Misanthropenwald

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Türchen Nummer siebzehn

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Weihnachten, da vergisst man Freund- und Feinschaften und liegt sich in den Armen. Hort solcher Freundseligkeiten wird Stuttgart bald sein müssen, denn in Baden-Württemberg wird nächstes Jahr gewählt, im Superwahljahr 2011.

Öffnen wir mit einem Dröhnen also Türchen Nummer siebzehn!

Das große Koalitionsglücksrad! Wenn am Sonntag (bzw. Sonntag vor zwei Wochen) in Stuttgart-21-Land Wahl gewesen wäre, dann sähe das Ergebnis so aus:

  • CDU: 39%
  • SPD: 18 Prozent
  • Grüne: 28 pro Zehnt
  • FDP: 5 von Hundert
  • Linke: s. FDP

Was wären da für Koalitionen möglich?

Die Tigerentenkoalition könnte mein Landesfürst Stefan I. Mappus nicht fortsetzen, denn das wären nur 44% (neununddreißig plus fünf gleich vierundvierzig), aber man braucht ziemlich genau 50%, für zum regieren.

Eine Fußgängerampelkoalition aus SPD und Grüne könnte alleine auch nicht regieren, sondern müsste sich entweder um die FDP zu einer Kreuzungsampelkoalition erweitern oder aber die Linkspartei ins Boot holen. Da das allerdings allesamt Kommunisten und/oder alte SED-Mitglieder sind, fällt das so flach wie ein Bahnhofsbaustopp.

Eine Bronchitiskoalition aus CDU und Grünen wäre möglich. Dass Schwarz und Grün super miteinander können, hat Hamburg gezeigt, wo aus Lustlosigkeit zuerst der Bürgermeister und dann die Grünen hingeschmissen haben. Grüne Kernthemen, wie die Elbvertiefung oder Hafen City, der Stadtteil ohne arme Menschen, wurden mehr so durchwachsen durchgesetzt.

Denkbar und ebenso realistisch wie beängstigend ist die Brandwundenkoalition aus CDU und SPD. Dann könnte Mappus weiter durch’s Ländle möppeln und hätte im Grunde keinen Koalitionspartner. Denn wo die FDP rumschreit und die Grünen ja eh gegen alles sind, macht die SPD merkelsches Nichts.

Aber vielleicht geht die CDU ja auch ganz neue Wege und macht mit der FDP eine Koalition, was nicht ganz so weltbewegend ist – na, höchstens bewegend Richtung Untergang -, und angelt sich noch die Linkspartei. Die Giftkäferkoalition! Es wird ein Spitzensteuersatz eingeführt, aber nur für arme Menschen, die gegen Atomkraft sind. Oder so.

(Quelle aller Daten)
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Written by Quax

17. Dezember 2010 at 00:27

Veröffentlicht in Adventskalender

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Jubeljubiläen

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Zwanzig Jahre Deutsche Osterweiterung. Außerdem heute im Programm: Schwarzgelb feiert Einjähriges. Juhu. Da bietet es sich an, die großartigen Leistungen der Merkelwunschkoalition mal gebührend zu würdigen.

Wenn es denn welche gäbe! Denn die Positivliste der Positivleistungen, die ich im ersten Entwurf dieses Eintrags gemacht habe (Hinweis des Autors: Hierbei handelt es sich natürlich nur um eine Floskel, ein sprachlich-stilistischer Kniff, wenn man so will. Denn in Wahrheit schreibe ich Einträge gar nicht vor, sondern haue sie direkt auf den Blog, ohne Korrekturlesung und/oder Änderung), sah exakt so aus:

  1. /
  2. Tja
  3. Puh…
  4. Gar nicht so leicht
  5. Vielleicht…
  6. Nein, doch nicht.
  7. Auch nicht.
  8. Haha, das ganz bestimmt nicht!
  9. äh
  10. Gleich kommt Punkt zwölf
  11. Hm.
  12. Ach!
  13. Heureka!
  14. Da ist ja doch was!
  15. Die Koalition exitiert noch!

Wobei das ja auch nichts wirklich positives ist. Eigentlich gibt es nur schlimme Sachen, es wird alles immer schlechter und früher war alles besser. Damals, als wir noch einen richtigen Präsidenten hatten, zum Beispiel.

