Misanthropenwald

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Gerechtigkeit im O-Ton

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Ganz schön viel Prügel muss die Koalition da für ihre Megaerhöhung der Hartz-IV-Sätze einstecken. So kann das aber nicht weitergehen, sagten sich die Betroffenen und rechtfertigen das üppige Geschenk an den arbeitslosen Pöbel.

Wenn man einmal annimmt, dass da in Berlin nicht nur volltrunkene Gestörte herumgeistern, sondern dass das im Grunde rational und denkende Menschen sind, die Wissen, was für eine Urscheiße das mit der Erhöhung um die paar Groschen eigentlich ist. Dann ist es ja doch ziemlich lustig, mit was für beknackten Argumenten man versucht, die Erhöhung zu rechtfertigen. Dazu sagt beispielsweise Arbeitsministerin Ursula von der Leyen:

Nach den Berechnungen des statistischen Bundesamts gibt es eine leichte Erhöhung bei den Regelsätzen für Erwachsene um fünf Euro auf dreihundertvierundsechzig Euro. Dabei sind die Ausgaben für Tabak und Alkohol nicht berücksichtigt, weil dies Genussmittel sind, die nicht existenzsichernd sind.

Ach Ursel, gerade du als CDU-Mitglied müsstest doch wissen, dass in der Union nichts existenzsichernder ist als Schnaps und Kippen. Was passiert, wenn man von beidem zu wenig intus hat, das zeigt die Kanzlerin (Merkel):

Wir glauben, dass wir hier eine Lösung gefunden haben, die sachgerecht ist, die aber auch ausdrückt, dass unser Hauptpt… unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, die ähm, Hartz-IV-Dauer, die ein Mensch ähm, Arbeitslosengeld II bezieht, diese Dauer so kurz wie möglich zu halten und Menschen möglichst schnell wieder in das Arbeitsleben hineinzubringen.

Klar, totsaufen klappt ja nicht mehr, einen Strick kann man sich nicht mehr leisten, bleibt nur noch Arbeit übrig. Sachgerechte Lösung, die Merkels Hauptaugenmerk auf die Dauerverkürzung  ausrichtet. Was soll das, wollen die mit den pfümpf Euros mehr im Monat ihren guten Willen bekunden, mal was gegen Arbeitslosigkeit zu tun?

Fehlt natürlich noch ein bissiger Seitenhieb von Deutschlands ehemals führender Arbeiterpartei, Sigmar Gabriel bitte:

Wir Sozialdemokraten sagen, wir woll’n das Verfassungsgericht ernst nehmen. Wir werden weder das Existenzminimum nach Kassenlage bestimmen, noch nach der Gefühlslage von Herrn Westerwelle. Und wir woll’n auch nich‘ über Schnaps und Zigaretten diskutieren, liebe Genossinnen und Genossen! Und darüber, dass ’ne Mutter auch mal ‚en zweites Paar Schuhe für ihre Kinder kaufen kann, das ist die Debatte, über die wir in Deutschland reden woll’n!

Immer nur wollen wollen wollen; das heißt ich möchte! Im übrigen, das Existenzminimum wurde damals, bei der Einführung von Hartz-IV, wonach bestimmt? Ach, richtig, nach Kassenlage! Und welche Partei hat Hartz-IV und die ganzen Späße damals eingeführt, Gabriel? Hm, na? Irgendeine Idee?

Nebenbei, „Schuhe statt Schnaps“ wär‘ ein super Slogan für die nächste Antialkoholkampagne der Bundesregierung.

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Written by Quax

27. September 2010 at 11:06

Veröffentlicht in Politik

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Über Schnapsideen

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Hurra, Sommerloch! Es gibt nichts mehr, worüber man schreiben könnte. Keiner sagt oder tut dummes Zeuch. Niemand bietet sich als lohnende Zielscheibe an. Oder doch?

Da hätten wir Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland – und wer bei seinem Vornamen jetzt aufgesprungen ist und die Hacken zusammengeschlagen hat, für den habe ich beunruhigende Nachrichten betreffend seine politische Präferenz. Und nun, da der offensichtliche Adolfwitz aus dem Weg ist, nun zum größten Witz überhaupt. Im letzten Eintrag hatte ich bemängelt, dass manche Medien entrüstet waren, dass zwei Tage nach den Ereignissen im Duisburgtunnel noch niemand zurückgetreten war. Inzwischen hat sich die Lage etwas geändert, denn der Sauerland-Adolf klebt ganz offensichtlich an seinem Stuhl, respektiv an seinen Pensionsansprüchen, die er verlöre, träte er zurück. Also will er sich abwählen lassen. Geldgeiler Giergauner (Quadrupelalliteration!), aber was soll man von jemanden aus der CDU schon erwarten?

