Misanthropenwald

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Türchen Nummer Vierundzwanzig

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Weihnachten, da wird gesungen, gesoffen, gehurt und gelacht. Wir haben uns aber nur unterhalten und zwar über das vergangene Jahr. Zu euer aller Freude lief dabei – wie zufällig – ein Mikrofon. Also seid beschenkt mit dem letzten Podcast des Jahres! Und haltet durch! Der Beitrag wird besser, je länger er läuft!

Öffnen wir mit einem EIGENWERBUNG Türchen Nummer Vierundzwanzig.

Guttenberg haben wir absichtlich rausgelassen. Wir sind ihm immer noch böse, dass wir nicht nach Afghanistan eingeladen wurden.

Mehr ist weniger

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Ziemlich Hartz-IV-lastig im Moment. Also, der Misanthropenwald. Dabei ist keiner aus dem Autorenkollektiv (bisher) davon betroffen. Darf man sich eigentlich schon Kollektiv nennen, wenn man nur zu zweit ist? Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich sind wir eher ein Duett. Oder ein Duell, denn jeder Blog ist ein Schlachtfeld.

Aber genug der kriegerischen Äußerungen, Schlachtfelder hatten wir in Mitteleuropa schon genug! Deswegen gibt es die OECD, die den Frieden und die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ebenjener überwacht. Die OECD ist im Grunde eine internationalisierte FDP; das hört sich schlimm an, ist es aber in Wahrheit gar nicht mal so.

Die OECD hat nämlich bemerkt, dass das Armutsrisiko in Deutschland besonders furchterregend hoch sei. Soweit nichts, was man nicht schon wüsste. Doch die Begründung dafür ist schon erstaunlich, denn dieses Risiko wird nicht durch zu niedrige, sondern durch zu hohe Sozialausgaben hervorgerufen. Anders ausgedrückt: Wenn ich jemandem mehr Geld gebe, dann ist er ärmer, als wenn ich ihm weniger Geld gebe. Das hat schon etwas philosophisches, wenn’s nicht so unglaublicher Unfug wäre.

In die Hartz-Debatte schaltet sich nun auch DGB-Chef Michael Sommer ein, also jemand, der niemals von Armut betroffen sein wird. Er kündigt einen heißen Herbst an, denn es sei unerträglich, dass man sich in der Hartzfrage einem „Populismus à la Sarrazin“ bediene. Äh, was? Soweit ich das mitbekommen habe, hat Sarrazin sich nie zu Hartz-IV-Opfern geäußert, es sei denn, sie waren muselmanisch oder genetisch blöd.

Der latent blöde Gewerkschaftsführer fordert mehr Geld für alle statt noch weniger (auch wenn er damit die Armut beschleunigt!!!), Genussmittel sollten wieder mit einbezogen werden. Ein Leben ohne Alk ist nämlich kein lebenswertes.

Man muss doch schauen: Unter welchen Bedingungen wird in Deutschland gelebt? Dazu gehören im Zweifelsfalle auch Genussmittel wie Zigaretten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Schwarz-Gelb das nicht berücksichtigt

Dass die sympathische Weinnase Sommer sowas nicht nachvollziehen kann, nunja. In Deutschland wird auch unter der Bedingung gelebt, Menschen wie Sommer und Aussagen der OECD ertragen zu müssen. Ich hoffe, dafür gibt’s auch Aufschlag.

(Quelle)

Written by Quax

28. September 2010 at 11:21

Veröffentlicht in Politik

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Gerechtigkeit im O-Ton

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Ganz schön viel Prügel muss die Koalition da für ihre Megaerhöhung der Hartz-IV-Sätze einstecken. So kann das aber nicht weitergehen, sagten sich die Betroffenen und rechtfertigen das üppige Geschenk an den arbeitslosen Pöbel.

Wenn man einmal annimmt, dass da in Berlin nicht nur volltrunkene Gestörte herumgeistern, sondern dass das im Grunde rational und denkende Menschen sind, die Wissen, was für eine Urscheiße das mit der Erhöhung um die paar Groschen eigentlich ist. Dann ist es ja doch ziemlich lustig, mit was für beknackten Argumenten man versucht, die Erhöhung zu rechtfertigen. Dazu sagt beispielsweise Arbeitsministerin Ursula von der Leyen:

Nach den Berechnungen des statistischen Bundesamts gibt es eine leichte Erhöhung bei den Regelsätzen für Erwachsene um fünf Euro auf dreihundertvierundsechzig Euro. Dabei sind die Ausgaben für Tabak und Alkohol nicht berücksichtigt, weil dies Genussmittel sind, die nicht existenzsichernd sind.