Die Quintessenz dessen, was an dieser Koalition verachtenswert ist, zeigte sich nämlich in der letzten Bundesversammlung, als Christian Wulff zum… naja… ihr wisst schon. Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages der feindlichen Übernahme der DDR hielt der Bundespräsident gestern eine kluge, vielbeachtete Rede. Und heute stammelte sich dann Wulff durch sein Geschreibsel, sagte im Grunde das gleiche wie das eigentliche Staatsoberhaupt, nur schlechter. Das ganze garnierte er mit himmelschreiendem Unsinn.

Wir können stolz sein auf unsere kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Leistungen. Vor allem auf das soziale Klima in unserem Land

Seien wir stolz auf die Kälte. Diese alles zerfressende, abtötende Kälte, die jeden treffen kann, ganz gleich, woher er kommt. Denn das spielt bei der sozialen Kälte keine Rolle, oder?

Natürlich spielt es eine Rolle, woher einer kommt. Es wäre schade, wenn das nicht so wäre. Aber die entscheidende Botschaft dieses Appells lautet: Wir sind Deutschland! Wir sind Deutschland. Ja: Wir sind ein Volk.

Gute Arbeit, Christian. Einen alten, beschissenen Slogan einer alten, von Anfang an zum Scheitern verurteilten Imagekampagne heute noch mal aufzugreifen. Wir sind Deutschland, ja: wir sind ein Volk. Deutschland ist ein Volk und das Volk ist Deutschland! Für einen Bundespräsidenten, der mit dem Anspruch angetreten ist, Integration zu seinem Leib- und Magenthema zu machen, ist das eine belustigend ausländerextegrierende Aussage.

Aber natürlich will Christian „Doitschland“ Wulff Integration, von gebildeten Menschen zum Beispiel:

Im Wettbewerb um kluge Köpfe müssen wir die Besten anziehen und anziehend sein, damit die Besten bleiben.

Was für ein Zynismus. Kluge Köpfe sollen kommen und bleiben und Chef von unser’m Land, das auch ein Volk ist, irgendwie, ist so eine Hohlbirne. Wie passt das zusammen? Gar nicht, natürlich. Genauso wenig wie Licht und Schatten, Phillip Mißfelder und Bücher, Westerwelle und Anglistik, Orient und Okzident.

Vor fast 200 Jahren hat es Johann Wolfgang von Goethe […] zum Ausdruck gebracht: „[…] Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“

Mööönsch, Christian! Lass mir doch den Spaß.

Immerhin, Christian kriegt überraschenderweise nicht nur Hasspost, sondern auch ganz offensichtlich ironische Briefe von unseren humorvollen Moscheegängern:

Wenn mir deutsche Musliminnen und Muslime schreiben: „Sie sind unser Präsident“ – dann antworte ich aus vollem Herzen: Ja, natürlich bin ich Ihr Präsident! Und zwar mit der Leidenschaft und Überzeugung, mit der ich der Präsident aller Menschen bin, die hier in Deutschland leben.

Womit Christian zweifelsfrei bewiesen hat: Ich lebe nicht in Deutschland. Beziehungsweise in dem einen Volk.

Wieauchimmer.

Written by Quax

3. Oktober 2010 at 18:49

Veröffentlicht in Politik

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Zurücktreten!

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Das Ego von Dr. jur. Guido Westerwelle ist seit dem 27. September 2009 (BuTaWa; unschön für Bundestagswahl) um ca. drei Meter gewachsen. Das sind 1,785 cm am Tag. Das Wachstum ist allerdings unerklärlich, hat er sich doch permanent blamiert und viel Quatsch erzählt. Wir fassen das mal zusammen.

