Misanthropenwald

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Der Vollständigkeit halber

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Heute ist die evangelische Bischöfin Jepsen zurückgetreten, weil sie Missbrauchsfälle in ihren Gotteshäusern verschleppt hat. Nur so nebenbei erwähnt, damit nicht der Eindruck entsteht, nur die Katholiken würden gerne kleine Kinder klatschen. Was war diese Woche noch so los?

BP hat eine Glocke auf das leckende Ölloch gesetzt und alles erfolgreich abgedichtet. Keine Schadstoffe verpesten die Umwelt. Eventuell kann BP als nächstes die Glocke auf Westerwelle setzen, für noch besseren Umweltschutz.

Dieser tolle Scherz hätte auch auf der Website von „Titanic – Das endgültige Satiremagazin“ stehen können. Und wo die netten, talentierten Kollegen hier schon Erwähnung finden nun etwas, das man eigentlich nicht tut – nämlich Kritik an Gesinnungsgenossen üben. Ja, Titanic, ich habe etwas an euch auszusetzen! Irgendwann in den Achtzigern hattet ihr einen Riesenerfolg, als ihr den Verliererkanzler Helmut Kohl als Birne dargestellt habt. Jetzt, 2010, wolltet ihr wohl diesen Erfolg kopieren, indem ihr dem ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff jetzt auch eine tolle Speise als Namensersatz aufdrückt – nämlich Knödel. Kohl und Birne, das ist gut nachzuvollziehen. Aber Christian und Knödel? Das war ein ziemlich missglückter und halbherziger Versuch, liebe Leute! Wir lernen: man kann einen Witz nicht zweimal machen (es sei denn, man ist ein kleiner, unbedeutender WordPress-Blog eines zweier Studenten).

Wenn’s um einen schlechten Witz geht, ist man gleich bei NRW. Dort hat eine Minderheitsregierung die Macht übernommen. Sie besteht aus SPD und Grünen, aber hauptsächlich aus unfähigen Frauen (Oxymoron, har har!) – und „hauptsächlich“ bedeutet hier „50%“. Ja, die Hälfte des NRW-Kabinetts ist weiblich. Interessantes Phänomen. Wenn die Hälfte einer spezifizierten Gruppe aus Frauen besteht, sind Frauen gefühlt in der Überzahl. Andererseits, das ist kein Wunder, wenn man sich die ganzen gesichtslosen Wulffs ansieht, die jetzt in Düsseldorf Minister spielen dürfen.
Jahrelang hat die SPD das sogenannte Bundesland „NRW“ abgewrackt, dann durfte Lispelrüttgers dem Land den Todesstoß versetzen und jetzt darf die SPD zusammen mit ihrem grünen Wurmfortsatz die Grube zu machen. Immerhin, die Studiengebühren sollen abgeschafft werden. Mal sehen, was sich Merkellakai Schavan, ihres lethargischen Zeichens sowas ähnliches wie Bildungsministerin – wie ironisch! Jemand ohne Bildung ist Bildungsministerin! -, einfallen lässt. Ein neues Eliteprojekt für alle Unis außerhalb von NRW wär doch was! Dafür könnte man doch das BAföG noch ETwaS kürzen. Kommt immer gut.

War diese Woche noch irgendwas?

Nein? Nein? Nein? Doch?

Egal.

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Written by Quax

16. Juli 2010 at 17:21

Leck leck, blubb blubb, Öl Öl

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Milliarden und Abermilliarden Liter lustig-leckeren Wertvollöls suppen durch den Golf von Mexiko. Jeder, der schon mal einen Golf sauber gemacht hat, weiß einen Passat zu schätzen. Und mit diesem schlechten Gäg zu Beginn folgt nun: der Rest.

Alle Welt lacht über BP – und das völlig zurecht. Deren blöde Ölbohrinsel kippt um und schon gibt es keine Vögel mehr im Golf von Mexiko. Denn das böse Öl hat alles verklebt.