Ach Ursel, gerade du als CDU-Mitglied müsstest doch wissen, dass in der Union nichts existenzsichernder ist als Schnaps und Kippen. Was passiert, wenn man von beidem zu wenig intus hat, das zeigt die Kanzlerin (Merkel):

Wir glauben, dass wir hier eine Lösung gefunden haben, die sachgerecht ist, die aber auch ausdrückt, dass unser Hauptpt… unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, die ähm, Hartz-IV-Dauer, die ein Mensch ähm, Arbeitslosengeld II bezieht, diese Dauer so kurz wie möglich zu halten und Menschen möglichst schnell wieder in das Arbeitsleben hineinzubringen.

Klar, totsaufen klappt ja nicht mehr, einen Strick kann man sich nicht mehr leisten, bleibt nur noch Arbeit übrig. Sachgerechte Lösung, die Merkels Hauptaugenmerk auf die Dauerverkürzung  ausrichtet. Was soll das, wollen die mit den pfümpf Euros mehr im Monat ihren guten Willen bekunden, mal was gegen Arbeitslosigkeit zu tun?

Fehlt natürlich noch ein bissiger Seitenhieb von Deutschlands ehemals führender Arbeiterpartei, Sigmar Gabriel bitte:

Wir Sozialdemokraten sagen, wir woll’n das Verfassungsgericht ernst nehmen. Wir werden weder das Existenzminimum nach Kassenlage bestimmen, noch nach der Gefühlslage von Herrn Westerwelle. Und wir woll’n auch nich‘ über Schnaps und Zigaretten diskutieren, liebe Genossinnen und Genossen! Und darüber, dass ’ne Mutter auch mal ‚en zweites Paar Schuhe für ihre Kinder kaufen kann, das ist die Debatte, über die wir in Deutschland reden woll’n!

Immer nur wollen wollen wollen; das heißt ich möchte! Im übrigen, das Existenzminimum wurde damals, bei der Einführung von Hartz-IV, wonach bestimmt? Ach, richtig, nach Kassenlage! Und welche Partei hat Hartz-IV und die ganzen Späße damals eingeführt, Gabriel? Hm, na? Irgendeine Idee?

Nebenbei, „Schuhe statt Schnaps“ wär‘ ein super Slogan für die nächste Antialkoholkampagne der Bundesregierung.

Written by Quax

27. September 2010 at 11:06

Veröffentlicht in Politik

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Großzügige Almosen

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Da wacht man morgens um zwölfe völlig unschuldig auf und informiert sich auf seinem Lieblingsnachrichteninternetportal SPIEGEL-ONLINE (SPON), nur um dann so erschreckt zu werden. In was für einem Saus und Braus Schwarz-Gelb die Arbeitslosen leben lässt, unfassbar!

Ja, die halbwegs demokratisch legitimierte Regierung der Bundesrepublik hat den Hartz-IV-Satz erhöht, was SPON sogleich durch eine Eilmeldung verkündet:

Fünf Euro! Da lässt der Hartz-IV-Empfänger doch gleich mal die Korken knallen. Vielleicht aber auch eher den Tetrapack, denn Wein in echten Flaschen wird er sich von dem großmütig gewährten Obulus kaum leisten können. Erinnern wir uns doch mal daran, warum der Hartz-IV-Satz überhaupt erhöht werden muss: Das Bundesverfassungsgericht spuckte dem Merkelregime im denkbar ungünstigen Zeitpunkt der schlimmsten Wirtschaftskrise des Universums ordentlich Salz in die Suppe, als es feststellte (das BVerG, wie es von Juristen und anderen Trotteln auch genannt wird, nicht Merkels Tanztheater), dass das Hartz-IV-Geld zum Leben zu wenig und zum Sterben eigentlich auch zu wenig ist. Also müssen die Sätze erhöht werden. Um skandalöse pfümpf Euronen! Woher soll das Geld genommen werden? Sollen etwa die armen Hotelbesitzer, dieser geschundene Berufsstand, der kurz vor Hungertuch stand und nur durch den heldenhaften Einsatz der altruistischen FDP durch Steuersenkungen gerettet werden konnte, sollen diese armen, abgehalfterten FDP-Spender nun etwa – Steuern zahlen? Wo kämen wir denn da hin?