Wahlkampf 2002: Dr. jur. Guido Westerwelle ist der erste Kanzlerkandidat der FDP. Da er gehört hat, dass BuKas (unschön für Bundeskanzler) irgendeinen Sockenschuß haben müssen (Schmidt – raucht wie ein Colt, Schröder – cool wie ein Westernheld, Adenauer – alt wie Methusalem, Kohl – dick wie eine Birne und überhaupt, usw. usf.), will er auch einen. Er lässt sich also eine schöne 18 auf die Schuhsohlen tätowieren und kurvt mit einem sogn. Guidomobil durch dieses schöne Land von uns. Die 18 steht für 18 Prozent Stimmenanteil bei der BuTaWa und es sind ja nahezu alle ehemaligen BuKas mit 18 Prozent zu einem ebensolchen gewählt worden. Es wurden dann übrigens 7,4 Prozent. Das sind wiederum 41 Prozent von 18.

2002 bis September 2009: Westerwelle wurde ab und zu als Parteivorsitzender der FDP bestätigt, mit immer tolleren Ergebnissen. Ansonsten war er von der Warte der Wichtigkeit aus gesehen eher, nunja, unsichtbar.

27. September 2009: 14,6 Prozent! Bäm! Soviel Prozent hatte die FDP noch nie. Aber bei der BuTaWa 09 featuring Muddi Merkel and the Söders gelingt der FDP und zuforderst uns Guido der Coup. Regierungsbeteiligung! Und diesmal richtig. Mit Ernstgenommenwerden inklusive.

27/28. September 2009: Nunja, das Ernstgenommenwerden hat sich schnell erledigt. Als so ziemlich erste Amtshandlung leistet sich der neue Außenminister [(nicht etwa Wirtschaftsminister! (Im Nachhinein wohl zum Glück)]  einen Fauxpas, äh, pardon, also ‚tschuldigung, ich meine natürlich Fehltritt. Wir sind ja schließlich in Deutschland, hier. Also: Fehltritt. Vor der Presse von übern Ärmelkanal. Westerwelle nix Englisch. Wir kommentierten bereits gehässigst.

1. Januar 2010: Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz („Hotelgesetz“) tritt in Kraft. Darin hat die Firma Mövenpick (Gerüchten zu Folge/vielleicht/ eventuell/wird gemunkelt) festschreiben lassen, dass es jetzt ganz merkwürdige Mehrwertsteuersätze für Hotels, aber auch für Campingplätze und Bordelle gibt. Toll. Guido mag das Gesetz ganz dolle.

Oktober 2008 – Oktober 2009: In diesem Zeitraum, der gerade die schöne Chronologie hier bricht, sollen Parteispenden von der Familie Finck (Mövenpick-Besitzer) an die FDP geflossen sein. Sollen, liebe Rechtsanwälte! Sollen!

11. Februar 2010: Westerwelle darf einen Gastbeitrag für DIE WELT schreiben und faselt da was von „spätrömischer Dekadenz“ und „sozialistischen Zügen“ an der Hartz-IV-Diskussion. Eine Welle der Empörung schwappt durchs Land (und das wären dann wohl fünf Euro in die Phrasenkasse). Alle würden immer nur  Spendengelder Steuergelder beziehen wollen, nur keiner will sie zahlen. Außer Finck.

Jetzt: Während der Außenguido unterwegs in aller Welt ist und dort den Boden für die deutsche Wirtschaft ebnet (mit Dampfwalzen), wird hier zuhause eine „Verleumdungskampagne“ (Westerwelle, auf jedem Rollfeld dieses Planeten) von der Opposition betrieben. Verwandte sollen Vorteile aus seinen Reisen ziehen, Aufträge zugeschanzt werden etc. Die Oma soll schon Kaffee geordert haben.

Written by Achja

14. März 2010 at 15:18

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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Kalif anstelle des Kalifen

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Was haben die beiden (faulen) Autoren dieses Blogs und Bundeskasperin Merkel gemeinsam? Richtig, von beiden hat man seit Wochen nichts gehört!

Denn während sich in der BVB-Koalition FDP, CSU, Seehofer und Westerwelle kloppen wie die Kesselflicker macht Mutti zur Sicherheit mal gar nichts. Man könnte ja was falsch machen. Abwarten und Nichtstun haben noch niemanden aus dem Amt befördert. Gut, Erich Honecker vielleicht. Wenn man Gorbatschow glaubt, der gesagt haben soll: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Eigentlich gesagt hatte er – und die Übersetzung sprach sein Übersetzer in feinstem Ostdialekt, sodass man es lautmalerisch wiedergeben muss – vor Journalisten: „Isch glaube, Gefohrn wardden nur off jänä, die nischt off das Lähm reogirn“ (Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren).

