Misanthropenwald

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Zum Rechnen zu Blöd

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Klappt die Hemdkragen hoch und schlagt die Arme über dem Kopf zusammen: Nordrhein-Westfalen hat Abitur geschrieben. Auch in Mathe, was aber völlig sinnfrei ist, denn mit Zahlen kann an Pott und Kölsch eh‘ keiner umgehen.

2007 wurde im halbwegs sympathischen Kohlebundesland zum allerersten Mal Zentralabitur geschrieben. Das heißt, dass nicht mehr die Lehrer selber solche Abiaufgaben stellen durften, wie „Mein schönstes Ferienerlebnis auf dem Drachenfels“ (H. Schmidt), sondern diese Aufgaben kommen seitdem von Düsseldorf und sind dementsprechend professionell („Elaborieren Sie die attraktivste Arbeitsvakanzimpression auf einer ehemaligen Festungsanlage aus mediävistischer Ära“).

Zwotausendacht bedankte sich das Bildungsministerium NRW bei allen, die so blauäugig waren, Mathe zu wählen (ja, Mathe ist in NRW nicht verpflichtend Bestandteil des Abiturs. Suck it, Baden-Württemberg!). Mit dem berüchtigten Todesoktaeder des Grauens der Vernichtung – eine unlösbare Aufgabe über ein im Raum schwebenden Klumpen, den man berechnen sollte. Das stellte sich als unlösbare Aufgabe heraus – dummerweise erst hinterher. Das Missbildungsministerium hatte daraufhin eine grandiose Idee: man richtete eine Prüfungsstelle ein, die die Abiaufgaben auf Lösbarkeit durchgucken sollen. Warum es sowas nicht vorher gab, wissen nur die Götter allein. Die Prüfung der Prüfungen verlief ohne Zwischenfälle.

Bis jetzt.

Denn dieses Jahr gab es wieder eine Panne bei Mathe, denn niemand in der Prüfungenprüfungskommission kann lesen und nicht viel weniger mit Zahlen rechnen. Was genau schief gelaufen ist, ist unwichtig, aber es war bestimmt die Hölle.

Jedenfalls, das Bildungsministerium in seiner emotional verkrüppelten Haltung hat nun bekannt gegeben, dass es sich dazu herablässt, die Abiturenten (sic!) nochmal die Matheklausur zu machen. Freude allen Ortens. Denn wer hat als Abiturient nicht Bock, die dümmste Klausur der Erde ein zweites Mal zu verhauen schreiben? Ne? Eben.

Gut, wofür braucht man schon Leute die Zahlen kennen? Außer für Abiprüfungprüfungsstellen.

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Written by Quax

19. Mai 2011 at 20:21

Veröffentlicht in Bildung

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Der Vollständigkeit halber

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Heute ist die evangelische Bischöfin Jepsen zurückgetreten, weil sie Missbrauchsfälle in ihren Gotteshäusern verschleppt hat. Nur so nebenbei erwähnt, damit nicht der Eindruck entsteht, nur die Katholiken würden gerne kleine Kinder klatschen. Was war diese Woche noch so los?

BP hat eine Glocke auf das leckende Ölloch gesetzt und alles erfolgreich abgedichtet. Keine Schadstoffe verpesten die Umwelt. Eventuell kann BP als nächstes die Glocke auf Westerwelle setzen, für noch besseren Umweltschutz.

Dieser tolle Scherz hätte auch auf der Website von „Titanic – Das endgültige Satiremagazin“ stehen können. Und wo die netten, talentierten Kollegen hier schon Erwähnung finden nun etwas, das man eigentlich nicht tut – nämlich Kritik an Gesinnungsgenossen üben. Ja, Titanic, ich habe etwas an euch auszusetzen! Irgendwann in den Achtzigern hattet ihr einen Riesenerfolg, als ihr den Verliererkanzler Helmut Kohl als Birne dargestellt habt. Jetzt, 2010, wolltet ihr wohl diesen Erfolg kopieren, indem ihr dem ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff jetzt auch eine tolle Speise als Namensersatz aufdrückt – nämlich Knödel. Kohl und Birne, das ist gut nachzuvollziehen. Aber Christian und Knödel? Das war ein ziemlich missglückter und halbherziger Versuch, liebe Leute! Wir lernen: man kann einen Witz nicht zweimal machen (es sei denn, man ist ein kleiner, unbedeutender WordPress-Blog eines zweier Studenten).