Um das Problem in den Griff zu kriegen, hatte BP drei Möglichkeiten. Diese drei Optionen möchte ich kurz darstellen. Sie lauten wie folgt:

  1. So tun, als sei nichts gewesen
  2. Alle Vögel erschießen
  3. Den Ölteppich anzünden

Option A (hier mit „1“ gekennzeichnet) fiel flach, dazu hatte die Wasserfarbe im Golf von natürlich-blau in einen tiefdunkelblauen bis schwarzen Grundton gewechselt, der von einigen grauen Sprenkeln gebrochen wird.

Alternative β (hier mit „2“ paraphrasiert) verursachte zu hohe Kosten, denn man hätte professionelle Robbenjäger aus Kanada anwerben müssen und diese von Keulen und Brettern mit Nägeln drinne auf Schießgewehre umschulen müssen. Die US-Regierung wollte nämlich die Nationalgarde nicht zur Vernichtung des Federviehs bereitstellen.

Möglichkeit c (hier durch „3“ symbolisiert) hätte ein hübsches Feuerchen im Golf verursacht, doch die Bürgermeister der Anrainersiedlungen warfen den Vorwand ein, dass eine dreiunddreißig Tage lang brennende Feuersäule die Nächte in einem Maße erhellen würde, dass der Schlafrhythmus der Bewohner Schaden hätte nehmen können. Die Möglichkeit scheiterte letztenendes daran, dass man befürchtete, dass sich die Flammen durch das Meer hindurch zum Meeresgrund und zur Quelle des Ölausbruchs bahnen und so die gesamten Ölvorräte des Planeten Erde verzehren. Und dabei so viel Wasser verdampfen, dass der Erdmeeresspiegel um 47,2 Meter sinkt.

Man entschied sich für Vorschlag 4, der hier nicht aufgeführt ist, weil er dämlich ist. Aber BP hat ihn trotzdem gemacht. Um das Gift im Golf zu bekämpfen, schüttete BP einfach noch mehr Gift hinein, aber anderes. Mit einer Chemikalie, die noch schädlicher ist als das schwarze Gold, sollte der Ölteppich zusammengerollt und weggeschafft werden. Gift mit Gift bekämpfen – so als würde man sich Typhus holen, wenn man schon Cholera hat, in der Hoffnung, dass sich die Viren gegenseitig verspeisen.

Die USA rüffelte BP für diesen Blödsinn und an den Aktienmärkten rotierten die Kurse. Die Mafia Rating-Agenturen rateten BP und stuften sie als „nicht-so-gut“ ein und Wettbüros fingen an, Wetten auf die Zerschlagung BPs anzunehmen. Doch so weit ist es bisher noch nicht gekommen. 

Da kommt es PR-mäßig für BP vielleicht ganz gut, dass im Roten Meer eine ägyptische Bohrinsel lecken soll. Da sollten wir uns schon mal überlegen, ob das Rote Meer nicht umbenannt werden sollte – und überhaupt, wann ist das mit dem Schwarzen Meer eigentlich passiert?

Überall knirschen und knacken die Bohrinseln und Öl blubbert fleißig an die Erdoberfläche durch das Wasser hindurch an die Wasseroberfläche. Bohrinseln werden verteufelt und dichtgemacht, so gut es geht. Und was macht Brasilien, dieses Belgien Südamerikas?

Ölbohrinseln bauen.

Written by Quax

22. Juni 2010 at 20:50

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Krisen, überall!

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Was ist nur los mit der Welt, im Moment? Viel Dreck und Schutt, wohin man auch schaut! Anfangen tut alles im hohen Norden, denn er würgt wieder. Öl schwimmt im Meer. Und am Ende bezahlen wir wieder mit der D-Mark.

Aber mal langsam und von vorn: Wer ist er? Na, er! Er, der da würgt. Er, der Vulkan auf Island. Er, dessen Name nicht genannt werden darf – und vor allem kann (weil unaussprechlich). Vor kurzem spuckte er wieder kleine Aschewölkchen gen Himmel. Und alle Flieger gehen hooooooooch!, Spaß. Natürlich blieben sie am Boden. Und die Asche fliegt flockig weiter auf die Festung den Kontinent Europa.