Aber man will ja nicht Honecker mit Merkel vergleichen. Honecker war zum Beispiel nie stellvertretender FDJ-Sekretär. Um die Stellvertretung der Kanzlerin wird (oder besser: wurde) derweil heftig gestritten. Denn der einzige Vizekanzler der Welt ist Westerwelle, der steif durch die Weltgeschichte stakst und Applaus für seinen Besuch in Saudi-Arabien bekommt. Dafür, dass er dort war, ohne gehängt zu werden? Man ist sich nicht sicher.

Anyway, wie wir trendigen jungen Leute zu sagen pflegen, zurück zu Kanzlerins Stellvertretung: Auch die CSU will will will will einen Vizekanzler stellen. Argument: Es gibt drei Parteien in der Koalition, also muss es drei Leute geben, von jeder Partei einer, der irgendwas mit „-kanzler“ im Titel trägt. Drei Kanzler also, den zweiten Vize und damit dritten Kanzler soll Guttenberg spielen.

Die Hackordnung in unserem ziemlich netten Staate sähe dann folgendermaßen aus:

  1. Bundespräsident Horst Köhler (Das ist der Mann, der an Silvester mit weit aufgerissenen Augen eine aufrüttelnde, bewegende Rede an seine „Mitbürgerinnen und Mitbürger“ (O-Ton) gehalten hat)
  2. Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (Nie gehört? Kein Wunder, dieser Mann ist zur Zeit nur Chef in Bremen und zufälligerweise Präsident des Bundesrates, der offiziell der Stellvertreter des BuPrä ist. Zumindest solange, bis Guttenberg den Posten auch übernehmen soll)
  3. Bundestagspräsident Norbert Lammert (Ein freundlicher CDU-Mann mit allerlei Flausen im Kopf. Er liest gerne mal im Bundestag das Fernsehprogramm vor)
  4. Bundeskanzlerin Angela Merkel (Darüber ist bereits alles gesagt)
  5. Vizebundeskanzlerin Guido Westerwelle (FDP, Außenminister. Worte reichen nicht aus, um ihn zu beschreiben)
  6. Vizevizebundeskanzlerin Karl-Theodor von & zu Guttenberg (CSU, Verteidigungsminister. Erarbeitet im Moment eine kluge Abzugsstrategie für die Wehrmacht aus Afghanistan)

Wenn also Horst Köhler vor die Hunde ginge und Jens Böhrsen völlig zurecht unbeachtet werden würde, wenn Lammert beim Seifenoperngucken einschliefe (für immer) und Merkel vor lauter nichtstun tot umkippen würde, wenn dann auch noch Westerwelle in China wegen FDP-Mitgliedschaft zu zwanzig Jahren Steineklopfen verurteilt werden würde, dann – und zwar nur dann! – hätte die CSU was zu sagen, so ganz oben an der Spitze.

Doch das wird Mutti nicht zulassen und zu verhindern wissen. Indem sie etwas tut. Zum Beispiel nichts.

Written by Quax

12. Januar 2010 at 22:59

Denn sie wissen nicht, was sie tun

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Hurra, die neue Regierung steht! Muttis neue Truppe besteht u.a. aus Westerwelle, Schäuble (immer noch), Freiherr zu Guttenberg (immer noch), Rösler und Jung (auch immer noch). Eine bunte Truppe, die uns die nächsten vier Jahre zielsicher über die Klinge in den Abgrund springen lässt.

Dass Westerwelle das anglophone Amt des Außenministers bekommen würde, stand nach seinem souveränen Auftritt gegenüber der ausländischen Presse fest; wer dem Tommy zeigt, wer hier auf dem Kontinent das Sagen hat, kann das Land auch knallhart in diplomatischen Verhandlungen führen. Mindestens ebenso knallhart wie in den Koalitionsverhandlungen. Zum Außenminister braucht man nichts weiter als einen großen, leeren Kopf mit viel Platz für Informationen, eine große Klappe, keine Englischkenntnisse und keine Ahnung (von Tuten und Blasen). Niemand sonst in der FDP wäre für dieses Amt geeigneter gewesen, außer vielleicht Dirk Niebel, Generalsekret der FDP, der jetzt im prestigereichen Entwicklungshilfeministerium zwischengelagert wird.

