Misanthropenwald

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Ab heute gilt’s

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Noch ein paar Stunden, dann ist es soweit. Dann haben wir ein neues Staatsoberhaupt und das Schreckensregime des Bremer Jens Böhrnsen, der das Amt völlig undemkoratisch seit Köhlers Abgang an sich gerissen hat, ist vorüber.

Noch ein paar Stunden, dann wissen wir, wessen Portait bald in den Amtsstuben hängt: Entweder das edle Antlitz des Herrn Gauck oder das seifige Lappengesicht vom Christian.

Oh, hoffentlich hoffentlich hoffentlich werden einige Abgeordnete von CDU und FDP vom Funken der Vernunft durchzuckt (bei der CSU habe ich diese Hoffnung aufgegeben), dass sie den richtigen Kandidaten wählen, nämlich nicht Wulff.

Eigentlich müsste es reichen, wenn’s in den dritten Wahlgang geht. Denn dann ist keine absolute Mehrheit mehr notwendig, um Buprä zu werden, sondern dann kriegt derjenige den Zuschlag, der die meisten Stimmen hat. Und hoffentlich hoffentlich hoffentlich rückt die Linkspartei bis dahin von ihrer stasiphilen Linie ab und zieht ihre Halbkandidatin zurück – und wählt geschlossen Gauck, um Hindenbu Wulff zu verhindern.

Drücken wir dem wahren Bundespräsidenten mal die Daumen. Wenn’s klappt, hören wir das ja von der Ferne. Jubelschreie, Vuvuzelagetröte, Autokorso.

Wenn nicht, können wir schon mal anfangen, die Flaggen wieder reinzuholen.

 

Nachtrag 1, 14:23 Uhr: Wulff im ersten Durchgang gescheitert – berichtet SPON. Erste Hürde zum richtigen Bundespräsidenten ist genommen!

Nachtrag 2, 14:33 Uhr: Jaja, Niebel. Jetzt heißt es: „das war ja abzusehen“ – aber vorher wurde noch rumgegroßkotzt, dass Wulff im ersten Wahlgang durchkommt.

Nachtrag 3, 14:36 Uhr: Das sollte eigentlich kein Liveticker werden, aber wenn ich schonmal dabei bin…

Nachtrag 4, 14:38 Uhr: Wie niedlich, Brüderle verweist darauf, dass Roman Herzog auch erst im dritten Wahlgang gewählt wurde. „Das war keine Klatsche“ – natüüürlich!

Nachtrag 5, 14:40 Uhr: Westerwelle sagt, dass die FDP geschlossen im zweiten Wahlgang Wulff wählen will – wie sie es schon im ersten gemacht hätten – Haha, bitte so geschlossen weitermachen, dann kann Wulff in Niedersachsen bleiben.

Nachtrag 6, 14:43 Uhr: Jubel gab’s vor dem Reichstag bei der Verkündung des Ergebnisses. Public Viewing zur Präsidentenwahl, eine feine Sache. Außernreporter der ARD mit den Public Viewern überfordert.

Nachtrag 7, 14:45 Uhr: FDP-Mann aus Schleswig-Holstein gibt CDU die Schuld für den zweiten Wahlgang. Ich bin gerade aufs äußerste zufrieden.

Nachtrag 8, 14:48 Uhr: O MEIN GOTT! O MEIN GOTT! Journalist spricht davon, dass „Polen offen“ sei! Ich freue mich auf die Twittermeldungen, es ist mir ein innerer Reichsparteitag.

Nachtrag 9, 14:50 Uhr: Linke zickt immer noch rum, Gauck sei unwählbar. Ganz im Gegensatz zu Wulff, ja? Ja? Ja? Kommt schon! CDU-FDP abzuwatschen ist schöner als der eigene Stolz!

Nachtrag 10, 14:53 Uhr: Stoiber hat sich schon auf drei Wahlgänge eingestellt. Da spricht der Optimismus, gnihihi!

Nachtrag 11, 14:55 Uhr: Zypries grüßt das Internet, aber das Internet grüßt nicht zurück.

Nachtrag 12, 14:57 Uhr: McAlisters Betonlächeln, leicht gequält. Er hofft noch drauf, Wulff als Ministerpräsident zu beerben.

Nachtrag 13, 14:58 Uhr: Linke dehydriert – Eigene Kandidatin wird als Alternative gesehen, ernsthaft. Gebt ihnen Wasser, sie reden wirr!

Nachtrag 14, 15:02 Uhr: NPD-Kandidat Rennicke erhält ein respektables Ergebnis von drei Stimmen. Er rollt bestimmt das Feld von hinten auf!

Nachtrag 15, 15:15 Uhr: Zweiter Wahlgang geht gleich los, spannend spannend.

Nachtrag 16, 15:18 Uhr: Wulff noch nicht auf seinem Platz. Ein gutes Omen?

Nachtrag 17, 15:19 Uhr: Namentlicher Aufruf – das sind über 1200 Menschen! Bis das Ergebnis bekannt ist, ist die erste Amtsperiode des Präsidenten doch schon wieder rum!

Nachtrag 18, 15:23 Uhr: Wulff wollte im Alter von 4 Busfahrer werden. Da ist an ihm ein großer ÖPVN-Lenker verloren gegangen.

Nachtrag 19, 15:25 Uhr: Gauck sah vor zwanzig aus wie jemand, dem ich keinen Gebrauchtwagen abkaufen würde.