Wenn’s um einen schlechten Witz geht, ist man gleich bei NRW. Dort hat eine Minderheitsregierung die Macht übernommen. Sie besteht aus SPD und Grünen, aber hauptsächlich aus unfähigen Frauen (Oxymoron, har har!) – und „hauptsächlich“ bedeutet hier „50%“. Ja, die Hälfte des NRW-Kabinetts ist weiblich. Interessantes Phänomen. Wenn die Hälfte einer spezifizierten Gruppe aus Frauen besteht, sind Frauen gefühlt in der Überzahl. Andererseits, das ist kein Wunder, wenn man sich die ganzen gesichtslosen Wulffs ansieht, die jetzt in Düsseldorf Minister spielen dürfen.
Jahrelang hat die SPD das sogenannte Bundesland „NRW“ abgewrackt, dann durfte Lispelrüttgers dem Land den Todesstoß versetzen und jetzt darf die SPD zusammen mit ihrem grünen Wurmfortsatz die Grube zu machen. Immerhin, die Studiengebühren sollen abgeschafft werden. Mal sehen, was sich Merkellakai Schavan, ihres lethargischen Zeichens sowas ähnliches wie Bildungsministerin – wie ironisch! Jemand ohne Bildung ist Bildungsministerin! -, einfallen lässt. Ein neues Eliteprojekt für alle Unis außerhalb von NRW wär doch was! Dafür könnte man doch das BAföG noch ETwaS kürzen. Kommt immer gut.

War diese Woche noch irgendwas?

Nein? Nein? Nein? Doch?

Egal.

Written by Quax

16. Juli 2010 at 17:21

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber

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NRW-Wähler aufgepasst, am Sonntag ist Muttertag! Und das schönste Geschenk, dass man Mutti machen kann, ist wählen zu gehen. Also, NRWähler, ihr dürft euch zwischen zwei Insolvenzverwalter für das (mehr oder weniger) sympathische Bindestrichland an Rhein und Ruhr entscheiden.

Da wäre der momentan amtierende MiniPrä Jürgen Rüttgers von der CDU. Der beliebte ex-Zukunftsminister mit dem lustigen S-Fehler ist leidenschaftlicher Rumänenhasser (weil faul & klauen) und genau das, was NRW (kurz für: Nordrhein-Westfalen) verdient hat. Doch vorsicht! Er ist in einer Koalition mit der FDP gefangen und möchte daraus erlöst werden.

Rüttgers Herausforderer ist Sozi und heißt Hannelore Kraft (SPD). Was weiß man von ihr, außer dass sie SPD und Frau ist? Nichts. Also, liebe NRWler, bitte wählt nicht CDU(freudscher Verschreiber) SPD. Denn wenn Kraft MiniPrä wird, wird’s hier nur noch einen, vielleicht zwei, Einträge über sie geben. Dann gehen die Wortspiele aus („Kraftloser Auftritt“, „Kraft voll Kraft“ oder – obligatorisch und wieder da – : „Kraft durch Freude“). Außerdem ist Kraft eine Frau. Eine Frau. Als Ministerpräsident. Das geht doch nicht! Wisst ihr, NRW-Behauser, welches Bundesland von einer Frau regiert wird? THÜRINGEN! Das liegt in der DDR! Da kann man mal sehen, was Östrogen anrichtet.

Ansonsten gibt’s nur so langweilige Kleckerparteien zu wählen, wie die FDP. Dazu noch ein Wort zu verlieren, erübrigt sich eigentlich. Wir erinnern uns mit Schrecken, wie sich die Gelben, damals vor fünf Jahren, es war im Mai, die Macht erschlichen – indem sie Rüttgers‘ Naivität und Gutgläubigkeit schamlos ausnutzen. 

Dann gibt’s noch die Grünen, die eine umweltbewusste Energiepolitik machen wollen und für Windräder sind. Diese Windräder wollen sie mit selbstproduzierter heißer Luft betreiben und sollte die Grünenfraktion nicht ausreichen, macht die CDU gerne mit. Noch ein Grund, Rüttgers Club zu wählen!

Zünglein an der Waage ist die böse Linkspartei, die am Sonntag in den Landtag einzieht. Wie wir alle wissen, besteht die Linke in NRW ausschließlich aus ehemaligen SED-Leuten und das sind alles Kommunisten, die alle Menschen NRWs versklaven wollen und das Land mit ihrem zerstörerischen Sozialismus überziehen. Dann ist’s aus mit dem schönen NRW! Darum SPD Grüne CDU wählen! Damit die 5. Kolonne Moskaus bleibt, wo der Pfeffer wächst (Thüringen)!

Also gibt es nur eine Partei, die am Sonntag gewählt werden kann – nein, gewählt werden soll und muss! Drum wählt CDU! Grund s.o.

Written by Quax

7. Mai 2010 at 22:48

Veröffentlicht in Politik

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