der Luft. Doch wer nichts zu handeln hat, kann auch nicht kriegen. Neid ist die höchste Form der Anerkennung. Geschenke der Anerkennung bekommen wir auch; führende Terroristen erkennen unsere neue Machtstellung an und beehren uns mit ihrem Sprengwerk. Nicht nur unsere griechischen Untertanen machen uns Präsente, auch aus Namibia, bekanntermaßen ein Terrorloch ohnegleichen, kommen mutmaßlich anerkennende Packete.

Länder kaufen, Sitze haben, Päckchen kriegen. Was braucht man mehr, um sagen zu können: Wir sind wieder wer!

Written by Quax

18. November 2010 at 18:56

Veröffentlicht in Politik

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Wumms

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Das hat es nicht gemacht, als im Kanzleramt ein verdächtiges Packet entschärft wurde, das eine Bombe enthielt. Bomben in Packeten, von der Post geliefert. Woher kam dieses Päckchen überhaupt?

Als in den USA Packete mit jemenitischen Feuerwerk auftauchten, begann man in der Bundesrepublik den Panikrumba zu tanzen. Alle Flüge in, aus und um den Jemen drumrum wurden stillgelegt, notfalls von der Luftwaffe auf den Boden gefunzelt. Terror, überall. Schlimm. Auf keinen Fall sollte so ein Terroristenpräsent deutsche Heimatscholle erreichen und Unfug anrichten. Deshalb die harsche Flugsperre.

Blöde, dass dann doch eine Bombe im Kanzleramt auftauchte, adressiert an „A. Merkel, Bundeskzlr. v. Dtschlnd“. Merkel entkam dem Anschlag nur knapp, sie war in Belgien. Die Bombe wurde entschärft. Wie kommt eine jemenitische Überraschung denn trotz Vollluftsperrung in die Schaltzentrale der Macht? Klare Antwort, sie kam nicht aus dem Jemen.

Sondern aus Griechenland! Das hat das BKA herausgefunden, weil das Paketband nach Feta roch. Die Griechen, die Griechen. Da geben wir denen Kredite noch und nöcher und dann bauen die sich von dem Geld nicht funktionierende Bomben! Wo haben diese Dilletanten denn gelernt, bei der Sauerlandgruppe? Deutsche Terroristen hätten funktionierende Bomben gebastelt!

Jedenfalls, es gab einen ganz konkreten Anschlagsversuch aus Griechenland! Warum wird der Luftverkehr mit den Hellenen nicht eingestellt? Warum sperren die USA nicht ihre Flughäfen, so wie wir unsere geschlossen haben? Warum werden jemenitische Terroristen ernst genommen und griechianische nicht? Sind griechische Terroristen etwa weniger wert?

Fragen, die sich niemand stellt. Zurecht.

Written by Quax

3. November 2010 at 21:45

Veröffentlicht in Politik

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Krisen, überall!

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Was ist nur los mit der Welt, im Moment? Viel Dreck und Schutt, wohin man auch schaut! Anfangen tut alles im hohen Norden, denn er würgt wieder. Öl schwimmt im Meer. Und am Ende bezahlen wir wieder mit der D-Mark.

Aber mal langsam und von vorn: Wer ist er? Na, er! Er, der da würgt. Er, der Vulkan auf Island. Er, dessen Name nicht genannt werden darf – und vor allem kann (weil unaussprechlich). Vor kurzem spuckte er wieder kleine Aschewölkchen gen Himmel. Und alle Flieger gehen hooooooooch!, Spaß. Natürlich blieben sie am Boden. Und die Asche fliegt flockig weiter auf die Festung den Kontinent Europa.

Doch nicht nur diese Art von Asche nimmt Kurs Richtung Südost, sondern auch umgangssprachliche Asche. Moos! Kohle! Schotter! Moneten! Ihr habt richtig geraten, es geht um das liebe Geld. Ich weiß doch, wie klug unsere Leser sind. Geld, jedenfalls, zieht es nach Griechenland, denn dort haben sie keins mehr. Und woher nehmen, wenn nicht stehlen oder drucken? Die Griechen kriegen ihr Geld vom deutschen Steuerzahler, denn der hat’s ja.