Vielleicht ist es aber auch zu gemein, der Regierung Lobbyismus zu unterstellen. Auf der anderen Seite, direkt unter dem üppigen Hartz-IV-Geschenkartikel bei SPON findet sich folgende Nachricht:

Erneut [sic!]. Und da wundert man sich in der Bundeskanzlei, dass nach jüngsten Umfragen die Regierungsparteien nur noch auf insgesamt 34% kämen, wenn am Sonntag Wahl wär‘. Na, wenn die Pharmaindustrie jetzt blendende Umsätzte einfährt, könnte sie ja ein wenig davon Vater Staat und Mutti Merkel abgeben, damit die beiden Hand in Hand die abhartzenden Arbeitslosen durch den Winter bringen können.

Es ist erstaunlich, mit welch exakter Präzision das Lobbyduo Merkel/W-Welle genau das Gegenteil von dem tut, was Umfragen so zeigen. Erhöhung um fünfhundert Cent… Der dritte SPONsche Artikel zeigt, wie hoch das Volk die Erhöhung möchte:

Nämlich um null Euro. Kein Wunder, denn die „mehr als 50 Prozent“ sind glasklar jene, die noch Arbeit haben, während sich die Betroffenen ja nicht mal mehr einen Telefonanschluss leisten können, um an Umfragen überhaupt teilzunehmen. Diejenigen, die noch Steuern zahlen können, möchten ihr Geld natürlich lieber nicht verbrannt sehen, indem man jedem Arbeitslosen einen Schokoriegel extra schenkt. Eine Frage der Zeit ist es, bis die Regierung auf die Idee kommt, dass man Arbeitslose ja gleich in Sachwerten bezahlen könnte. So ließe sich der Nahrungsmittelverbrauch und die gesunde Ernährung der ebenso würde- wie arbeitslosen Menschlein perfekt kontrollieren, worduch unser Gesundheitssystem entlastet werden würde, sodass mehr Geld locker werden würde, für noch mehr halbsinnlose Erhöhungen irgendwelcher anderen Ausgaben um bestimmt bis zu sechs (!) Euro. Die BILD-Zeitung forderte schon so etwas in die Richtung, bzw. natürlich die Zeitung nicht selbst, sondern „die Politiker“. Denn man leitartikelte vor einigen Tagen:

Politiker fordern: Kein Hartz-IV für Tabak!

Komisch, ich dachte Hartz-IV sei für Arbeitslose (oink-oink, macht das Phrasenschwein), beziehungsweise nach dieser saftigen Erhebung um fünf Euro, ganz im Sinne des BVerG, ja im Grunde auch eher so für’n Arsch.

Written by Quax

26. September 2010 at 13:59

Veröffentlicht in Politik

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Über Schnapsideen

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Hurra, Sommerloch! Es gibt nichts mehr, worüber man schreiben könnte. Keiner sagt oder tut dummes Zeuch. Niemand bietet sich als lohnende Zielscheibe an. Oder doch?

Da hätten wir Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland – und wer bei seinem Vornamen jetzt aufgesprungen ist und die Hacken zusammengeschlagen hat, für den habe ich beunruhigende Nachrichten betreffend seine politische Präferenz. Und nun, da der offensichtliche Adolfwitz aus dem Weg ist, nun zum größten Witz überhaupt. Im letzten Eintrag hatte ich bemängelt, dass manche Medien entrüstet waren, dass zwei Tage nach den Ereignissen im Duisburgtunnel noch niemand zurückgetreten war. Inzwischen hat sich die Lage etwas geändert, denn der Sauerland-Adolf klebt ganz offensichtlich an seinem Stuhl, respektiv an seinen Pensionsansprüchen, die er verlöre, träte er zurück. Also will er sich abwählen lassen. Geldgeiler Giergauner (Quadrupelalliteration!), aber was soll man von jemanden aus der CDU schon erwarten?