Rücktritte jedenfalls nicht, auch wenn das ex-Ministerpräsident Wulff dem Sauerland jetzt nahegelegt hat. Hör auf deinen Führer, Adolf! Wie schön, dass Wulff jetzt jede Möglichkeit nutzt, um beliebt zu werden, nachdem er so unbeliebt ins Amt gerutscht ist. Und Christian, wie wär’s, wenn du deinen eigenen Ratschlag befolgst und die Konsequenzen aus der Tragödie ziehst und deinen Hut nimmst, du Butterbrotclown!

Aber nicht nur der oberste Verantwortliche hat nicht mehr alle Segel am Mast, auch die Opfer und Hinterbliebenen haben einen Hauweg. Denn nun werden Spenden gesammelt für ein Mahnmal am Tunnel. Himmel, Leute! Ja, die Massenpanik war das schlimmste Ereignis, was Duisburg seit Kriegsende passiert ist – um genau zu sein, es ist das einzige Ereignis, was überhaupt mal in Duisburg passiert ist -, aber ein Mahnmal? Wirklich? Ich schlage ein Stelenfeld vor, so wie das in Berlin.

Berlin. Die Hauptstadt. Alle wichtigen Politiker machen Urlaub, da kriecht Wirtschaftsminister Rainer Brüderle aus seinem pfälzer Weinfass und lässt, noch ein wenig angedüdelt, gleich zwei Knaller auf die wehrlose Bundesrepublik los: Da will er zum einen die Rentengarantie kippen, damit nur noch Leute Rente beziehen, die ehrenamtlich für die FDP Steuern hinterzogen haben und zum anderen will er ausländisches Facharbeitergeschmeiß mit Begrüßungsgeld ins Land locken, so wie damals die Ossis. Den zweiten Vorschlag verdient vollsteste Unterstützung, wenn man plant, nach dem Studium schnell eine neue Staatsbürgerschaft anzunehmen (z.B. Österreich, die nehmen jeden), dann zurück in die Republik kommt, um Bananen Begrüßungsgeld abgreifen. Vor allem der Mangel an professionellen Hartz-IV-Empfängern ist beklagenswert, denn diese deutschen Billiglohnhartzer… Die bemühen sich um Arbeit und Leben in Saus und Braus. Pah!

Hartz IV. Überheblichkeit. Von der Leyen! Geistiges Hartz IV erhält sie bereits und die Arbeitslosenalmosen, die Vater Staat dem hungernden Pöbel zuwirft, sollen nun steigen. Halt nein, sie sollen neu berechnet werden. Das hat das BVerG (Juristenhässlich für BundesVerfassungsGericht) entschieden, also muss die halbwegs beliebte Blaublüterin (keine Sorge, die ist nur eingeheiratet und würde ganz normal rot bluten, wenn sie jemand mit einem Messer kitzeln würde, was ich aber nicht empfehle und keinesfalls als Aufruf zum Mord gewertet werden sollte, liebes BKA :) ) ran. Es müsste erhöht werden, das Hartz IV, laut BVerG-Urteil. Es wird aber lieber neu berechnet, das ist Amtsdeutsch für „wir kürzen euch die Stütze unterm Arsch weg, ihr Spongos“. Deswegen brauchen wir auch Brüderles ausländische Spitzenkräfte, die mosern nicht rum, wenn sie nur noch vier Groschen im Monat erhalten. Damit die Neuberechnung aber nicht wie eine Kürzung aussieht, will von der Leyen kein Geld unter den Plebejern verteilen, sondern Gutscheine für Kinder geben.

Aber was macht sie dann mit den vielen Kindern?

Written by Quax

2. August 2010 at 21:18

Veröffentlicht in Polemik, Politik

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„Der Kaiser hat abgedankt!“

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„Er und seine Freunde sind verschwunden! Es lebe das Neue! Es lebe die deutsche Republ-“ Quatsch, Phillipp Scheidemann hier zu zitieren ist natürlich grober Unfug, denn Horst Kaiser Köhler ist ja gar kein Köhler (Himmelherrgott!) Kaiser, sondern nur Bundespräsident (im folgenden BuPrä abgekürzt), bzw. war. Da die Bundesleberwurst (beleidigt) nun fort ist, brauchen wir einen neuen BuPrä und es geistern jede Menge Schauermärchen durchs Land, wer denn das nun werden soll.