Doch bald wird es kaum noch Steuerzahler geben. Nein, nicht weil wir alle arbeitslos werden, sondern weil die Geburtenrate so niedrig ist. Quasi gar nicht mehr vorhanden, quasi. Der deutsche Steuerzahler stirbt also aus. Das liegt daran, dass Akademiker keine Kinder kriegen. Nicht, weil sie physisch dazu nicht in der Lage wären, sondern weil sie nicht ficken. Denn wenn uns die Demographie was lehrt, dann doch wohl, dass sich nur dumme Menschen vermehren.

Und an dieser Stelle kommt Hessens MiniPrä Roland Koch ins Spiel. Er möchte die Schnackselei ankurbeln, indem er dumme Menschen produziert. Und das tut er, indem er die Bildungsausgaben kürzt. Denn Bildung braucht keiner, am wenigsten die Hessen. Damit erhöht der kluge Hessenchef Koch nicht nur den Anteil Vermehrungswilliger an der Gesamtbevölkerung, nein, er züchtet auch gleichzeitig neue CDU-Stammwähler heran.

Und während in Hessen die Schwarze Pest wütet, schwimmt ebenjene im Golf von Mexiko fröhlich hin und her. Öl ist das Hydroäquivalent zu Asche in der Luft, nur halt im Wasser. Alle reden von Unfall und Unglück, aber das stimmt nicht, ist ja nicht die SPD. Nein, der Ölkonzern BP hat eine neue Transportmöglichkeit entdeckt: Strömung, die pipelinelose Pipeline! Das da vorher niemand drauf gekommen ist! Bei den meisten Menschen kam diese Form des Öltransports jedoch weniger gut an, sodass sich BP genötigt sah, sein Öl wieder einzufangen. Mit einer Glocke. Das konnte nur schiefgehen. Hätt‘ BP doch mal Schiller gelesen, der in seinem weltberühmten Gedicht dichtete: Loch in Erde, Messing rin‘ / Glocke fertig, Bimbimbim! – und jetzt soll man mal versuchen, auf dem Meeresgrund flüssiges Messing irgendwo hinzugießen, das konnte ja nicht klappen! Da haut’s einem die ganze Soße doch um die Ohren, da so tief unten!

Und so ganz so tief so können die Griechen ja gar nicht sinken, auch wenn sie grad kein Geld haben. Denn sie kriegen ja Schulgeld vom Koch. Und wenn sie genug Geld haben, dann geht das nächste Land pleite, z.B. Portugal. Aber vielleicht mag der Deutsche dann nicht mehr helfen. Vielleicht hat er alle Euros an den Griechen gegeben und braucht neues Geld. Er könnte darauf hoffen, dass das Öl an die Nordseeküste schwimmt, sodass man es für teuer Geld verkaufen kann oder er erfindet schnell Automotoren, die auf Aschewolkenbasis laufen! Und wenn das nicht funktioniert? Dann führt er bestimmt die jute alte D-Mark wieder ein. Dann kann man die Deutschen beim Wechselkurs auch schön lang über den Tisch ziehen, denn um es zu merken, dafür werden sie ja eh zu blöd sein.

Blöd, aber viele. 

Written by Quax

17. Mai 2010 at 21:25

Hellas!

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Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass wir uns erst jetzt mit Griechenland beschäftigen. Na, wobei, wenn man drüber nachdenkt, ist es das eigentlich nicht. Aber wenn das Thema schon mal angeschnitten ist wie ein leckeres Weißbrot aus dem Ofen einer französischen Bäckerei in Lothringen, dann soll es auch behandelt werden. Und kein Wortspiel soll mir niveaulos genug sein, um es nicht zu verwursten wie gute, deutsche Frankfurter.

Also Griechenland also. Wo fange ich an? Ich könnte im Jahr Tausendsiebenhundert vor Christi Geburt (oder „vor unserer Zeitrechnung“, wie man in der DDR zu sagen pflegte) ansetzen, als der Urgrieche aus dem Norden kam und die Eingeborenen in Griechenland vertrieb und seinen Schuldenstaat errichtete. Aber da das niemanden interessieren wird, werde ich ein bisschen am Zahn der Zeit drehen, bis der Karies singt. Heißt es überhaupt der Karies? Oder das Karies, oder gar die? Man weiß es nicht, man weiß es nicht.