Rücktritte jedenfalls nicht, auch wenn das ex-Ministerpräsident Wulff dem Sauerland jetzt nahegelegt hat. Hör auf deinen Führer, Adolf! Wie schön, dass Wulff jetzt jede Möglichkeit nutzt, um beliebt zu werden, nachdem er so unbeliebt ins Amt gerutscht ist. Und Christian, wie wär’s, wenn du deinen eigenen Ratschlag befolgst und die Konsequenzen aus der Tragödie ziehst und deinen Hut nimmst, du Butterbrotclown!

Aber nicht nur der oberste Verantwortliche hat nicht mehr alle Segel am Mast, auch die Opfer und Hinterbliebenen haben einen Hauweg. Denn nun werden Spenden gesammelt für ein Mahnmal am Tunnel. Himmel, Leute! Ja, die Massenpanik war das schlimmste Ereignis, was Duisburg seit Kriegsende passiert ist – um genau zu sein, es ist das einzige Ereignis, was überhaupt mal in Duisburg passiert ist -, aber ein Mahnmal? Wirklich? Ich schlage ein Stelenfeld vor, so wie das in Berlin.

Berlin. Die Hauptstadt. Alle wichtigen Politiker machen Urlaub, da kriecht Wirtschaftsminister Rainer Brüderle aus seinem pfälzer Weinfass und lässt, noch ein wenig angedüdelt, gleich zwei Knaller auf die wehrlose Bundesrepublik los: Da will er zum einen die Rentengarantie kippen, damit nur noch Leute Rente beziehen, die ehrenamtlich für die FDP Steuern hinterzogen haben und zum anderen will er ausländisches Facharbeitergeschmeiß mit Begrüßungsgeld ins Land locken, so wie damals die Ossis. Den zweiten Vorschlag verdient vollsteste Unterstützung, wenn man plant, nach dem Studium schnell eine neue Staatsbürgerschaft anzunehmen (z.B. Österreich, die nehmen jeden), dann zurück in die Republik kommt, um Bananen Begrüßungsgeld abgreifen. Vor allem der Mangel an professionellen Hartz-IV-Empfängern ist beklagenswert, denn diese deutschen Billiglohnhartzer… Die bemühen sich um Arbeit und Leben in Saus und Braus. Pah!

Hartz IV. Überheblichkeit. Von der Leyen! Geistiges Hartz IV erhält sie bereits und die Arbeitslosenalmosen, die Vater Staat dem hungernden Pöbel zuwirft, sollen nun steigen. Halt nein, sie sollen neu berechnet werden. Das hat das BVerG (Juristenhässlich für BundesVerfassungsGericht) entschieden, also muss die halbwegs beliebte Blaublüterin (keine Sorge, die ist nur eingeheiratet und würde ganz normal rot bluten, wenn sie jemand mit einem Messer kitzeln würde, was ich aber nicht empfehle und keinesfalls als Aufruf zum Mord gewertet werden sollte, liebes BKA :) ) ran. Es müsste erhöht werden, das Hartz IV, laut BVerG-Urteil. Es wird aber lieber neu berechnet, das ist Amtsdeutsch für „wir kürzen euch die Stütze unterm Arsch weg, ihr Spongos“. Deswegen brauchen wir auch Brüderles ausländische Spitzenkräfte, die mosern nicht rum, wenn sie nur noch vier Groschen im Monat erhalten. Damit die Neuberechnung aber nicht wie eine Kürzung aussieht, will von der Leyen kein Geld unter den Plebejern verteilen, sondern Gutscheine für Kinder geben.

Aber was macht sie dann mit den vielen Kindern?

Written by Quax

2. August 2010 at 21:18

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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Fastenzeit

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Die Fastenzeit kommt jedes Jahr, wie Weihnachten oder der Tag der Arbeit. Und alle fasten mit, während auf diesem Blog Einträge gefastet werden. Was nicht schwer ist. Eigentlich soll man ja nur auf das verzichten, was einem schwerfällt. Sonst ist der ganze Sinn des Fastens ad absurdum geführt. Aber weil Nicht-schreiben nichts ist, was schwerfällt, werden in diesem Eintrag einfach kluge lateinische Sprüche gefastet (q.e.d.). Was fastet man denn so in unserem schönen Land, das vor dreißig Jahren noch von einer Mauer unterbrochen war?