Da habe ich inzwischen Namen gelesen, die gibt’s gar nicht, beziehungsweise schon, leider. Da wurde schon Norbert Lammert in den Raum geworfen, aber er hat sich nicht ernsthaft verletzt und Joschka Fischer wurde hinterher ge- äh.. -rollt. Da hätt‘ man ja ziemlich Prima die Wahl zwischen zwei edlen unkaputtbaren Todesbazillen (i.e. Pest, Cholera, Grüne) und andere Namen werden auch schon an den Briefkasten von Bellevue genäht.

Gesine Schwan soll für die SPD ins Rennen gehen, weil es mit der ja die letzten beiden Wahlen schon so gut geklappt hat. Wenn die SPD einen Fehler gefunden hat, dann wiederholt die den aber auch immer und immer und immer wieder. Weil sie endlich gefunden hat, was sie so gut kann. Verlieren.

Irgendwo, wahrscheinlich im Forum von SPON, habe ich den Namen Helmut Schmidt gelesen und mal ehrlich, man kann von Helmut Schmidt (passenden Raucherwitz hier einfügen) ja halten was man will, der Mann schrammt vom Alter her an den 100 und ist außerdem längst nicht mehr der, der er einmal war, sondern nur noch die Asche seiner selbst.

Jetzt ganz ernsthaft ins Gespräch gebracht wurde  – und das auch noch von jemandem, dem man Macht über irgendwas gegeben hat! – Margot Käßmann. Das wär aber auch eine klasse Combi, ein Hosenanzug namens Osten als Kanzlerin und eine alkoholische Pfaffin, da frage ich mich doch, wann Mixa, dieser boxende Bischof, kommt (Wortspiel nicht beabsichtigt). 

Wer ja jetzt auch wieder Zeit hätte, wäre Roland Koch, über so einen BuPrä freut sich das linksliberale Bürgertum wie ein Schnitzel, wenn’s blitzt und dann wäre auch der Nimbus dahin: der vom Volke ewig geliebte BuPrä. Aber es ist auch denkbar, dass Mu-Mu-Mu-Muttimerkel ihren alten Freund Koch ins Kabinett holt und ans Finanzministerium fesselt und den Schäuble da hin räumt wo er hingehört. Nein, nicht in den Knast, sondern nach Bellevue, aber ich weiß nicht, wie es im BuPrä-Hauptquartier aussieht, bezüglich der Verwendbarkeit durch beinmäßig Herausgeforderte und einen Umbau können wir uns im Moment nicht leisten, ham‘ ja Kriiiiiiiiise. 

Aber vielleicht ist das Schloss ja kindergerecht, dann kann die Mutter der Nation (kann man ruhig wörtlich nehmen) nach Bellvü ziehen, nämlich Ursula von der Leyen. Aber das darf nicht passieren, weil sonst die Piratenpartei kommt und sämtliche Foren und Blogs mit ihrem oberkrassen Wortspiel „Zensursula“ vollkleistert, was einem schon auf die Testikel ging, als der Höhepunkt der Internetzensurdebatte noch nicht mal ansatzweise zu erspähen war.

Prima wäre auch Lena, die hat im Alleingang ganz Europa besiegt (was dem Führer ja versagt blieb) und ist nun „Prinzessin Deutschland“ (Titel auf irgendeinem unbedeutenden Käseblatt), woraus ich schließe, dass die Überschrift (Kaiser und so) eventuell doch nicht so falsch ist – vielleicht sind wir ja wieder eine absolut konstitutionelle Wahlerbmonarchie. Un problème, mon ami: Lena ist gerade einmal 19, also einundzwanzig Jahre zu jung, um für das Amt des BuPrä weggeschmissen zu werden.

Aaaaaaber: Stefan Raab könnte doch! Nicht unbedingt BuPrä werden, sondern eine nationale Aufgabe sehen und den neuen BuPrä casten. Unser Star für Bellevue! Na, wär das was? Natürlich nicht, was sollen wir mit einem singenden Bundespräsidenten?

Aber ich will ja nicht nur destruktiv sein, sondern auch einen konstruktiven Vorschlag machen. Andererseits: Die CSU hält sich auch nicht dran und hat Stoiber vorgeschlagen. wirklich wahr. Am Ende kommt der wieder und wir müssen sowohl ihn als auch seine ganzen miserablen Parodien anhören und sehen! Na, hoffentlich bleibt uns das erspart und es kann nur einen Mann geben, der das Format hat, das Amt auszufüllen:

Helmut Kohl.

Written by Quax

1. Juni 2010 at 19:56