Also etwas später, aber nicht zu sehr. Denn so pleite, wie Griechenland jetzt ist, war Griechenland nicht immer. Jaja, so ist das, bzw. war das. Denn in uralten Zeiten, da gab es in Griechenland Könige und einer von ihnen, das war König Midas. König Midas war ein typischer Grieche: nämlich pleite wie ein Sack Feta. Nach einigem transzendenten Hinundher bekam er dann magische Kräfte und konnte alles in Gold verwandeln, was er berührte. Mit dieser Kraft vergoldete er alles, was nicht niet- und nagelfest war, beziehungsweise sogar das. Denn auch seine Kinder umarmte der König und machte sie zu Gold.

Das löste eine gewaltige Inflation aus. In Persien, einem großen Land, das auf dem Gebiet der heutigen Türkei, dem Irak, Syrien, Iran (Persien halt), Jordanien, Israel und Ägypten liegen täte, wenn es nicht mehrfach untergegangen wäre, sah man die wachsende Inflation mit parallel dazu wachsender Sorge und der erhabene Gottkönig Xerxes wollte Midas vernichten. Doch dann kamen die Spartaner unter ihrem König Leomidas (altgriechisch für: Goldlöwe) und töteten alle Perverser (wie angedroht – kein Wortspiel auslassen). Midas starb, als er beim pullern sein Gemächt berührte und so vergoldete, sodass eines schlimmen Tages seine vollgelaufene Blase explodierte.

An ihrem vielen Gold hatten die Griechen aber nicht lange Spaß, denn bald kamen die Römer und dann die Türken und nahmen alles Gold mit. Die Türken blieben etwas länger in Griechenland und erst seit ca. 200 Jahren ist Griechenland wieder ganz alleine pleite.

Leider verpassten die Griechen den Anschluss an neuartige Technologien, wie Kassenzettel, und verprassten ihr gesamtes Geld für hohe Renten und Beamtengehälter. Und schon bald (sprich: vor wenigen Tagen) war das ganze schöne Geld alle, das die Griechen nie hatten. Schon musste Athen bei der EU zu Kreuze griechen, denn sie hatten auf Hellas und Pfennig alles verloren. Premierminister Giorgos Eurolos Papandreou musste sogar bei unserem sprechenden Hosenanzug betteln, den wir liebevoll mit „Jawohl, meine Kanzlerin!“ anreden. Jene aus der Uckermark knickte schließlich ein und will nun eine AG gründen, um die Hellenen nicht völlig vor die Hunde gehen zu lassen.

Was wird diese AG machen? Das, was alle AGs machen! Ihre Dividende ausweiten, bis an die Adria. Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, was so eine AG tut. Bei SPON gibt’s einen Artikel dafür. Aber Wirtschafts- und Finanzpolitik finde ich so derbest arschlangweilig (, alter!), sodass ich mir lieber spaßige Dinge ausdenke, wie man die Griechen retten kann, bevor sie dahinsiechen, die Griechen.

Man könnte z.B. die Inseln verramschen, aber wer will schon diese Steinfelsen im Mittelmeer, auf denen jahrhundertelang nichts als Trümmer standen? Man könnte aber auch dafür sorgen, dass das Geld nicht immer so abrupt flöten geht, indem man es auf spezielle Schiffe lädt, die von Wikingern gesteuert werden (auf sogen. Drachmenbooten). Dort wären die schönen Euros vor jeglicher Korruption gut geschützt. Andere Idee: Die Griechen aus der Eurozone werfen und ihnen irgendwas anderes geben, z.B. magische Kräfte für zum Goldmachen. Oder besser gleich raus aus der EU werfen oder ganz aus Europa („Europa sind alle Staaten Europas, außer Griechenland“). Aber das ist Wahnsinn.

Wahnsinn?

Das ist Spar-ta.

Written by Quax

30. April 2010 at 18:05

Veröffentlicht in Politik, Wirtschaft

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