Misanthropenwald

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Nicht nur Hitler

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Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL ist für seinen Hitler berühmt. Dass sich die Auflage aber nicht nur durch den Führer steigern lässt, zeigt die Collage aller seriösen Titelbilder des seriösesten Magazins seit dem FOCUS. 

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Written by Quax

15. November 2010 at 16:51

Veröffentlicht in Satire

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SPIEGEL: Deutsche sind Idioten

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Das Boulevardmagazin SPIEGEL hatte im Juni eine Umfrage durchgeführt und nach der moralischen Instanz in Deutschland gefragt. Das Ergebnis spricht nicht für die Befragten oder die Deutschen insgesamt.

Denn das Ergebnis ist ziemlich desaströs:

Hans Magnus Enzensberger? Jürgen Habermas? Geht’s noch? Immerhin, die beiden sind völlig zurecht abgeschlagen. Aber je höher man kommt, desto schlimmer wird’s. Claus Kleber, Schröder(!), Lafontaine. Ein Nachrichtenvorleser, ein unsozialer Sozi und ein Kommunist. Kerkeling, Fischer, Raab, Beckenbauer – wussten die Befragten überhaupt, wonach gefragt war?

Besonders furchtbar: 37 Prozent waren beknackt genug, Christian Wulff [sic!] als moralische Instanz [sic! sic!, verdammt!] zu sehen. Verfluchte Scheiße, so ein rückgratloser Wurm, der schneller umknickt als ein Hälmchen im Wind hat doch keine Moral und schon gar keine, die vorbildlich wäre, es sei denn, es ist inzwischen moralisch genug, Wirtschaftsbossen nach dem Maul zu reden.

Käßmann, Jauch, der Papst. Der Papst! Moral hält also besonders gut, wenn sie doppelt ist, ja? Was muss die von ihm beherrschte Kirche denn noch alles tun, damit auch der letzte Hinterwälder kapiert, wie weit es mit der Moral bei denen her ist?

Guttenberg, Merkel, von der Leyen, eigentlich fehlen noch Brüderle und Westerwelle in der Reihe der Nichtse. Stellvertretend dafür ist ja Köhler da, die moralische Instanz, die beleidigt den Dienst quittierte, als man sie dafür kritisierte, die Bundeswehr für Wirtschaftskriege einsetzen zu wollen. Was jene gar nicht könnte, ist ja nicht die Wehrmacht.

Und der größte Knaller zum Schluss: gut dreiviertel der im übrigen Hirnlosen und/oder -toten haben Helmut Schmidt erwählt. Hel-mut Schm-idt. Ein 90 Jahre alter Hamburger Kettenraucher sei also die höchste moralische Instanz. Am Alsch!, wie der Chinese sagen würde, was soll denn das! Wie vergesslich ist dieses dumme Volk denn, dieser miserable Kanzler, der nur von der jetzigen Regierung untertroffen wird! Ein Land, dass ehemalige Wehrmachtsoffiziere als moralische Autoritäten ansieht, muss einfach untergehen, der Menschheit zuliebe. Wie leicht sich Mancher von rhetorischer Brillanz blenden lässt.

Vermutlich wurde nicht gefragt, wer die moralischste Leuchte im Lande sei, sondern auf wen man am allerwenigsten hören sollte und wer die größte Quatschbirne der Republik sei.

Andererseits, dann wäre Beckmann ja erschreckend weit vorne.

Written by Quax

24. August 2010 at 21:25

Veröffentlicht in Polemik

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Wie man einen Artikel interessant macht

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Es gibt eine geheime Formel, die alle kennen, die im Journalismus tätig sind. Ich kenne sie nicht, denn ich bin’s ja nicht. Also weiß ich auch nicht, worauf sich diese Formel eigentlich bezieht. Oder ob es sie überhaupt gibt.

Wie dem auch sei, heute darf SPON mit einem Artikel über das heißgeliebte Google Street View als Beispiel dafür herhalten, wie man einen Artikel interessant macht, s. Überschrift.

Und damit wär’n wir (also ich) beim Knackpunkt. Ein Artikel braucht eine knackige Überschrift, wie die hochverehrte BILD das so beispielhaft vormacht: „JOPI HEESTERS – HATTE ER SEX MIT KACHELMANN?“ oder sowas in der Richtung. Die Überschrift sollte etwas mit dem thematischen Inhalt des Textes zu tun haben, muss diesen aber auch nicht genau treffen. So kleinlich sind wir nicht. (Sind wir wohl!)

SPON beglückt uns also, um auf das hiesige Beispiel, das bisher nur angekratzt wurde, nochmal hervorzuzerren ans Licht der äh… dings. Na! Erleuchtung. Wie auch immer. SPON schreibt in dem Artikel über Googles schickes Street View, mit dem ich mir gerade St. Paul’s Cathedral in London/England angeschaut habe, das war sehr schön, kann ich jedem mal empfehlen, schreibt SPON also folgendes:

Moment! Zuallererst muss ich noch kurz darauf eingehen, dass der SPON-Artikel alles hat, was ein guter Artikel braucht. Google! Street View! Macht! Fotos! Rentner! Österreicher! Spitzhacken!

Gut. Nachdem das geklärt wäre, schreibt SPON in seinem Artikel also folgendes:

An Google Street View scheiden sich die Geister. In Österreich machte ein Anwohner nun mit einer Spitzhacke deutlich, was er von den Foto-Autos hält.

Spannung ist total aufgebaut, SPON. Gute Arbeit, SPON. Im Artikel steht dann weiter:

Ein Pensionär soll einem Street-View-Team mit der Spitzhacke klargemacht haben, dass er ihnen nicht freundlich gegenübersteht.

Action & Crime! Ich spüre Action & Crime! Doch dann:

Die Spitzhacke habe er [der Pensionär] aber nur in der Hand gehalten, worauf der Fahrer überhastet die Polizei gerufen habe.

Auch Google-Pressesprecherin Lena Wagner bestätigt, dass der Rentner zwar mit schwerem Abbruchgerät bewaffnet war, die Hacke aber nicht eingesetzt habe: „Er hat die Spitzhacke nur in der Hand gehalten. […]“

Zu einer Attacke war es also nicht gekommen, zu archaischen Drohgebärden auch nicht: Der Rentner stand halt nicht ganz zufällig mit einer Spitzhacke in der Gegend (er war bei der Gartenarbeit), als das Foto-Auto kam.

EILMELDUNG, EILMELDUNG AUS DEM SCHNITZELFÖRMIGEN LAND: Nichts ist geschehen! Ü-ber-haupt-nich-ts. Wir merken uns also: Ein Mann stand mit Hacke da und hat dem Googlestreetviewwagenfahrer gesagt, dass er sein Haus nicht fotografiert haben will. Er hatte eine Spitzhacke in der Hand. Er hätte auch etwas anderes in der Hand haben können, eine Schaufel, einen Löffel, einen Sack Zement oder ein Buch aus uralten Zeiten.

Kein Angriff, keine Drohung. Wie sieht also der leserhaschende Reißer namens Überschrift aus, auf den sogar ich (!) hereingefallen bin, unschuldig, wie ich bin? Richtig:

Österreicher droht Google-Fahrer mit Spitzhacke

Written by Quax

9. April 2010 at 22:31

Veröffentlicht in Mischwald

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