Roland Koch, Ministerpräsident von Großhessen, verzichtet seit Jahren erfolgreich auf den Gebrauch von Hirn. Das zeigte sich vor allem vor einiger Zeit, als er die faulen Hartz-IV-Schmarotzer entdeckte – als billige Arbeitssklaven. Für Arbeiten wie Straßekehren, Müllaufsammeln, Autobahnbau.

Und weil die Hartz-IV-Parasiten seit Anbeginn des Universums Arbeit fasten, meldet sich (endlich!) Guido Westerwelle zu Wort und echauffiert sich in feinster Führerkampfgruppen-Gedenkrhetorik über das „asoziale Pack“ (G. Westerwelle, zugeschrieben), das den Leistungsträgern auf derjenigen Tasche liegt, in der die Spendenquittungen von der FDP liegen. Wer spendet, verzichtet. Und wer richtig viel verzichtet, den beschenkt die liebe FDP mit lustigen Steuerentlastungen. Und weil der ordinäre Hartz-IV-Spacko nüschts hat, was er spenden könnte, tja!, da gibt’s auch kein Steuergeschenk. Aber Hasstiraden vom Außenminister, das ist ja auch was.

Wegen der vielen Aufregung, die Westerwelle verursacht, verzichtet Mutti Merkel auf große Projekte. Oder irgendwelche Projekte überhaupt. Beziehungsweise, mal überhaupt irgendwas zu tun. Ist diese Frau eigentlich noch im Amt? Hoffentlich hat sie sich nicht überarbeitet! Wie auch immer, eine Pause hat sie sich verdient. Resepktiv, wir haben uns diese Pause verdient.

Verdient hat (und für diese großmeisterliche Überleitung ist uns der Grimmepreis sicher) auch das Finanzministerium wegen der vielen Selbstanzeigen. Viele Selbstanzeigen, fragt sich nun der ein oder andere? Ja, viele Selbstanzeigen. Denn Schäuble, unser Finanzminister, der beweist, dass nicht nur der Rubel rollt (Pulitzerpreis für dieses Wortspiel), droht unserem nachbarlichen Bergvolk, der Schweiz, mit dem Kauf einer Steuer-CD. Auf dieser CD befinden sich die Daten jener, die in letzter Zeit Steuern gefastet haben. Unsere Freunde aus der Schwyz finden das weniger lustiger, wenn nicht sogar überhaupt nicht, und drohen damit, die schweizer Kontodaten von deutschen Amtsträgern zu veröffentlichen. Die FDP ist tief getroffen von diesem Angriff auf ihre Mitglieder und empört über die „Hartz-IV-Empfänger Europas“ (G. Westerwelle, fälschlicherweise in den Mund gelegt).

Während die Schweizer Banken also über den Tag der offenen Tür nachdenken, übernimmt das japanische Unternehmen Toyota die christlich-abendländische Tradition des Fastens und verzichtet beim Autobau abwechselnd auf Gaspedal und Bremse.

Nicht zu bremsen (Nobelpreis!) ist auch die Diskussion um das minderjährige, weil siebzehn Lenzen junge, Literaturnewcomerwunder Helene Hegemann, die riesenhafte Stücke aus ihrem Roman (Irgendwas mit ‚Roadkill‘) von anderen gemopst haben soll. Und das in einem Ausmaß, in dem sonst nur die Einträge auf diesem Blog zusammengeklaut worden sind das unvorstellbar ist. Wir verurteilen das!

Wir verurteilen das in dem gleichen Maße, mit dem Bischof Mixa (Mixa. mit „M“. Nicht mit „W“.) die 68er für die Missbrauchswelle in seiner Heiligen Mutter Kirche verantwortlich macht. Stimmt genau! Das Zölibat, zum Bespiel, hat nichts damit zu tun! Wir sagen Ja zum Nein zur Aufhebung des Zölibats! Vielleicht leben diese Sexpriester wenigstens ab jetzt vierzig Tage lang enthaltsam und fasten Unzucht wie der Teufel das Weihwasser.

Vierzig Tage fasten also. Eine lange Zeit, verglichen mit z.B. einer Woche. Man darf gespannt sein, wer die vierzig Tage durchhält oder sich gar selbst übertrifft.

Written by Quax

19. Februar 2010 at 16:33