Doch nicht nur diese Art von Asche nimmt Kurs Richtung Südost, sondern auch umgangssprachliche Asche. Moos! Kohle! Schotter! Moneten! Ihr habt richtig geraten, es geht um das liebe Geld. Ich weiß doch, wie klug unsere Leser sind. Geld, jedenfalls, zieht es nach Griechenland, denn dort haben sie keins mehr. Und woher nehmen, wenn nicht stehlen oder drucken? Die Griechen kriegen ihr Geld vom deutschen Steuerzahler, denn der hat’s ja.

Doch bald wird es kaum noch Steuerzahler geben. Nein, nicht weil wir alle arbeitslos werden, sondern weil die Geburtenrate so niedrig ist. Quasi gar nicht mehr vorhanden, quasi. Der deutsche Steuerzahler stirbt also aus. Das liegt daran, dass Akademiker keine Kinder kriegen. Nicht, weil sie physisch dazu nicht in der Lage wären, sondern weil sie nicht ficken. Denn wenn uns die Demographie was lehrt, dann doch wohl, dass sich nur dumme Menschen vermehren.

Und an dieser Stelle kommt Hessens MiniPrä Roland Koch ins Spiel. Er möchte die Schnackselei ankurbeln, indem er dumme Menschen produziert. Und das tut er, indem er die Bildungsausgaben kürzt. Denn Bildung braucht keiner, am wenigsten die Hessen. Damit erhöht der kluge Hessenchef Koch nicht nur den Anteil Vermehrungswilliger an der Gesamtbevölkerung, nein, er züchtet auch gleichzeitig neue CDU-Stammwähler heran.

Und während in Hessen die Schwarze Pest wütet, schwimmt ebenjene im Golf von Mexiko fröhlich hin und her. Öl ist das Hydroäquivalent zu Asche in der Luft, nur halt im Wasser. Alle reden von Unfall und Unglück, aber das stimmt nicht, ist ja nicht die SPD. Nein, der Ölkonzern BP hat eine neue Transportmöglichkeit entdeckt: Strömung, die pipelinelose Pipeline! Das da vorher niemand drauf gekommen ist! Bei den meisten Menschen kam diese Form des Öltransports jedoch weniger gut an, sodass sich BP genötigt sah, sein Öl wieder einzufangen. Mit einer Glocke. Das konnte nur schiefgehen. Hätt‘ BP doch mal Schiller gelesen, der in seinem weltberühmten Gedicht dichtete: Loch in Erde, Messing rin‘ / Glocke fertig, Bimbimbim! – und jetzt soll man mal versuchen, auf dem Meeresgrund flüssiges Messing irgendwo hinzugießen, das konnte ja nicht klappen! Da haut’s einem die ganze Soße doch um die Ohren, da so tief unten!

Und so ganz so tief so können die Griechen ja gar nicht sinken, auch wenn sie grad kein Geld haben. Denn sie kriegen ja Schulgeld vom Koch. Und wenn sie genug Geld haben, dann geht das nächste Land pleite, z.B. Portugal. Aber vielleicht mag der Deutsche dann nicht mehr helfen. Vielleicht hat er alle Euros an den Griechen gegeben und braucht neues Geld. Er könnte darauf hoffen, dass das Öl an die Nordseeküste schwimmt, sodass man es für teuer Geld verkaufen kann oder er erfindet schnell Automotoren, die auf Aschewolkenbasis laufen! Und wenn das nicht funktioniert? Dann führt er bestimmt die jute alte D-Mark wieder ein. Dann kann man die Deutschen beim Wechselkurs auch schön lang über den Tisch ziehen, denn um es zu merken, dafür werden sie ja eh zu blöd sein.

Blöd, aber viele. 

Written by Quax

17. Mai 2010 at 21:25