Interessant ist, dass Schäuble vom Innen- ins Finanzministerium abgeschoben wird. Da darf er sich nun weiter austoben und die Finanzkrise bekämpfen wie zuvor schon den Terrorismus, zum Beispiel durch Bundeswehreinsätze im Inneren. Freuen wir uns auf kräftige Fiskalspielchen, wie den Schattenhaushalt, erstellt von der Person mit dem größten Schatten, oder auf den Versuch, das Haushaltsloch mit dem Schuldenberg stopfen. Endlich darf sich Schäuble in seinem nächsten Fachgebiet austoben, von dem er keine Ahnung hat.

Eine Überraschung ist Philipp Rösler von der FDP, denn er übernimmt den Sau- und Scherbenhaufen, den Ulla Schmidt im Gesundheitsministerium hinterlassen hat. Nach eigenen Angaben will der 36-jährige mit 45 mit der Politik aufhören. Kein Wunder, hat man als FDP-Politiker bis dahin doch genug Steuern hinterzogen, um dann bis an sein Lebensende alle Fünfe gerade sein zu lassen.

Ebenfalls eine Überraschung, aber eine furchtbar-grausame, ist Franz-Josef Jung, Parteinichtsnutz der CDU. Die Bilanz seiner vier Jahre als Kriegsminister fällt ernüchternd aus: ein paar Tote Taliban, ein paar Tote Zivilisten und ein Öltanklaster. Andere Minister (Scharping, SPD) haben in vier Jahren ganze Länder überfallen (Serbien, Jugoslawien)! Nachdem der heillos Überforderte nun also schon der Bundeswehr sinnfrei und -los im Weg herumstand (die Aufgabe macht jetzt Karl-Theodor Maria Nikolaus Walter Ulbricht Johann Jacob Philipp Rösler Franz Joseph Jung Sylvester Freiherr von u. zu Guttenberg), darf er nun das Ministerium für Arbeit und Asoziales zugrunde richten.

Aber auch viele alte Gesichter bleiben in Muttis Truppe, wie CSU-Kräuterhexe Ilse Aigner (Ilse-Bilse, keiner Willse) im Bauernministerium, Gebärmaschine von der Leyen im Ministerium für Wahrheit und Familie oder Anette Schavan als weibliche Franz-Josef Jung im Ministerium für Forschung.

Die anderen Minister unserer schönen neuen Regierungswelt haben ebenfalls dicke Schellen ins Gesicht verdient, allein schon Peter Ramsauer (CSU, Minister für Autos), Warmes Brüderle (FDP, Minister für Misswirtschaft) oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP, Ministerin für Recht und recht lange Nachnamen). Die Zeit wird zeigen, mit welchen Späßen uns das Kabinett Mutti Merkel II beglücken wird.

Written by Quax

24. Oktober 2009 at 12:05

Untypische Wahlen

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Immer dann, wenn eigentlich alles gesagt ist, pusten sie noch ihr sinn- und gedankenfreies Geschwätz in den Äther und aalen sich dabei in ihrer eigenen Selbstherrlichkeit: „Experten“.

Im sogenannten „Superwahljahr“, das ja vor Kommunalwahlen, Europawahlen, Landtagswahlen und Bundestagswahlen nur so spritzt, ätzen diese Geschöpfe besonders unangenehm; kommen doch auf jeden, der wirklich Ahnung hat, mindestens zwei dieser wichtigtuerischen Rumsülzer. Vor wenigen Wochen noch Terror-, Afghanistan-, USA-, Nahost-, Abwrackprämien- oder – gottbewahre! – Finanz-Experte, schult das Pack rasch um auf Wahl-Experte.