Nachtrag 20, 15:51 Uhr: Wulff gegenb Direktwahl des Buprä. Habe vor Zorn Gift und Galle gespieen und laut gebrüllt.

Nachtrag 21, 15:57 Uhr: Dafür, dass ich Twitter verachte, mache ich hier gerade genau das, was man bei Twitter so tut. Hm.

Nachtrag 22, 16:01 Uhr: Wulff unwählbar, bezeichnet Keinohrhasen und Zweiohrküken als Kult!

Nachtrag 23, 16:05 Uhr: …habe ich erwähnt, dass ich den Spaß über den Livestream der ARD mitverfolge? Nein? Dann habe ich das jetzt.

Nachtrag 24, 16:16 Uhr: ARD blendete grad ein: „Panda, Gorilla & Co“ entfällt – NEEEEEEIIIIIN! Die sollen schneller wählen, meine Lust schwindet, mir das anzutun. Kann Wulff nicht einfach verzichten?

Nachtrag 25, 16:20 Uhr: Uff, Ergebnisse gibt’s erst in einer halben Stunde. Dann beende ich diesen Liveticker mal, das hier ist ja nicht der einzige Blog, den ich pflegen muss.

Nachtrag 26, 19:42 Uhr: Was lesen meine tranigen Augen? Die Linken ziehen ihre Kandidatin zurück? Kann man etwa wieder hoffen?

Nachtrag 27, 20:31 Uhr: Ich glaube, das wird nix mehr. Gewöhnen wir uns besser daran, von einem charakterlosen Stück Pfandflasche repräsentiert zu werden.

Nachtrag 28, 20:34 Uhr: Die NPD hat den Favoriten Rennicke aus dem Rennen genommen und will Gauck wählen. Als ob die Pfeifen den Unterschied machen!

Nachtrag 29, 20:37 Uhr: Ich frage mich grad, ob Merkel wohl so arrogant war und geglaubt hat, Wulff würde es beim ersten Wahldurchgang sowieso schaffen und dann Gauck gewählt hat, damit er ob der Niederlage nicht weint?

Nachtrag 30, 20:39 Uhr: Ziehe die Frage zurück, denn das setzt ja voraus, dass Merkel ein Herz hat.

Nachtrag 31, 21:09 Uhr: Ich glaube, es ist vorüber…

Letzter Nachtrag, 21:17 Uhr: Scheiße.

Written by Quax

30. Juni 2010 at 10:27

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Vorfreude

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Ich freue mich. Wirklich. Auf das WM-Spiel Deutschland gegen Serbien. Am Freitag. In Südafrika. Wie ich mich freue!

Nicht auf das Spiel ansich. Diese blöde Sportart kann mich sonstwo mal, sondern auf die Halbzeit. Wenn die Moderatorin vom letzten mal, die sich diesen sprachlichen Dings hier, ne? Worüber sich alle so künstlich aufgeregt haben usw.

Ich weiß ja gar nicht, ob das Spiel überhaupt im ZDF übertragen wird oder ob andere Sender ähnlich begabte Moderatoren haben. Jedenfalls ist es mir ein innerer Reichsparteitag, mich auf die Halbzeit zu freuen. Wenn er kommt. Der ultimative Spruch zum Spiel. Und er wird kommen. Fettnäpfchen werden nicht ausgelassen. Irgendjemand wird ihn bringen. Öffentlich. Und dann wird das Geschrei losgehen. O wie werde ich mich auf diesen Spruch freuen. Und auf die Deppen, die sich drüber aufregen. Und die, die den Spruch verteidigen. Weil sie noch deppiger sind. Deutschland gegen Serbien. Hach, dieser Spruch!

Serbien muss sterbien.

Written by Quax

16. Juni 2010 at 16:57

Veröffentlicht in Mischwald

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Der innere Reichsparteitag

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Gestern, Halbzeitpause. Schland gegen Kängurus. Moderatorin spricht davon, dass Kloses Tor für ihn ein innerer Reichsparteitag sei. Ich kannte die Redewendung nicht, habe ein bisschen gestutzt und mich auf die empörten Kommentare am nächsten Tag gefreut.

Ich wurde nicht enttäuscht.

Zugegeben, der innere Reichsparteitag ist etwas unglücklich gewählt, wenn man im Medium Fernsehen moderiert und immer von der größtmöglichsten Dummheit seiner Zuschauer ausgehen sollte. Für den Medienjournalisten Stefan Niggemeier ist der innere Reichsparteitag eine alltägliche Redewendung. Ich habe sie zwar noch nicht gehört, aber ich glaube ihm da einfach mal. Und was es bedeutet, was ein innerer Parteitag ist, kann man jetzt auch leicht rausfinden.

Es ist mir ein innerer Reichsparteitag, dass ich das nun weiß und werde die Redewendung in meinen aktiven Wortschatz übernehmen („Wie war die Klausur?“ – „Sie war ein innerer Reichsparteitag!“, „Wie war der Urlaub?“ – „Ein einziger Reichsparteitag!“, „Wie war der Parteitag?“ – „Ganz okay.“).

Ich bin auch gespannt, wie es mit der Moderatorin weitergeht. Vielleicht erlebt sie ja einen inneren Frankreichfeldzug.

Written by Quax

14. Juni 2010 at 11:02

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