Und sammelt sich vor, während und nach jeder Superwahl des Superwahljahres in unseren Zeitungen und drängelt sich vor Fernsehkameras, um ihr hohles Geschwätz quotengierend in die Köpfe des dummen Konsumenten zu hämmern. Von diesem Geschmeiß nicht verschont blieben daher auch die gestrigen Landtagswahlen (Die NRW-Kommunalwahl wird da gerne mal unter den Tisch fallen gelassen, denn kommunal ist wurschtegal, nich‘?), in deren Vorfeld schon die dicksten Dinger losgelassen wurden; Heißluft in einer Menge rausgepustet, mit der man Luftschiffe für eine Zeppelinkette von Erfurt nach Lakehurst hätte füllen können.

Diese Landtagswahlen seien ja etwas ganz besonderes, weil alle drei Bundesländer ach so „untypisch“ seien, denn was dem Experten nicht in sein standardisiertes Wahlschablönchen passt, ist untypisch, so eben auch die drei Bundesländer. Sachsen und Thüringen sind, klar, ohnehin noch DDR, da gelten ganz andere Gesetze (da kann man mal sehen, dass die Mauer in den Köpfen eine ganze Reihe Synapsenverbindungen blockiert) und das Saarland war ja schon immer das lustige kleine Kasperle der Bundesrepublik, denn: Wer als Wessi die Linke wählt, der kann nicht normal sein.

Und während alle typischen Bundesländer auf die drei mißgebildeten Opferländer schauen, weil die Landtagswahlen ja ein Signal für die Bundestagswahl sein sollen, trotz Unnormalität, und nun die heiße Phase des Wahlkampfs beginne (als ob sich da noch viel ändert, aber man muss halt etwas rumschwätzen, um die Zeit zur ersten Hochrechnung zu überbrücken), staunen die selbsternannten und/oder hochstilisierten Experten nicht schlecht, ob des Wirrwarrs, was die untypischen Wähler da zusammengewählt haben.

Weil da niemand sagen kann, was das denn nu‘ für die Bundestagswahl genau bedeutet, schmeißt man sich lieber auf das einfachere Thema und konstruiert sich anhand von ersten Hochrechnungen mögliche Koalitionen und möglichst lustige noch dazu. Da sieht in Thüringen, nach Althaus‘ zweitem großen Aufprall, der eine schon rot-rot-grün an der Macht und den, igittigitt!, Sozialismus auf dem Vormarsch und der andere trötet ein fröhliches „Jamaika!“ in die Runde.

Bei all dem gar lust’gen Blödsinn baut aber niemand gedanklich an einer schwarz-dunkelroten Superregierung in Sachsen oder gar an einer rot-rot-grün-gelb-braunen kunterbunten Malkastenkoalition (wobei ich mich da nicht so weit aus dem Fenster lehnen will), denn hier sind sich alle einig, Experten wie „Experten“: Schlafwandler Tillich bleibt MiniPrä und tauscht die SPD gegen die FDP aus. Da bliebe ein gehässiger Kommentar von mir zur SPD eigentlich nicht aus, aber über die Toten redet man nicht schlecht.

Nur bei einer Partei winden sich die Überdemokraten aus den typischen Bundesländern wie Aale, nämlich bei der ultragefährlichen, demokratiezersetzenden NPD, deren Fraktion sich während der letzten untypischen Landtagswahl selbst halbiert hat und nie irgendetwas auf die Beine bekommen hat, aber man wird ja wohl noch Angst vor dem Faschismus haben dürfen, wenn einen der Sozialismus als Schreckgespenst nicht ausreicht. Die brandgefährliche NPD habe jetzt eine „Stammwählerschaft“ (SPON, denn jeder darf ja mal), also bleibt die NPD wohl im sächsischen Landtag. Auf ewig. Natürlich könnte man sagen, dass schlicht nicht alle Protestwähler von der Protestpartei NPD zur Protestpartei Die Linke gewechselt sind, aber da läuft einem nicht so schön der Grusel über den Rücken, denkt man an kommende Landtagswahlen in ähnlich untypischen Bundesländern, wie Meck-Pomm oder Sachs-Anh.

Und wenn die Landtagswahlen jetzt den Turboschnarchwahlkampf eröffnet haben, werden wir von dem Schwatzgesindel spätestens in vier Wochen wieder hören, wenn es zur Bundestagswahl kommt. Der wohl untypischsten aller Zeiten.

Written by Quax

31. August 2009 at 13:28

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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